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Die Geschichte meiner Linn LM-1

25. Oktober 2014 - Musik
Die Geschichte meiner Linn LM-1

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan von Roger Linns Drum-Computern bin. Deshalb fällt es mir gerade auch alles andere als leicht mich von meiner AKAI MPC-3000 zu trennen. Zudem kommt hinzu, dass ich wohl nie wieder ein Exemplar in einem auch nur annähernd vergleichbaren Zustand bekommen werde. Aber ab und zu ist es eben notwendig sich von Dingen zu trennen.*

Dieser Umstand und ein Posting auf amazona.de zu einem Testbericht meines Freundes Peter Grandl hat mich daran erinnert wie alles begann.

„Es war in Wien, war Vienna“, ein Inserat im damaligen „bazar“ führte über verschiedene Stationen in Wien eine Linn LM-1 letztendlich in meinen Besitz. Jahre später, als ich dann nach langem Warten und hartem Sparen die MPC-3000 erstehen konnte, begann die LM-1 mir Probleme zu bereiten (ich vermute die Speicherbatterie). Der Moment war günstig und der Klang der 3000er hervorragend, sodass die LM-1 als Geschenk an Gert Prix und sein Museum ging.

Was bis dahin primär ein Gerücht war, schien sich Wochen später zu bestätigen. Dann, als ich erfuhr, dass genau dieses Exemplar österreichische Popgeschichte geschrieben haben soll. Denn kein Geringerer als Robert Ponger war angeblich Erstbesitzer und hat damit, mehr oder weniger, die gesamte erste Soloplatte von Falco (“Einzelhaft”) mit den unverkennbaren Drumssounds unterlegt. Immer wenn iTunes “Der Komissar” oder “Helden von heute” aus den Tiefen des Speichers holt, höre ich sie heute noch, meine erste Linn.

Was aber wesentlich mehr bedeutet ist der Umstand, dass der Verkäufer von damals heute noch ein enger und sehr guter Freund ist. Ich freue mich, wenn Du wieder nach Wien kommst Manfred!

Liebe Grüße nach Down Under,

Peter

* Vielleicht noch als wichtige Ergänzung – manches Mal ist es auch notwendig sich von Mitmenschen loszulösen. Vor allem dann, wenn sie aus der Nähe betrachtet nicht annähernd dem Bild aus der Ferne gerecht werden.

ADDENDUM 11. November 2014 – Wie ich soeben aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, ist die Linn LM-1 mit der Robert Ponger Falcos „Einzelhaft“ aufgenommen hat, nach wie vor in seinem Besitz. D.h. mein Exemplar wurde nicht verwendet und hat offenbar eine andere Vorgeschichte. Das Gerücht war somit in der Tat ein solches. Was aber nichts an ihrem hervorragenden Klang ändert. Mein Dank für diese Korrektur geht Wavemeister.

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7 thoughts on “Die Geschichte meiner Linn LM-1

Heiko

Ich finde das interessant, wenn an Instrumenten solche Geschichte dran hängen.
Aber noch interessanter ist doch die Tatsache, dass man aus diesen Instrumenten alles „rausgequetscht“ hat was ging, statt sich einfach das neuste Update aus dem Internet zu ziehen.

Reply
    petermmahr

    Hallo Heiko,

    Da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Einschalten, loslegen und Spaß haben. Fertig.

    Was aber noch dazu kommt ist, dass das Ding derart solide gelaufen ist, dass es zum ersten Mal nach ich glaube 20 Jahren (!!) Probleme bereitet hat. Ich habe Gert Prix nie gefragt, aber ich vermute es lag an der Speicherbatterie. Denn die Sounds konnte man alle noch ansteuern und auch „pitchen“, aber die Pattern waren alle weg.

    Wenn Du einmal die Sounds intus hast, fällt Dir erst auf auf wie vielen Platten die LM-1 und die spätere LinnDrum eingesetzt wurden. Selbst Michael Jackson hat sie eingesetzt… irgendeine seiner Nummern, ich glaube „wanna be startin something“ fängt sogar mit der Bass Drum an. Prince hat die rauf unter runter verwendet, dabei aber gerne auch mal die Snare runter gestimmt. Das klingt ganz eigenartig aber sehr lässig. Ähnliches gilt für den Clap. Vor allem in den 80ern behaupte ich einmal sind 20% der damaligen hits nicht ohne ausgekommen. Zumindest einer der Sounds, ob BassDrum oder Snare.

    Reply
Daniel François Gérard

Hi Peter,

als ich die LM-1 vor rund 10 Jahren im Museum einschaltet war sie mausetod. Scheinbar wurde sie nach Deiner Spende nicht mehr benützt. Ich entsinne, es Dir danach erzählt zu haben. Ob Sie mittlerweile wieder instand gesetzt ist, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.

lG
Gérard

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petermmahr

Lieber Gérard,

Sieh mir bitte die Vergesslichkeit nach. Diese dürfte sich wohl direkt proportional zu der Anzahl der Lebensjahre entwickeln.

Was die LM-1 betrifft. Meine Vermutung war die Batterie, aber da hätte vielleicht jemand wie Alexander Guelfenburg einmal reinsehen müssen. Alex kannte ich damals aber leider noch nicht, denn sonst hätte ich mir das gute Stück wohl doch behalten. Die Bassdrum ist nach wie vor ein „Klassiker“, ebenso wie der Clap und die Snare. Letztere vor allem dann, wenn man sie pikt.

Liebe Grüße,
Peter

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Daniel François Gérard

Hi Peter,

mich würde interessieren, ob mein Profil erscheint, wenn ich fb als Website angegebe: Bei der Gelegenheit erwähne ich zgl., im Jahre Schnee eine exorbitante LM1Smaple CD erworben zu haben. Der Mann samplete jeden Sound mit mindestens 17 Tunings, da die Linn bekanntlich interpoliert, was ein explizit schlechteres Klangbild ergeben würde, wenn nachträglich im Sampler gepitched würde. Ich guck´ `mal, ob das Profil erscheint. Die (Dir privat gesandte) Collage ist jedoch neueren Datums als dieses Foto, selbst wenn die Stoppeln hier weiß & auf der Collage braun sind, was schlicht auf das Produkt „Refecto Cil“ zurückzuführen ist :-))

lG
Gérard

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Daniel François Gérard

Hi Peter,

an sich wollte ich meinem Blog-Kommentar bloß ein Profibild spenden, was leider nicht geklappt hat. Wie stelle ich es rein? Dem Anliegen könnte ich jedoch etwas zum angesprochenen Thema fette Vintage-Drummachines anfügen. Mein geliebter D32XD Recorder v. KORG hat ab Werk bloß 8 Eingänge, dafür 8 analoge Kompressoren. Bei der Input-Verdopplung handelte es sich tatsächlich mit um das weltweit rarste item & war selbst unter intensivster Recherge auf dem Planeten jahrelang nicht aufzutreiben. Erst 2015, seit jemand in Los Angeles einen aufgemotzten Rekorder zerlegt und ausschlachtet, ist es (mir) erstmals geglückt (fast) zum stolzen Gebrauchtpreis des D32XD das Analog Input, wie das Analog Compressor Board getrennt zu erwerben; essentieller als die meisten der 70+ Instrumente. Zurück zum Thema: Eingänge wie Compressoren mussten einzeln gecheckt werden, wozu eine dünn wie Papier klingende YAMAHA RX8 (1989) heranzogen wurde. (Als Linn-Aficionado wurden v. mir bereits 2004 cheesy RX-8-Sounds zumindest auf Initial-Pitch der LM1 getuned.) Dass dies allein zwecklos ist, ist klar. (Damals besaß ich noch keinen D32XD!) Jüngst beim Erlernen des Wechselspiels analoger Kompressoren, wertiger digitaler EQs wie digitaler Kompression, lief die RX8 erstmals zu einer Höchstform auf, die u. U. selbst einer alten Linn, Sequential, Oberheim… die Schamesröte ins Gesicht treibt. Frage nicht, was passiert, wenn ähnliches Treatment den Legenden (gemäßigt) angedeiht würde; doch war es zumindest eine Offenbarung zu sehen wozu ein D32XD überhaupt in der Lage ist.

lG
Gérard

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