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analog RYTM

27. Juni 2016 - Erfahrungsbericht, Studio
analog RYTM

Alte Zöpfe soll man bekanntlich abschneiden, und wie es scheint nicht ganz zu unrecht. Aus verschiedenen Gründen bin ich wieder einmal dabei mein Equipment zu reduzieren. Ein Zyklus, der mir alles andere als fremd ist zumal der Begriff „erneuern“ wohl eher zutrifft.

Ich wollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, ohne meine Arbeitsweise hinterfragt zu haben. Die meisten meiner Stücke haben doch etwas viel Staub angesetzt und so ist es wohl längst an der Zeit bei der nächsten Weiche abzubiegen.

elektron aR

Wer mich kennt, der weiss ob meiner Affinität zu den „Nordics“. Und dennoch, bei den Instrumenten des schwedischen Herstellers Elektron habe ich bisher gezögert. Maßgeblich dazu beigetragen hat eine Erfahrung auf der FMM, die ich mit Freund und Kollege Oliver, teilen durfte. Beide zogen wir mit runtergezogenen Mundwinkeln von dannen, da es uns nicht geglückt war die Geräte am Elektron Stand sinnvoll zu bedienen.

Eine Internet Recherche hat diesen Eindruck bestätigt. Allerdings fiel das Resümee zu allen aktuellen Elektron Geräte in Summe dennoch positiv aus. Die gewöhnungsbedürftige Bedienung wurde in den meisten Fällen beanstandet, aber mittlerweile sehe ich selbst darin einen Vorteil. Erstens wirkt die – eigentlich erzwungene – Auseinandersetzung mit dem Gerät der Selbstüberschätzung entgegen und zweitens zwingt ein neues System einen in eine andere, eventuell neue Richtung. D.h. Bedienungsanleitung ganz lesen und ausprobieren.

Das hat mir schon beim MS-20 richtig Freude bereitet und sich langfristig bezahlt gemacht. Nicht nur für die Musikindustrie. So manch positive Erfahrung wird offenbar gerne so gespeichert, dass sie nicht leicht auffindbar ist. Mit den Jahren kommt dann die – vermeintliche – Erfahrung, und so meint man am Ende Manuals originalverpackt, im entsprechenden Fach lagern zu können. Wie viele brauchbare Funktionen sind da wohl in den Jahren unentdeckt geblieben, frage ich mich gerade….

Compressoren

Ich habe ein erstes, kurzes Demo einer vorhandenen Sequenz aufgenommen, mit dem Ziel den Sound und das klangliche Zusammenspiel ein wenig beurteilen zu können. Darüber hinaus habe ich mit unterschiedlichen Kompressoren gearbeitet um einen Eindruck zu bekommen, wie es klingen könnte, sprich ob es Unterschiede gibt. Was mich daran dann am meisten erstaunt hat ist, welch Teufel mich geritten hat in all den Jahren den Focusrite RED3 immer nur liebevoll angesehen, aber nur ganz selten genutzt zu haben. Und so ist das Demo auch gleichzeitig ein Vergleich zweier unterschiedlicher Kompressoren, des elysia XPRESSOR und des eben schon erwähnten Focusrite RED3.

Es geht hier nicht um „gut“ oder „schlecht“, denn letztendlich kann man guten Gewissens auch beide mögen, von unterschiedlichen Geschmäckern ganz zu schweigen. In diesem Fall habe ich einen Favoriten. Aber urteilen Sie bitte selbst.

ps: Für die Spitzfindigen, ja die Pegel sind nicht ident.

Addendum 10. Juli 2016:
Oli G – Gemäss Deinem Wunsch hier ein kurzer Beat, eingespielt mit elektrons analog RYTM unter Verwendung eines Factory Kits. Alle Klänge und Effekte stammen aus dem analog RYTM.

8 thoughts on “analog RYTM

Oli G

Also ich hab die beiden Soundclips jetzt mal nur über einfache Apple Kopfhörer gehört, aber Nr 1 wäre da mein klarer Favorit. Wirkt für mich dynamischer, weniger „gedämpft“ und insbesondere die Bassdrum hat mehr „Wumms“.

Wie kommst du mit der Bedienung zurecht? 😉

Ich bin leider immer noch (zu) skeptisch nach den Erfahrungen auf der Messe bzw. meinen persönlichen mit Machinedrum und Octatrack – beides waren nur kurze Bekanntschaften…

Bitte mehr Soundschnipsel von selbst programmierten fetten Beats 😉

Reply
    Peter M Mahr

    Schnellnotiz, zwischendurch – Elektron kommt offenbar mit etwas Neuem raus, hast Du den Teaser schon gesehen? Melde mich später nochmals.

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      Oli G

      Ja, habe ich schon gesehen. Ist aber leider nicht viel zu sehen 😉 Gerüchte nennen ja einen Mixer/Controller. Mal sehen. Wie wäre es mit einem Device, das jeden Song „islandisiert“. Der „GusGus Transformator“ 😉

      Reply
        Peter M Mahr

        Hm… wenn es das wird, dann bin ich neugierig welche Tools der hat, da ja in dem Demo der Eindruck – zumindest für mich – entsteht, dass eingehende Signale verarbeitet / verfremdet werden. Ob das live geschieht oder Samples sind, das lässt sich nicht sagen. Bald wissen wir wohl mehr.

        Reply
    Peter M Mahr

    So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Aber auf der anderen Seite ist ja genau das gut. Ich liebe den Sound, den der Focusrite erzeugt. Mal sehen was ich da in Zukunft machen werde und vor allem rausholen kann. Der Umstand, dass er nicht (mehr) angesagt ist, macht ihn ja schon wieder extrem interessant. Leider ist aber alles mehr und mehr eine Frage der Zeit und die wird irgendwie immer weniger. Mit 30 sind 24 Stunden irgendwie länger, oder mehr. 🙂

    Ich glaube der DX-7 war das letzte Gerät, oder besser gesagt, Musikinstrument bei dem ich mit dem Manual daneben gesessen bin und mich intensiv mit beidem beschäftigt habe. Wobei es ein DX Fiona Mahr Buch war. Jedenfalls entstand dadurch eine tiefe Zuneigung und ein enger Bezug. Mir hat das Programmieren, eigentlich Klang erstellen am DX immer Freude bereitet. Eine ähnliche Erfahrung mache ich derzeit mit dem ANALOG RYTM.

    Die Bedienung ist anders, aber wenn Du einmal ein bisschen reinkommst, ist sie im Prinzip gut gelöst. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich mich irgendwo in der Mitte befinde, weil manche Dinge, die ich unbedingt beherrschen möchte, weiss ich noch nicht, dafür kann ich schon einiges umsetzen. Aber ich sehe es ausschließlich positiv, denn mir gefällt, dass ich mich hinsetzen und richtig damit beschäftigen muss. Das habe ich schon früher beim Schreiben der Testberichte beobachtet und als sehr positiv erfahren. Hinzu kommt, dass durch die Andersartigkeit, der ANALOG RYTM einen Einfluss auf meine Vorgehensweise hat. Genau das war ein Wunsch an die AR.

    Ja, unsere Erfahrung mit Elektron auf der FMM war grenzwertig. Manfred (Kaindel), ein Freund von Alex und mir, hat mich bei seinem Wien Besuch letztes Jahr das erste Mal neugierig gemacht. In den letzten Wochen hat es sich dann zufälligerweise so entwickelt.

    Ja, neue Soundschnipsel kommen hoffentlich bald. Mit etwas Glück und vor allem Zeit vielleicht dann nicht nur vom AR. 😉

    Liebe Grüsse,
    Peter

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    Peter M Mahr

    Dein Wunsch war mir Befehl :), findest Du hier im Addendum.

    Reply
Jan

Hallo Peter, hallo Oli!
Mir ging es mit dem Rytm ähnlich. Seit über 20 Jahren spiele / erforsche ich Synthesizer und Co. Bei dieser nordischen Kiste habe ich nach 20 Min. die weiße Fahne gehisst. Selbsterklärend geht anders! Den Klang und die „verborgenen“ Möglichkeiten finde ich hingegen super.

Übrigens: Besten Dank für diese Seite, macht Spass zu stöbern.

P.S. Welcher der beiden Soundbeispiele ist dem RED3, XPRESSOR zuzuordnen?

Ich fände eine Mischung beider Resultate am Interessantesten. Der dunkle Charakter und das geringe Rauschen des 1. Beispiels gepaart mit dem Punch und der Klarheit des 2.(leider etwas zu hohes Rauschen im Ausklang).

Bester Gruß
Jan

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Jan,

    Was die beiden Files betrifft, ich musste jetzt selbst nachsehen. Soviel zum Thema „klarer Favorit“ :-)).

    Mit dem Rauschen hast Du Recht und das hat mich erahnen lassen welcher Compressor für welches File zum Einsatz kam. Audiofile #1 ist der elysia Xpressor, Audiofile #2 ist der RED3. Übrigens perfekt von Dir beschrieben. Die Mischung, bzw. die serielle Bearbeitung bietet sich an, vermutlich wird es aber klanglich dann nicht die, in Bezug auf die Eigenschaften, Mischung der beiden. Vermutlich müsste ich den Mix erst durch den elysia schicken und dann in den RED3.

    Freut mich, dass Dir die Seite gefällt. Es könnte sein, dass sich hier direkt oder indirekt noch etwas „tun“ könnte…. ich weiss, etwas viel Konjunktiv (für Nicht-Wiener).

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply

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