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Infiziert – Behringer
DeepMind 12

1. August 2016 - Studio
Infiziert – Behringer <br /> DeepMind 12

Derzeit ist er ja nahezu in aller Munde, Uli Behringers Analogsynthesizer DeepMind 12. Die Keyboardversion wusste mich bis dato – ausschließlich – äußerlich nicht so recht zu fesseln. Mit den ersten von Uli Behringer veröffentlichten Designentwürfen einer Rackversion, hat sich aber nun eine andere Tür geöffnet.

Klanglich kann ich den Neuen noch nicht beurteilen, wenngleich einige gute Beispiele in den Teasern zu hören waren, so empfand ich andere Klangbeispiele nicht sonderlich aussagekräftig. Um mir hier ein Urteil zu erlauben, möchte ich erst selbst Hand anlegen und keine vorschnellen Schlüsse ziehen.

Bevor es hier weitergeht, will ich auf entsprechende Beiträge bei gearslutz, matrixsynth und Amazona.de hinweisen. Amazona hat die Entwicklungsgeschichte über einen längeren Zeitraum mitverfolgt, darüber berichtet und in den vergangenen Tagen mehrere – für den einen oder anderen vielleicht sogar schon zu viele – Beiträge zum neuen Behringer Analog Synthesizer veröffentlicht.

Das mag jeder sehen wie er will, eine kritische Distanz sollte aus meiner Sicht gewahrt bleiben und auch möglich sein. Auf der anderen Seite ist aber klar, dass ein Gratis-Onlinemagazin von einem lebt, von den Besuchern und somit den Clickzahlen. Es wäre aber nicht der deutschsprachige Raum, würde man nicht alles besonders kritisch betrachten. Wie meinte ein sehr geschätzter, deutscher Kollege zwinkernd vor einigen Jahren bei einem Meeting „If we do not critisize, then it is already praise“.

Behringer DeepMind 12 Title

Nun, als ideale Verkörperung des deutschsprachigen Raums, springe ich sogleich auf diesen Zug auf und beginne… Sie erahnen es, mit Kritik.

Allerdings möchte ich dies nicht tun, ohne zuvor die Gewichtung klar gestellt zu haben, denn eines muss ich immer wieder betonen, vor Uli Behringer, der Umsetzung seines Traums und vor allem dem MIDAS Team ziehe ich meinen Hut. Hier ist aus meiner Sicht Respekt angebracht. Ohne wenn und aber.

Was missfällt mir? Es sind Kleinigkeiten. Ein Reglerset für drei Envelope Generatoren ist für einen polyphonen Synthesizer nicht optimal. Die Erfolgsgeschichte der neuen Analogen, und somit deren Renaissance ist nebst einiger anderer Faktoren, bestimmt auch auf den direkten Zugriff auf möglichst viele Parameter zurückzuführen. Keine Frage, das von Behringer vermutlich angepeilte Preissegment wird hier nicht viel Raum gelassen haben. Es ist aber einmal davon auszugehen, dass die Kombination aus Kontrolle über das Display und gleichzeitige Verwendung der ADSR Regler, hier eine gute Schnittstelle bilden. Je ein ADSR Set für Filter und VCA wären dennoch eine feine Sache gewesen.

DM12R_Left

Mein zweiter Kritikpunkt bezieht sich auf das Design der Keyboardversion. Dieses erscheint mir als ein Sammelsurium verschiedener Ideen und wirkt unruhig, oder anders formuliert nicht einladend. Nun mag man dem entgegnen, dass sich das in natura ganz anders darstellen kann und diesem Argument kann ich mich nicht entziehen.

Mit dem Aufkommen der ersten Designentwürfe der Rackversion sind beide Kritikpunkte mit einem Schlag obsolet. Alles, oder fast alles – darauf werde ich gleich zu sprechen kommen – scheint am richtigen Platz und in optimaler Nähe zueinander. Das Display liegt zentral und die ADSR Regler sind stets im Blickfeld. Einzig das HPF und den VCA würde ich umgekehrt platzieren, vermute aber, dass es einen Grund für die gezeigte Anordnung der beiden Schieberegler gibt. Generell wirkt aber alles aufgeräumt und deutlich ruhiger. Hier gibt es nur mehr einen „deal breaker“ und der wäre ein schlechter Grundklang. Das halte ich derzeit für unwahrscheinlich, weshalb ich begonnen habe hier schon eimal etwas Platz zu schaffen.

Die 1 1/2 Oszillatoren erachte ich als alles andere als einen Nachteil. Die beiden erfolgreichen Junos (Juno-60 und Juno-106), die offenbar als Vorlage dienten, kamen beide mit nur einem Oszillator aus. Wie gut die beiden klingen ist auf vielen Tonträgern zu hören. Da sind mir 12 Stimmen allemal wichtiger um z.B. lange ausklingende Sounds nicht abzuschneiden.

DM12_Left-Ears

Keyboard vs. Modul? Prinzipiell tendiere ich zur Keyboardversion, zur autarken Lösung. Nicht selten habe ich keine keine Lust alles anwerfen zu müssen um kurz ein wenig zu spielen, oder Sounds zu erstellen.  Zudem hat mir der analog KEYS eines gezeigt, dass es eine feine Sache sein kann, ihn mir zu schnappen, unter den Arm zu klemmen und dort zu spielen wo eine Stromversorgung in Reichweite ist. Raus aus dem Studio!

Dem stehen mehrere Tastaturen, unterschiedlicher Grösse und Qualität gegenüber, die zur Ansteuerung des Behringer Moduls dienen können. Für eine weitere Tastatur wäre hier derzeit kein Platz. Überfüllte und unübersichtliche Bedienflächen sind zumindest für mich „Abturner“. Die Oberfläche der DeepMind12 Modulversion geht hier in die richtige Richtung, sie wirkt aufgeräumt und einladend. Nachtigall, ick hör dir trapsen….

DM12m_Rear

ADDENDUM 6. August 2016:
Man mag zum DeepMind 12 und der Behringer Marketing Maschinerie stehen wie man will, aber sich so wie Uli Behringer den teils unqualifizierten Postings sachlich bleibend zu stellen, ringt mir Respekt ab. Wer es übrigens noch nicht gelesen hat, es gibt ein Statement bzgl. Preisgestaltung auf gearslutz in dem erklärt wird warum sich die Ankündigung des Verkaufspreises hinauszögert.

All photos © Behringer

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32 thoughts on “Infiziert – Behringer
DeepMind 12

Rüdiger

Tolle Einschätzung, Peter. Ich denke, bei aller Kritik zum Design, er wird sicher gut klingen. Das Pad im letzten Teaser 5 hat mich überzeugt. Es zeichnet sich durch eine enorme Klangdichte und Lebendigkeit aus. Ich hatte dieses pad gestern sowohl mit dem P6 als auch OB-6 nachgespielt und habe feststellen müssen, dass der Deepmind besser klingt (soweit man das über die mp3 Qualität beurteilen kann). Ich vermute, es ist das Roland Filter Design, was im Amazona Video bestätigt wurde, gepaart mit 12 Stimmen und erstklassigen Effekten von TC. Ich denke fast, dass dieser Synth mein Trostpflaster für meinen just verkauften Juno-60 wird.

Reply
    Peter M Mahr

    Ich vermute Du meinst das mit der leichten Distortion. Ja, das trifft auch meinen Geschmack. Im P12 hatte ich lange Zeit ein ähnliches, aber eben nur ähnlich. Denn wie Du schreibst, die Filter dürften da eine wesentliche Rolle spielen ebenso wie die Effekte. Habe es mir über die Lautsprecher im Studio angehört und mp3 wird es ja wohl kaum besser gemacht haben. :-))

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
      Rüdiger

      Ja, genau das meinte ich. Das Pad ist in dem Demo verzerrt. Ich finde, dass behringer eine Marktlücke bedient. Bislang fehlt ein moderner Polysynthesizer mit Roland Anleihen. Roland hat selber zulange gezögert und hat den Markt nicht konsequent bedient. Jd-xa und plug outs sind nett gemeinte Versuche, nur nicht das was die Leute aktuell wollen. Behringer wird es wohl schaffen, dank seiner starken Produktionsmöglichkeiten, diesen Markt massentauglich zu bedienen. Dass es hinterher nicht so edel ist, wie dsi, ist wohl gewollt, um einen Preis auszurufen, der für jeden die analoge Welt erschwinglich macht. Bin sehr gespannt auf die ersten Demos.

      Reply
        Peter M Mahr

        Guter Punkt. Roland hat hier definitiv verschlafen. Der JD-XA ist zwar besser als sein Ruf, der grosse Wurf ist er aber nicht. Für einen Testballon ist der zeitliche Abstand aus meiner Sicht auch mittlerweile recht gross. Die Boutiques sind nicht schlecht, aber bei einem Preis von z.B. € 1.200.- bis 1.300.- für den DeepMind 12 hätte zumindest ich kein Argument, das für einen der drei Modelle spricht. Interessant wird es auch für Korg, denn so schnell wie sie da waren, so schnell können sie auch wieder weg vom Fenster sein.

        Einen wie hier von mir willkürlich angenommenen DM12 VK würde wohl auch DSI zu spüren bekommen. Das zu leugnen halte ich für fahrlässig, deswegen aber DSI abzuschreiben, so wie das gerne schon in einigen Kommentaren getan wird – ohne den DM12 selbst gespielt zu haben – halte ich für einen Fehler. Dave ist ein alter Fuchs und man darf gespannt sein was sich DSI für die NAMM 2017 vorgenommen hat. Seit dem Prophet-12 haben sie vieles richtig gemacht. Ausserdem muss ich gestehen, dass ich zwar nicht immer glücklich mit DSI bin, aber sie doch sehr schätze.

        Gespannt bin ich da vor allem auch bei den Monophonen. Moog hat es mit dem Model D bestimmt etwas einfacher als Arturia. Ich höre schon die Belehrung der Experten, „Das sind doch zwei völlig andere Paar Schuhe“. Ja, das schaffe ich gerade noch zu erkennen. Aber die Realität ist halt leider oft eine ganze andere, nämlich die „ich habe maximal € 2.000.- und mir die mühsam erspart“.

        Als Internetnutzer bin ich auch gespannt darauf, welche Wege eingeschlagen werden. Soll heissen, welche Plattformen werden hinkünftig von welchen Herstellern verstärkt genutzt und unterstützt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Entwicklungen auch andere Kreise ziehen werden.

        Reply
          Peter M Mahr

          Addendum zu folgender Passage „Die Boutiques sind nicht schlecht, aber bei einem Preis von z.B. € 1.200.- bis 1.300.- für den DeepMind 12 hätte zumindest ich kein Argument, das für einen der drei Modelle spricht.

          Nach unserer Diskussion habe ich etwas recherchiert und einige Beispiele für den JP-08 gefunden, die wie ich finde nun wirklich gut klingen (z.B. das Yahoo Sound-Set Demo). Gerade eben bin ich auch über ein Juno Boutique Pad Demo gestolpert, das auch alles andere als schlecht war. Allerdings spricht mich da doch mehr das DeepMind 12 Pad aus einem der Teaser an.

          Reply
Johannes

Lieber Peter,

Dave und die Namm 2017, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Vielleicht endlich wieder eine Version von XY mit 61 Tasten?

Deine Meinung zum Behringer-Design teile ich in jeder Hinsicht.

Liebe Grüße
Johannes

Reply
    Peter M Mahr

    Lieber Johannes,

    Ja, mal sehen was DSI rausbringen wird. In einem der vielen Interviews hat Dave ja eine Andeutung gemacht, lange vor dem Behringer Hype.

    ad Design – Wenn ich Uli Behringer wäre, würde ich auf Facebook einen Wettbewerb starten und den Designernachwuchs einladen. Mit Vorgaben und dann die Siegerin / den Sieger, bzw. vielleicht sogar die besten drei einladen. Die könnten dann vor dem Release drafts abgeben und die User voten welches Design ihnen am besten gefällt.

    Uli Behringer will gemäss Peter Grandl auf Amazona.de die User ja mehr involvieren und das wäre doch ein recht neuer Zugang, der diesem Gedanken definitiv Rechnung tragen würde. Etwas ähnliches habe ich übrigens auch auf Amazona vorgeschlagen, möchte aber in diesem Kontext „Nachwuchs“ betonen. Damit bin ich raus. 😉

    Ich würde mich über ein gut klingendes und – mindestens genauso wichtig – inspirierendes Instrument freuen. Gerne analog, gerne „neu“ im Sinne von ohne geschichtsträchtige Vorlage. Den letzten Teil dürfte der DeepMind 12, so mein erster Eindruck anhand der wenigen Fakten, durchaus anpeilen. Interne Effekte sind jetzt nicht neu, aber in der TC Qualität zumindest „gediegen“ und wenn man die noch besser in den Klang und dessen Verlauf integrieren kann, im Sinne einer Steuerung, dann ist das eine Neuerung.

    Meine Hoffnung ist, dass Behringer nicht auch noch anfängt sich an die alten Geräte zu hängen. Eben habe ich gelesen dass Peter Grandl Mario Maggi vorgeschlagen hat, Stichwort Synthex II. Klar, ich müsste den nicht kaufen, aber ich finde die Forderung nach den alten Geräten in neuen Kleidern zum „Kik“ Preis mit anschliessendem Genöle, dass es nun doch nicht so klingt wie im Original, Steinzeit.

    Zurück zum Modul, das sieht von der Anordnung her gut aus. Da kann ich mir jetzt schon vorstellen damit zu arbeiten, auch wenn es rein äusserlich nicht das widerspiegelt was es sein soll – neu. Interessant finde ich übrigens, dass es offenbar gar nicht wenige Kolleginnen und Kollegen gibt, die ähnlicher Meinung hinsichtlich des Designs sind, sich aber öffentlich zurückhalten. Kein Wunder, wenn ich mir so manchen Kommentar durchlese. Einen fand ich auf Amazona bezeichnend – da wurde mehr Toleranz für das Instrument sowie Team und im gleichen Atemzug ein „haltet die Klappe“ an die „Kritiker“ eingefordert. 🙂

    Ich finde, dass es viele Möglichkeiten für Uli Behringer gibt um frischen Wind reinzubringen. Wie auch immer…. Mal sehen wie sich die Dinge entwickeln. In der Zwischenzeit setze ich mich jetzt einmal an mein Rhodes und später vielleicht noch ans CP1. 🙂

    Liebe Grüsse,
    Peter

    ps: Interessant finde ich übrigens auch, dass z.B. Bonedo kein Wort zum Behringer gepostet hat.

    Reply
      Johannes

      Lieber Peter,

      ich stimme dir in allen(!) Punkten zu. Als ich das Foto vom Modul sah, dachte ich, das ist es! Überhaupt Design, als gäbe es nur Hartmann…
      Die Wettbewerbsidee finde ich hervorragend!
      Ich kann nur hoffen, dass sie aufgegriffen wird.

      Und das Genöle über „klingt nicht wie das Original“ nervt tatsächlich.

      Aber sag mal, die Andeutung von Dave ist an mir vorbeigegangen. Jetzt bin ich neugierig…

      Liebe Grüße
      Johannes

      Reply
        Peter M Mahr

        Lieber Johannes,

        Ich fürchte Uli Behringer sieht hier nicht vorbei. Aber es freut mich, dass Du meiner Idee etwas abgewinnen kannst.

        Wegen der Dave Smith Aussage, ich glaube das war in einem Video von Mike Hiegemann. Mike war hier auch ein paar Mal als ich Links zu seinen Beiträgen gepostet habe. Wenn ich mich jetzt nicht ganz täusche, dann hat Dave dort eine entsprechende Aussage getätigt. Eventuell war es das Interview mit dem langen Intro von Mike. Aber wie geschrieben, ich bin mir nicht ganz sicher, weil damals, um die NAMM bis hin zur FMM und der Superbooth eine Vielzahl an Interviews mit Dave online gegangen sind.

        Liebe Grüsse und schönen Abend,
        Peter

        Reply
Rüdiger

Hallo Peter, hallo Johannes, ich finde eigentlich die Nachahmung von alten Vintage Klassikern gar nicht so schlecht. Aus Sicht der Hersteller wird hier einfach eine Nachfrage bedient. Sind wir doch mal ehrlich: wir sind alle Nostalgiker. Ein Jupiter 8 Nachbau würde niemanden kalt lassen. Wenn das ganze mit neuen Features und auch modernen Sounds gefüttert wird, beschwert sich niemand. Auch Uli hat hier Roland zum Vorbild genommen, weil er da noch eine Lücke gesehen hat. Allerdings gebe ich euch recht, dass das Jammern über die nicht exakt wie das Original klingenden Sounds dumm sind.

Jedenfalls denke ich, dass behringer den Markt sehr gut beobachtet und nicht an den Bedürfnissen der Gemeinde vorbei entwickelt hat.

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Rüdiger,

    Da bin ich mir auch sicher. Behringer wird aber nicht nur den Markt sehr gut beobachten, sondern bestimmt auch die einschlägigen Foren und sozialen Medien verfolgen. Das ist für jemanden der profitabel ist ein Muss. Wenn man sich ansieht wen Behringer in den letzten Jahren aller geschluckt hat, dann muss man Uli Behringer eines ganz sicher zugestehen, nennen wir es einmal „ein gutes Händchen“. Wir drei wissen, dass es mehr als das ist… alleine der Neid und die Missgunst sprechen Bände. Aber zurück zu unserem Thema.

    Am besten ist, wenn für jeden etwas dabei ist und so ist mein Posting auch intendiert. Ich wünsche mir kein „entweder/oder“, sondern ein „und“. Allerdings würde meine Freude über das Antreten von Behringer schnell verpuffen, wenn der Fokus dorthin ausgerichtet wird, wo ihn sich Peter wünscht. Ein Synthex II, ein Prophet 5 MkII, ein Roland Jupiter-8 MkII…. ich weiss nicht. Ich will nicht ausschliessen, dass ich mir gegebenenfalls, bei finanzieller Potenz und vor allem spürbarem Nutzen (= Freude und Inspiration), dann auch einen zulege. So wirklich dran glauben kann ich jedoch nicht. Dazu stehen zu wenige, nämlich keine, alten Instrumente hier. Das Rhodes einmal ausgenommen.

    Letztendlich wissen wir alle noch nicht einmal was der DeepMind 12 bei Auslieferung bereitstellen wird. Die Diskussion der letzten Tage z. B. über die beiden Oszillatoren zeigt das. Die zitserlweise Informationspolitik mag ja so manchem das Sommerloch füllen, ich hätte gerne einmal solide Informationen am besten mit aussagekräftigen Klangbeispielen. Wenn ich mir ansehe wo der DeepMind 12 im deutschsprachigen Raum am meisten gepuscht wird, ich mir den gemeinsamen Nenner vor Augen halte, dann mache ich mir um musikalische Beispiele allerdings sorgen. Aber vielleicht ist es für mich an der Zeit überhaupt nach etwas anderem Ausschau zu halten.

    Schönen Abend,
    Peter

    Reply
AxelRoeb

Bei allem Optimismus, Behringer muß doch erst einmal in Natura abliefern.Mein Vertrauen ist da gebremst, und ich sehe auch keinen Grund die Sache ernst zu nehmen, bevor das Gerät mindestens auf der Namm erscheint und ertastet wurde, im Grunde fehlt sogar der Beweis, dass die Klänge aus dem Boliden stammen!!!

Den Klang jetzt schon über den von DSI zu stellen halte ich für verfrüht, zumal der Ob 6 bis vorgestern noch der Hit war, und morgen mein Ob 6 hier ankommt;-)

Reply
    Peter M Mahr

    Wie Du weisst, bin Ich ja nur mehr selten im Expertinnenforum – manches Mal komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus – aber den Behringer DeepMind 12 Thread habe ich verfolgt.

    Dort gibt es auf Seite 67 von 6Slash9 einen Kommentar, den ich weitestgehend teile. Denn nach wie vor bin ich der Ansicht, dass die polyphonen Analogen nicht nur wegen ihres Klanges, sondern wegen des direkten Zugriffs auf möglichst viele Parameter gesucht bzw. geschätzt werden. Da hilft mir weder, dass das Ding günstig (wohl unter € 1.000.-) noch über iPad bedienbar ist.

    Ich finde auch Deinen letzten – bewusst überspitzten – Satz im ersten Absatz gut. Man würde sich wünschen der Synthesizer würde so gut klingen wie die Marketing Maschinerie läuft. Die letzten Teaser habe ich nur überflogen, oder gar nicht mehr gesehen. Mir geht das auf die Nerven. Wenn ich mir DSI dagegen ansehe, was haben die im Falle des OB-6 gemacht? Ein Portamento Foto, oder? Mir ist schon klar, dass dieser Eintrag, diese Diskussion, dieses Posting genau das tut was das Marketing will. Aber ebenso klar ist für mich auch, dass ich nach weiteren Teasern geneigt bin den guten alten Goethe rauszuholen. Das Zitat, das im selben Werk zu lesen ist wie „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“. Jetzt wo ich das lese, erachte ich es als nicht minder zutreffend.

    Pragmatisch betrachtet werde ich es so machen wie beim Prophet-12. Gefällt mir der DeepMind 12 und lädt er mich zum Sound einstellen und spielen ein, dann wird es die Rackversion, oder bis die erhältlich ist wohl dann eine 5 Oktaven Version mit mehr Reglern.

    Allerdings hoffe ich ja immer noch auf meinen Lieblingshersteller aus Japan. Wer weiss, vielleicht sind ja Rolands Boutique Instrumente nur der Testballon und der von mir so geschätzte Hersteller überwindet sein Jupiter-80 Trauma mit einem neuen Instrument, das in jeder Hinsicht und guten Gewissens in die Rubrik „Synthesizer“ eingeteilt werden kann.

    Heute ist Donnerstag und vermutlich Teaser Tag, wenn ich es den Kommentaren recht entnehme… da treffe ich Freunde und morgen sehe ich im Expertinnenforum nach. Oder auch nicht. 🙂

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
Rüdiger

Ja, ich finde auch, dass der OB-6 sicher nicht so schnell vom Thron gestoßen werden kann. Auch das Marketing war da super. An Weihnachten wurde was Neues angekündigt, auf der NAMM kam dann begleitet von einem super coolen Video aus einer Bar mit Tom und Dave sowie einem fast halbstündigen genialen Soundfeuerwerk von INHALT die Überraschung. Und ich finde meinen OB-6 vom Gesamtpaket her den besten Synthesizer, den ich je besessen habe (und ich hatte schon sehr viele, darunter auch Klassiker). Die „Einschränkung“ Gesamtpaket sage ich deshalb, weil natürlich viele andere Synthies Dinge besser können, aber leider dann auch nur diese. Aber das macht es ja so spannend, dass es immer wieder etwas Spannendes gibt und man irgendwann für sich – wenn auch nur für eine bestimmte Phase – das Richtige findet.

Die Diskussionen in den Foren finde ich auch nervig, weshalb ich sie auch nur noch sporadisch verfolge, zumal mir schlicht die Zeit dazu fehlt. Heute habe ich mich mal etwas begeistert über die Stimmen-Mulitstackfunktion ausgelassen und wurde gleich beleidigt. Das ganze geht auch viel zu emotional zu.

Die Roland Boutique Synthesizer finde ich ja mal nett, um sie auf dem Nachtisch hinzustellen, um ein bisschen rumzudaddeln. Neulich war ich fast versucht, einen JP-08 im Laden anzuspielen. Klar ist es verlockend, einen „Jupiter 8“ für um die EUR 300 zu bekommen. Doch finde ich diese ganze Miniaturisierung, angefangen bei Korg mit den Minitasten, dann weiter mit Yamaha mit der Reface-Serie, Arturia usw. und jetzt Roland, eine für mich fast schon überflüssige Entwicklung. Allein die süße Minioptik, Portabilität und der ordentliche Sound machen es für mich nicht aus. Als jemand mit klassischer Klavierausbildung brauche ich was handfestes und wenn ich schraube, muss ich den Sound regelrecht erfühlen können. Die Boutiques sind leider nur VA-Synthesizer mit nur 4 Stimmen. Da sind die Einschränkungen, dazu die minifader so groß, dass es wohl auch nicht über eine gute Miditastatur interessant wäre.

Aber nun ja, wir sind ja beim DM 12. Ich denke, wenn er wirklich so 70er-lastig oder gar wie die frühen Oberheims klingt, wie es heute jemand auf Gearslutz gepostet hat, dann wäre das ein super interessantes Instrument, trotz der erheblichen haptischen und wohl auch funktionellen Einschränkungen in der Bedienung. Allerdings dreht sich das ganze Spekulieren nur noch im Kreis. Wenn er denn mal da ist, kann man diskutieren. Aber leider wird dann der Hype wieder schnell nachlassen. So wurde auch beim OB-6 nach der NAMM wild geschrieben, und sobald er dann endlich draußen war, nahm das Interesse bei Sequencer jeden Tag mehr ab, obwohl es durchaus interessant gewesen wäre, sich hierüber intensiv auszutauschen.

Liebe Grüße
Rüdiger

Reply
    Johannes

    Im Expertinnenforum wird viel im Vorfeld gehypt, danach verliert man häufig das Interesse wie es scheint.

    Die neuen Alten von Dave ermöglichen mir persönlich die Realisierung älter Träume. Warum sie nur eine 49er Tastatur haben, verstehe ich dennoch nicht. Der OB 6 kommt nächste Woche. Hier steht zudem ein KARP Rev. 1. Warum der Minitasten und Minimalmidi haben muss, bleibt ebenso unerklärlich. Er ist ein Jugentraum gewesen, der weiße.

    Aber das alleine kann es nicht sein, da gebe ich Peter recht. Neue Wege, neue Klänge sind unverzichtbar. Gerne in einem echten Poly mit motivierendem Layout und 61 Tasten.

    Liebe Grüße
    Johannes

    Reply
      Peter M Mahr

      Wie ich eben Rüdiger geantwortet habe, den KARP mochte ich vom Klang wirklich sehr. Da kann mir das ganze Moogzeugs gestohlen bleiben. Aber leider wirkt dem die Spielzeugausführung entgegen. Aber vielleicht kommt Korg noch mit etwas anderem aus dem Hause ARP, dann aber hoffentlich nicht in einer Version für Gullivers Reisen.

      > Gerne in einem echten Poly mit motivierendem Layout und 61 Tasten.

      Da bin ich ganz bei Dir! 🙂

      Liebe Grüsse,
      Peter

      Reply
    Peter M Mahr

    Das Video in der Bar mit Tom und Dave fand ich damals auch sehr lässig. Nette Idee, sehr entspannt umgesetzt. Im Vergleich dazu sind die Teaser für mich zu Beginn zwar eine nette Idee gewesen, aber auf Dauer vermisse ich substanzielle Informationen. Und das geht offenbar nicht nur mir so, sonst gäbe es wohl kaum über 60 Seiten im Expertinnenforum, mit nach wie vor Unklarem. Dort stört mich aber der Umgangston. Dieser Thread hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, da es zu oft nicht um Inhalte, sondern leider um Besserwisserei gepaart mit Überheblichkeit und persönlichen Untergriffen geht. Wenn das dann noch von einem Moderator kommt, na dann Gute Nacht. Da hilft das Auslagern in andere Threads nichts. Dein Beispiel passt da leider dazu.

    Offensichtlich gibt es mehrere denen das missfällt und in meinem Freundes- und Kollegenkreis haben einige ihren Account löschen lassen, oder lesen nur mehr und erwägen das Löschen ihres Accounts. Vor einiger Zeit, kurz nachdem ich meinen Account habe löschen lassen, habe ich mit einem Kollegen überlegt welche Alternative es gibt und wir mussten feststellen keine. Hätte ich die Zeit dazu, dann würde ich mir das ernsthaft überlegen, so kann ich nur ein Mitwirken an einer Alternative zum synthesizerforum anbieten. Jedenfalls gibt es den Bedarf nach einer deutschsprachigen Alternative.

    Was den JP-08 betrifft, klanglich muss ich sagen haben mich die Ergebnisse meiner Recherche ziemlich überrascht. Aber es gibt mehrere „no go“s – da sind einmal die Minitasten. Ich bin zwar kein gelernter Pianist, habe aber über die letzten Jahre doch ein wenig in diese Richtung geschnuppert. Die Minitasten haben mich schon beim Korg ARP gestört. Dann das Bedienfeld und der Umstand, dass es keine MIDI CCs gibt. Wem das eingefallen ist, der muss wirklich sehr auf die Ausgaben geachtet haben. Bei den Ausgängen, sind das Miniklinken? Da bleibt zu hoffen, dass Roland es nun einmal richtig angeht und ein 5 oktaviges Musikinstrument mit einer Vielzahl an Reglern auf den Markt bringt. Mit einem Topp Prozessor, 96kHz/24bit, von mir aus 12- 16 stimmig, multitimbral oder zumindest duotimbral mit der Möglichkeit zwei Enginges auszuwählen und natürlich mit Sequenzer. Dafür verzichte ich gerne auf die Roland internen Effekte. Die Prozessorleistung soll bitte lieber in Richtung Voices fliessen.

    Beim DM12 drehe ich mich im Kreis. So gut ich das Facebook Zitat von einem der schon den DeepMind besitzt finde, wirklich substanzielles war bis dato nicht zu hören und da halte ich es wie Axel, der im Prinzip mit seinem „im Grunde fehlt sogar der Beweis, dass die Klänge aus dem Boliden stammen“ Recht hat. Schön wenn er zwei Songs damit geschrieben und eine Menge neuer Sounds programmiert hat… wenn der DeepMind Ende des Jahres zum Kauf angeboten wird, wird das vergessen sein. Da bin ich auch ganz bei Dir, die Foren folgen offenbar Sinuskurven. Wurde nicht auf gearslutz der Roland JD-XA erst gebasht und wurde das Bild nicht in den letzten Wochen etwas gerade gerückt. Beim Behringer bin ich gespannt wie er am Ende klingt. Wenn es weitere Teaser gibt und das Ding im Dezember erscheint muss ich sagen wird Behringer ohne mich auskommen müssen. Das werden sie natürlich locker wegstecken. Ich habe den Eindruck, ich auch. 🙂

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
Rüdiger

Hallo Peter, wie du vielleicht schon mitbekommen hast, hat Uli Behringer heute seine Preisempfehlung bekannt gegeben. 999,99 US-Dollar – das ist echt eine Ansage. Er erscheint Ende des Jahres 2016. Liebe Grüße Rüdiger

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Rüdiger,

    Danke für die Information.

    Ich habe es vorhin gesehen und auch im COTK M15 Beitrag mit einem virtuellen Augenzwinkern in den Kommentaren schon gepostet.

    Der Preis ist etwas unter meiner Erwartung und damit aber auf Augenhöhe mit dem Bass in Teaser #6. Entweder habe ich, und mittlerweile wohl auch Oliver, etwas auf den Ohren, oder die, die den Sound so gut finden.

    Teaser #6 ist aussagekräftiger als das von uns beiden so geschätzte, verzerrte Pad in einem der früheren Videos. Ich bleibe dabei, der Sound ist schön. Der Bass Sound ist ohne EFX dafür aber über längere Zeit zu hören. Fein finde ich, dass man die Veränderungen durchführt, die stellenweise interessant sind. Leider hat der Grundsound aber etwas das ich gar nicht mag und da trösten mich auch die USD 999 nicht drüber hinweg. Selbst für 50 würde ich ihn mir nicht kaufen, wenn dieses Beispiel repräsentativ ist. Die Ohren lassen sich aber nicht vom niedrigen Preisen beeindrucken. 🙂

    Der Bass wirkt auf mich komprimiert und das ist meine leise Hoffnung, dass ein interner Kompressor werkelt und zu diesem Klang führt. Mal sehen wie weitere Beispiele klingen. Das Demostück selbst ist natürlich gut und der dumpfe Bass passt da auch, aber leider fällt er nach meinem Dafürhalten, extrem ab sowie das Filter aufgeht. Noch mehr enttäuscht war ich aber von den Unisono Sounds. Ich habe überlegt woran mich der Klang erinnert und bin nicht drauf gekommen, solange nicht bis Oli G seinen Kommentar gepostet hat.

    Am Freitag habe ich mir das System-1 angehört und ich muss sagen, wenn Roland das in ein gutes Gehäuse steckt (siehe meine Wunschliste am Ende des Teaser #6 Postings) dann …. aber da wird jeder seine Meinung dazu haben und gut ist.

    Ich war enttäuscht, und das sogar ziemlich stark, da es doch Momente gab in denen der DM12 gut geklungen hat. Aber die entsprechenden Sounds profitieren dann eben von den Effekten. Klar, die sind in den USD 999 inbegriffen und von daher bekommt man richtig etwas fürs Geld. Nur bei Bässen verwende ich zumeist keine Effekte, wenn dann ganz wenig Raum. Aber ich freue mich für jeden der anfängt, oder anders formuliert – was hätte ich dafür gegeben 1980 einen Synthesizer von nur annähernd dieser Qualität in Händen zu haben. …. nur wir schreiben das Jahr 2016 und ich muss aufpassen, dass ich hier nicht manisch depressiv werde :-), eine Talfahrt zwischen Begeisterung und Enttäuschung die nun einmal in der Talstation angekommen ist.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
    Peter M Mahr

    Vielleicht noch ergänzend zur Berg- und Talfahrt :), die Filtersektion klingt in Anbetracht des ausgerufenen Preises gut – https://www.youtube.com/watch?v=H0XjNsfccSU [Danke Oliver für das Zusenden des Links]

    Reply
Rüdiger

Ja, da hast du recht. Gleichwohl kann man ja auf diese ein Minuten Häppchen nicht wirklich viel geben. Diese Informationen in atomisierten Micro Portionen nerven langsam und lassen bei mir mehr und mehr den „Haben-Wollen“-Instinkt abflauen.

Ich wäre echt froh, wenn Herr Nick Batt das Teil mal nach Herz und Nieren testet und sonicstate ein halbstündiges Video postet. Dann kann man sich wirklich mal Ei Urteil bilden.
Liebe Grüße
Rüdiger

Reply
    Peter M Mahr

    Der Basssound ist das erste Beispiel, bei dem man meines Erachtens ein bisschen mehr mitbekommt. Deshalb halte ich es auch für aussagekräftiger als alles davor.

    Ich verstehe, dass man den DM12 im musikalischen Kontext zeigen will, aber dazu könnte man zunächst die Sounds solo verändern und später das Stück starten. Das ist mir dann doch etwas zu viel Beiwerk.

    Von Nick und sonicstate halte ich viel und kann Deinem Wunsch nur zustimmen.

    So und jetzt warten wir auf Teaser #8 „Das Netzteil“.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
Rüdiger

Meine Meinung, dass Behringer mal ein gescheites Video rausbringen, oder dies einem professionellen Tester überlassen sollte, wird durch geleakte Videos von grauenhafter Qualität bestätigt, die Behringer sicher nicht autorisiert hat. Schade um diesen sicher interessanten Produkt Launch.

Reply
    Peter M Mahr

    Wie von Dir ja auch schon erwähnt, ich denke auch dass Nick ein guter Kandidat für einen aussagekräftigen Test ist, oder bonedo. Bei Amazona habe ich mittlerweile so meine Bedenken. Aber letztendlich egal, ich bin fürs Erste einmal aus dieser Nummer raus.

    Reply
Georg

Hallo Peter,

ich melde mich hier einfach mal zu Wort. Klasse Seite und die Ruhe und Qualität der Meldungen gefällt mir und hebt sich in der Tat wohltuend von der „Forenpanik“ ab.

Was Behringer das mit dem DM12 vorstellt, lässt in der Tat aufhorchen, allein, was die 4 first sind, ist noch nicht klar. Man macht doch einiges richtig, so z.B. die variablen Unisono-Modi und das voll variable HPF. Auch wenn es nur paraphon vorhanden ist, so ist es doch in der Modulationsmatix als Ziel enthalten. Sehr gut auch der schaltbare Bass-Boost. Das macht doch einen grossen Unterschied.

Interessant wird es mit dem Pitchverhalten der DCOs. Hier verweise ich auf den starren Klang von Geräten wie Matrix 1000 oder Juno 106, gerade auch bei Unisono. Im anderen Extrem sind dann so Bugs wie beim Parva vor Release V0.50 zu verorten. Du magst Dich erinnern, wie schief das alles klang. Gut, das ist auch gelöst. Sehr schön ist hier der Modal 002, der ganz fein verstimmt daherkommt, aber dadurch in Richtung Vintage geht. Welche Asse Modal da noch im Ärmel hat, weiss ich A nicht und dürfte B auch nich darüber sprechen.

Gut ist beim DM12 die variable Slope der Hüllkurvensegmente. Das habe ich zwar ähnlich schon beim Waldorf Attack gesehen, auch der Andromeda hat was Ähnliches, aber es taugt auf jeden Fall. Wem das nicht reicht, der kann die Hüllkurven noch mit sich selbst modulieren.

Was leider (wie auch beim Parva) fehlt, ist Pitch als Modulationsquelle. Hätte man das, so könnte man die Schwebungen durch das Detuning der DCOs in Richtung linear biegen, als Ergebnis hätte man ein gleichmässiges Schweben über den vollen Tonumfang. Das können bisher weder Modal 002 noch Parva, aber in der Vintage Ecke, ich schaue mal in Richtung Waldorf Microwave und alles, was danach kommt, ist das kein Problem.

Du kennst meine Affinität zu einem guten Reverb oder auch zwei 😉 Hier bin ich mal gespannt, was Behringer aus der Klark Teknik Ecke mit einpackt, wobei auch TC Electronic oder auch Behringer (man denke an das V-Verb) Pate stehen darf. Hier wären ein paar Gene vom DN 780 Digital Reverb gerne gesehen. Das hatte ich neulich nicht gefeatured, aber es klingt auch sehr gut.

Beste Grüsse und alles Gute,
Georg.

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    Georg

    Das spannendste habe ich natürlich vergessen. Man sieht in den Videos drei Parameter bei den Voice Parametern: DCO-Drift, Param-Drift und Drift-Rate. Wenn das schlau gemacht ist, kann man den DM12 evtl. gut von der VST Ecke wegbekommen. DSI kennt Slop, was aber nur bei den VCOs dort angreift. Dass andere Parameter als das Tuning verstellt werden, kenne ich so noch von keinem analogen Synth. Pro2 und 12 habe evtl. etwas, bei VST gibt es das bei einigen, Diva oder OP-X Pro seien genannt.

    Im Hardware-Bereich (nicht Vintage) sind die Stimmen da in der Regel digital gesteuert und somit „brutal“ identisch. Bei Synths vom Schlage der Waldorfs kann man da gegensteuern, dann ist das aber fast wie Schach-Spielen. Einzig beim SunSyn kommt Vintage-Feeling auf, gerne aber auch zu viel, es sei denn man kalibriert sich die Finger wund. Version 2.0 ändert das, aber das kam für mich nicht in Frage.

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      Peter M Mahr

      Was die von Behringer, also offenbar MIDAS, eingebrachten Ideen betrifft muss ich sagen – Hut ab. Hier hat man sich offenbar so manchen Gedanken gemacht, sei es die von Dir angesprochenen DCO Parameter, oder aber auch die Möglichkeit offenbar – wenn ich es richtig verstanden und in Erinnerung habe – die LFOs gegeneinander „aus dem Ruder laufen zu lassen“.

      Wenn die Effekte wirklich Bestandteil des Klanges werden, im Sinne von Modulationszielen, dann beschreitet man hier interessante Wege. Am Ende zählt natürlich immer wie es klingt und da bin ich bis dato nicht so recht begeistert. Seit dem Teaser #6 ist diesbezüglich meine Euphorie gebremst. Was aber nicht in Stein gemeisselt ist und durch das persönliche Anspielen in die diametrale Richtung gehen kann.

      Die Euphorie so mancher finde ich sympathisch, wenn sie aber in respektlose Beleidigungen mündet, dann ist das nicht meines. Und da beziehe ich mich nicht nur auf die Verhöhnungen von Dave Smith und Tom Oberheim, sondern auch derer, die eine sachliche kritische Meinung gegenüber dem DM12 vertreten. Klar, die Musikbranche ist „speziell“, und umso mehr freue ich mich dann über Statements eines Uli Behringers in denen er z.B. die Verhöhnung anderer kritisiert. Letztendlich sollte Platz für jeden sein und wenn einer den DM12 gut und der andere für eben nicht gut befindet, dann ist das aus meiner Sicht gleichwertig. Am Ende zählt die Musik und davon vertrage ich immer welche. Egal ob die mit Software, Hardware oder mit beidem gemacht ist.

      Behringers Schritt finde ich mutig und gut, sein Nachfragen bei den Usern sympathisch geschäftstüchtig aber gleichzeitig auch gefährlich. John mit seinem Solaris ist für mich das Paradebeispiel. Wenn Uli Behringer wirklich noch einige Features umsetzen will, bin ich gespannt ob er bei dem VK von USD 999 bleiben kann. Denn eines erwarte ich, wenn sich der Preis nach oben ändert, dann kann die Stimmung ganz schnell umschlagen. Und das kann nicht nur bei einer – eventuell notwendigen – Preisänderung eintreten.

      Was mich aus der Aussensicht etwas verwundert ist wie man den Spannungsbogen bis zur Auslieferung halten will. Kommen, wie z.B. von mir auf Amazona vorgeschlagen „Workshops“ [Sound Programming böte sich hier sehr gut an], oder Promotions? Das Weihnachtsgeschäft fängt ja in nicht allzu weiter Ferne an.

      Liebe Grüsse,
      Peter

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Peter B.

iiih, wie hässlich,
schon wieder eines dieser Kontagandesktopsynths.
zu einem echten Synth gehört doch ne vernünfitge Tastatur.
Na ja ok, wenigstens etwas Holz ähnliches an den Seiten.

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Rüdiger Gaenslen

Hallo Peter, nachdem der Deepmind nun seit einiger Zeit draußen ist, kann man sagen, dass er allen Unkenrufen zum Trotz sehr schön vntagemässig programmiert werden kann und nicht viel zum Jupiter 8 fehlt.
https://youtu.be/gYPfEk5X-MM
Liebe Grüße
Rüdiger

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    Peter M Mahr

    Hallo Rüdiger,

    Ich konnte das Video nur am iPhone sehen und somit die Klänge auch nur darüber hören. Dennoch kommt mir vor, dass der DM12 härter klingt, was mir schon bei den Irmer’schen Beispielen auf Amazona, ich glaube vor allem in Beispiel Nr. 2, auffiel.

    Die Klänge sind jetzt auch nicht so, dass man „die Ecken und Kanten“ hört, die der Jupiter nach meinem Dafürhalten aber ohnehin nicht wirklich stark ausgeprägt hat. So nimmt es für mich nicht Wunder, dass es Ähnlichkeiten gibt. Haben will ich keinen von beiden, wenngleich mir die Form des Jupiter-8 immer ausserordentlich gut gefallen hat und ich ihm lange nachgejagt bin nur um festzustellen, dass es in Wirklichkeit eine wunderschöne Erinnerung war, in der er eine Rolle spielte.

    Der DM12 mag vielseitig sein, dennoch spricht mich nichts davon an. Da gefallen mir z.B. Modulus 2, Prophet-12 oder Novations Peak besser. Aber wer weiss, vielleicht kehrt ja meine anfängliche Euphorie eines Tages zurück.

    Liebe Grüsse,
    Peter

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      Rüdiger Gaenslen

      Hallo Peter, ich habe den DM gebraucht von Daniel im Tausch gegen den Juno gekauft, da ich einen aktuellen Synth für meine Band gesucht habe. Der Sexappeal des DM mir seinen China Restaurant Seitenteilen ist so hoch, wie der eines VW Polo. Allerdings ist er ein sehr gutes Arbeitspferd. Klar diese beiden einfach gestrickten JP Sounds lassen sich mehr oder weniger auch mit anderen neueren Synthesizern nachbauen. Sachen wie Modulation und abgefahrene FM Sachen lassen sich damit natürlich nicht nachbauen. Liebe Grüße Rüdiger

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        Peter M Mahr

        Hallo Rüdiger,

        Musste eben schmunzeln als ich das mit den Seitenteilen las.

        Das ist bestimmt ein gutes Argument für den DM12. Wer nimmt heute noch tiefenentspannt einen Jupiter-8 mit auf die Bühne? Viel zu heikel.

        Der DM12 mag bestimmt auch andere Vorzüge haben, alleine, er und Uli Behringer interessieren mich nicht. Mir ist auch dieses Robin Hood Gehabe zuwider. Behringer ist genauso Geschäftsmann wie alle anderen. Das ist per se nichts Verwerfliches, aber ich kann Verbrüderungen dieser Art nicht ausstehen.

        Viel Freude mit beiden.

        Liebe Grüsse,
        Peter

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