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AKG 812 – Kopfhörer

29. Dezember 2015 - Fundstueck, Musik, Studio
AKG 812 – Kopfhörer

Mischen mittels Kopfhörer ist …. oder besser gesagt war lange Zeit verpönt. Aus meiner amateurhaften Erfahrung konnte ich dieser Einschätzung lange Zeit durchaus etwas abgewinnen, sie sogar guten Gewissens teilen. So waren vor allem Bässe stets eine besondere Herausforderung und die Ansicht weit verbreitet, dass gute Mischung mittels Kopfhörer nur schwer möglich sind. Nicht selten war ein Ausdruck des blanken Entsetzens in Gesichtern zu lesen, als das eben im Kopfhörer für „perfekt“ befundene Musikstück über grosse Monitorboxen so gar nicht dem zuvor gewonnenen Eindruck standhielt. Derlei kann passieren…  Räumlichkeit hingegen,  war stets ein klare Domäne des um den Kopf festgemachten „Hörbehelfs“.

Homestudios sind nicht immer – vermutlich trifft es das Wort „selten“ eher – mit einer optimalen Raumakustik gesegnet. Bauliche Vorgaben sowie die Raum“größe“ und die damit verbundenen Überzeichnungen bestimmter, zumeist tiefer Frequenzen,  zu vermeiden scheitern unter anderem am limitieren Budget. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man gerne einmal dazu neigt das hart verdiente Geld in eine gute Abhöre zu investieren, anstatt einen Fachmann zu konsultieren, der die Raumakustik beurteilt und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Am Ende wundert man sich dann warum das eigene Musikwerk im Auto „wummert“ und „dröhnt“ oder aber überhaupt keine Bässe hat. Selbst Profis sind vor derartigen Fehlern nicht gefeit, wie mir Moderat mit ihrer ansonsten hervorragenden CD erst unlängst bewiesen haben.

Jedoch ist es nicht immer nur das Budget, dass Verbesserungen einen Riegel vorschiebt. Es sollte vielleicht auch nicht unbedacht bleiben, dass viele Homestudios nicht in Eigentumswohnungen oder -häusern anzutreffen sind, und von daher räumliche Anpassungen mit einem Ablaufdatum versehen sein könnten. Da schleppt man doch lieber seine Boxen in die nächste Wohnung und stellt dort nun die linke ins Eck und wundert sich über den „geilen Basssound“. Sei es wie es sei, Kopfhörer schienen daher stets eine Alternative zu sein um Herr dieses Problems zu werden.

Es war nicht unbedingt Patriotismus der mich zu einem Fan des damals österreichischen Herstellers AKG werden liess, sondern vielmehr der Klangcharakter der entsprechenden Produkte aus diesem Hause. Dies gibt mir übrigens nach all den Jahrzehnten die Möglichkeit bei AKG für etwas zu bedanken –  Liebe Leute von AKG, euch habe ich es zu verdanken, dass meine Ohren heute noch das leisten wozu sie primär vorgesehen  sind, den Dingen zu lauschen. Denn neben dem feinen Klang der Kopfhörer, war es die angemessene und wohltuende maximal mögliche Lautstärke, die diese Schonung über Jahrzehnte bewirkte. Übrigens Jahre später, als ich mein Lieblingsmodell nachkaufen musste, zu einem Zeitpunkt als AKG nicht mehr in österreichischem Besitz war, fiel mir sofort auf, dass das Signal des Kopfhörers deutlich lauter geworden ist. Dies war offenbar dem Druck des Marktes geschuldet. Zum Glück blieb aber die Charakteristik unangetastet und so hatte ich mehr headroom :-).

Kopfhörer ungezählter anderer Hersteller habe ich über Jahrzehnte getestet, sogar erworben nur um am Ende doch wieder bei AKG zu landen. Aber von all den AKG Kopfhörern gibt es einen, der meiner Meinung nach über den anderen steht, der AKG 812. Was soll ich sagen? Eine neue Dimension des Hörens. Das trifft es vermutlich am Besten. Endlich kann ich Mischungen im Kopfhörer durchführen und mit gutem Gewissen auf die Lautsprecher umschalten. Die Feinheiten professioneller und vor allem Fehler eigener Produktionen werden – gnadenlos – dargestellt. Aber umgekehrt gibt es auch die Belohnung. Unglaublich! Nobel und fein, aber doch unmissverständlich. Möge er ewig halten!

Meine Gratulation an das AKG Team.

AKG 812 text

 

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2 thoughts on “AKG 812 – Kopfhörer

Ulf

Hallo Peter,
ich bin ja auch immer sehr an Kopfhörern interessiert, hab auch gleich mal nachgeschaut, was die AKG 812 kosten. Da war dann mein Interesse vorbei … Über 1000 Euro, das kann und will ich mir dann doch nicht leisten. Schade, denn meinen absoluten Traumkopfhörer suche ich noch immer. Aber bei dem Preis kommt der AKG 812 dann doch nicht in Betracht.
Liebe Grüße
Ulf

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Ulf,

    Der Preis ist in der Tat eine Hürde und war der Grund warum ich lange gezögert habe. Seit ich ihn aber habe, lasse ich niemanden auch nur in die Nähe kommen und meine Monitore sind seitdem quasi zur Erholung auf Urlaub.

    Liebe Grüße,
    Peter

    Reply

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