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Dave Smith Instruments – Prophet 12 Erster Eindruck

9. Oktober 2013 - Taste
Dave Smith Instruments – Prophet 12  Erster Eindruck

Es gibt in der Synthesizergeschichte nicht viele Namen, die guten Gewissens in einem Atemzug mit Robert Moog genannt werden können. Dave Smith ist mit Bestimmtheit einer davon. Alleine sein Beitrag zur Entwicklung der MIDI Schnittstelle, für die er gemeinsam mit Ikutaro Kakehashi den Technik Grammy erhalten hat, hat unser aller (Musiker)Leben maßgeblich verändert. Einen ähnlichen Meilenstein hat er mit der Entwicklung des Prophet 5 gemeinsam mit John Bowen gesetzt. Seit Beginn dieses Jahres hat Dave und sein Team nun einen neuen polyphonen Synthesizer auf den Markt gebracht um den es in meinem Erfahrungsbericht gehen soll, den Dave Smith Instruments Prophet 12.

Was gleich einmal auffällt, auch wenn der Prophet 12 in Bezug auf seine Maße (97.5 x 32.5 x 10.5cm) klein erscheint, so bringt er doch fast 12kg auf die Waage. Analog, zumindest teilweise analog, ist eben schwerer als rein digital. Warum tlw. analog? Die Filter und die Verstärkersektion sind analog, die Wellenformen werden hingegen digital erzeugt. Letzteres hat natürlich zu Diskussionen geführt, ob er denn … und überhaupt … na weil ja doch digital [schnarch]. Dem kann die Synthesizergeschichte doch das eine oder andere wohlklingende, um nicht zu sagen in manchen Fällen „legendäre“ Beispiel liefern. Die PPG Waves seien an dieser Stelle stellvertretend genannt, aber natürlich auch die frühen Sampler aus dem Hause Emu. Abgesehen davon muss es nicht immer rein analog sein, was es im Übrigen auch seltener ist als man meinen möchte.

Das Design ist aus meiner Sicht als sehr gelungen zu bezeichnen. In rot schwarz gehalten, mit edel anmutenden Holzseitenteilen, ein übersichtlicher und gut strukturierter Aufbau, keine wackeligen Drehregler, ein gut lesbares Display, sowie Wheels, die mich an den Moog Little Phatty Redback erinnern. Vor allem der direkte Zugriff auf eine Vielzahl bekannter und neuer Parameter laden zum Klang gestalten ein. Stellfläche benötigt er, wie schon erwähnt, keine grosse. Gäbe es an dieser Stelle Punkte zu verteilen, dann würde der Prophet 12 die volle Punktezahl erhalten. Vor allem, wenn man den Preis berücksichtigt, denn der liegt derzeit bei € 2.690.- [Quelle klangfarbe.at].

Vielleicht noch ein paar Worte zum Thema Produktion – Dave Smith lässt seit geraumer Zeit seine Instrumente wieder in den USA fertigen und das macht sich positiv bemerkbar. Früher wurde – aus unserer, zentraleuropäischen Sicht – „etwas“ weiter östlich produziert. Was den berechtigten Unmut so mancher Anwender hervorrief. Doch schon beim Mopho Keyboard zeigte der Weg in eine andere Richtung und diese Entscheidung halte ich für eine äußerst begrüßenswerte. Unerwähnt sollte an dieser Stelle natürlich auch nicht bleiben, dass schon zu SCIs Zeiten z.B. der Pro-One, zwar klanglich topp, aber in Bezug auf Verarbeitungsqualität eher suboptimal war. Wobei das kein Einzelfall war. Schade, denn die klanglichen Qualitäten des Pro-One stehen vermutlich bei vielen Anwendern ausser Frage.

Es folgt ein Live-Mitschnitt der ersten 15min mit dem Prophet 12. D.h. Sie werden Ohrenzeuge von „clips“, da der Prophet ein ziemlich dynamisches Kerlchen ist, von Parametersprüngen, weil ich zwischendurch diverse Parameter verändert sehen wollte um deren Auswirkung zu hören. So interessierte mich z.B. das Verhalten der EGs. Wie klingt das Filter? Wie verhält sich der Prophet bei ausklingenden Noten? Wann schneidet er Noten ab (in diesem Fall hören Sie bitte das letzte Beispiel ab etwa 12min). Was passiert in den hohen, was in den tiefen Lagen?

Selbstredend habe ich die Wheels und die beiden aus der Tempest bekannten Controller malträtiert. Um all das optimal zu dokumentieren, hätte es einer Videoaufnahme bedurft. Tut mir leid, dazu hatte ich weder Zeit, Lust und Laune. Vielleicht noch abschließend zur Erklärung, da ich die Klänge zuvor noch nicht gehört hatte, habe ich irgendwelche Zahlen bis 20 eingegeben und mich überraschen lassen. Nicht immer lässt die Klangbezeichnung ihren optimalen Verwendungszweck erahnen….  aber hören Sie selbst:

Hier noch ein zweites Demo, in dem der Sub Oszillator und die „Drive“ Funktion zum Einsatz kamen. Im zweiten Klangbeispiel wurde reichlich von Filter CutOff und Resonance Gebrauch gemacht.

Und hier noch ein weiteres aktuelles File mit einigen Klangbeispielen:

 

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