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Große Projekte und große Herausforderungen 3. Teil – Twice

30. Juli 2014 - Allgemein
Große Projekte und große Herausforderungen 3. Teil – Twice

Wer hat nicht selbst schon einmal daran gedacht einen Film zu drehen? Gemeint ist hier natürlich nicht ein Film, dessen Zielgruppe mit „ab 18 Jahren“ definiert ist und ebenso wenig Omas 80er Feier, sondern ein sich an TV- bis hin zu Kino-Produktionen orientierendes, privat auf die Beine gestelltes Projekt. Mit eigener Story, einem Drehbuch und all den anderen Ingredienzien, die notwendig sind um aus einer Idee einen Film werden zu lassen.

Vermutlich ist die Zahl derer, die diesen Wunsch auch in die Tat umsetzen konnten, ziemlich überschaubar. Einer dem es hingegen gelungen ist, ist Ernst Hefter, ehemals Schlagzeuger der österreichischen Band Ganymed. Nach seiner Zeit als Profimusiker widmete er sich zunächst der Fotografie und Apple Computern, um später in das eiskalte Wasser des Filmens zu springen. Diesen Sprung hat er vermutlich in so manchem Moment bereut, aber keiner davon konnte ihn davon abhalten seinen Film „Twice“ fertigzustellen und nach fast drei Jahren – in jeglicher Hinsicht – intensiver Arbeit, am 5. Oktober 2001 dem Premierenpublikum vorzuführen und den verdienten Applaus entgegenzunehmen.

Hierzulande fragt man sich gerne nach der Leistung und das nicht immer ohne ungewollte Zuhörer, aber das ist eine andere Geschichte.  Zumeist lässt sich auch eine plausible Antwort auf diese Frage finden. Zumeist? Nun, von Leistung mag ich selbst nicht sprechen, schon viel mehr von meinem Beitrag zu „Twice“. Der Bestand neben einer Vielzahl verzichtbarer Ideen, aus der Beisteuerung der Musik, die über weite Strecken gemeinsam mit Otto Reiter entstand. Bevor wir aber zu einigen Beispieltracks kommen hier die Handlung von „Twice“ [zu finden auf  film.at]:

Der Computerspezialist Peter Khan wird von immer stärker werdenden Alpträumen geplagt. Khans Bezug zu seiner heilen Welt wird scheinbar durch fehlenden Schlaf mehr und mehr beeinflusst. Die Beziehung zur Frau seines Chefs Hartmann gerät ebenfalls ins Wanken. Als dann auch noch sein Freund Erwin Grollnig nach einem Besuch ermordet in der Tiefgarage gefunden wird, erregt dies die Aufmerksamkeit der Hauptkommissarin Anna Fried.

Khan gelingt es immer weniger, zwischen Realität und Wahnvorstellungen zu unterscheiden, und so beginnen die Dinge zu eskalieren. Die wenigen Spuren scheinen immer auf brutale Weise zu enden, gleichzeitig nimmt die Zahl der Leichen zu. Da die Opfer in immer engerem Bezug zu Peter Khan stehen, kommt es unweigerlich zum Showdown zwischen Anna Fried und Peter Khan.

Doch die Sache verläuft anders als geplant.

Dieser Schlusssatz birgt über „Twice“ hinausgehend wohl auch viel Wahrheit in sich.

Alle Akteure waren Laien und sich dieser Tatsache stets bewusst. Ungeachtet dessen war für mich, der ich bei vielen Drehs dabei sein durfte, das eine oder andere schauspielerische Talent zu beobachten. Beeindruckt hat mich aber stets das Engagement, das sich exemplarisch anhand der Pathologieszene zeigen lässt. Diese wurde nämlich nicht irgendwo gedreht, sondern in der Pathologie des Wiener AKHs, einem der größten Spitäler Zentraleuropas. Damit aber nicht genug, wurde die Rolle des Pathologen auch mit einem solchen besetzt. Die „Location“ konnte somit authentischer nicht sein und Twice war zumindest in dieser Hinsicht durchaus auf Augenhöhe mit professionellen Produktionen, die auf ein mindestens 100 bis 1000 fach höheres Budget zurückgreifen konnten (österreichischer Maßstab, international kommt mindestens noch eine 10er Potenz dazu). All das war primär dem Engagement der „Kerntruppe“ zu verdanken, die sich aus der Herrenrunde und Monika Hefter zusammensetzte.

Nach den Drehs, die vorwiegend an Wochenenden stattfanden, wurde das Material gesichtet, überarbeitet, geschnitten und ein kleines Movie vorbereitet.  Dieses wurde mir dann zumeist auf einer CD-ROM zur Verfügung gestellt und in Digital Performer importiert, wo Otto und meine Wenigkeit versuchten die Musik dazu zu gestalten. Was sich hier in einem Satz einfach und kurz liest, war tatsächlich komplex und oftmals mit wesentlich mehr Aufwand verbunden als man sich heute vielleicht vorstellen kann.

Zuletzt noch ein paar Worte zur Premierenfeier. Als es darum ging Sponsoren zu finden, wurden mehrere österreichische Firmen kontaktiert und um ihre Unterstützung gebeten. So kontaktierten wir z.B. Vöslauer, Römerquelle und Red Bull mit der Bitte uns mit Getränken zu unterstützen. Seit diesem Tag hat Red Bull ein Stein im Brett bei mir. Wo andere es noch nicht einmal der Mühe wert fanden zu antworten, oder unerreichbar waren, stellte Red Bull uns folgende drei Fragen „Wann?  Wo?  Wie viele?“. Nachdem wir diese beantworteten, traf die gewünschte Anzahl zeitgerecht am richtigen Ort ein. So mancher mag von Red Bull halten was er will, mir sind sie seit diesem Tag außerordentlich positiv in Erinnerung.

Nun aber zu den Audiotracks:

https://soundcloud.com/petermmahr/cyto-genetics

Mein spezieller Dank ergeht an Ernst, dafür, dass ich die Musik zu seinem Film beisteuern durfte (meinen ewigen Respekt für die Umsetzung Deines Traumes hast Du sowieso!), an Otto, für die sehr gute und oftmals außerordentlich amüsante Zusammenarbeit, an Michael Stiedl für die vielen „Kleinigkeiten“ mit denen er mich bis heute immer wieder unterstützt und der Erlaubnis seinen Posterentwurf für meine Webseite entfremden zu dürfen. Und natürlich an die Herrenrunde, ein Quartett, das gemeinsam Kraft an unvergesslichen Audioabenden getankt hat. Neben den schon erwähnten (Ernst und Otto), zählte auch der Hauptdarsteller Peter Kubelka dazu. Last but not least auch an die Kommissarin Anna Fried, aka Monika Hefter, die ein weiterer treibender Motor des Projekts war. Respekt allen, die in ihrer oft spärlichen Freizeit, ohne eine Sekunde zu zögern, mitwirkten.

To be continued …..


Erstveröffentlichung 27.09.2013

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