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Minimoog Voyager Vorbote einer Renaissance? – Teil 1

30. April 2014 - Erfahrungsbericht, Taste
Minimoog Voyager  Vorbote einer Renaissance? – Teil 1

Lange und zahlreich waren sie, die persönlichen Diskussionen im kleinen Kreis, ebenso wie die öffentlich in Internetforen geführten. Ihnen allen war eines gemein, der Wunsch nach einem Minimoog Nachfolger.

Und 2002 war es dann endlich soweit. Die amerikanische Firma Moog brachte den „Minimoog Voyager“ auf den Markt. Just in einer Zeit, in der der Widerstand gegen alles Digitale im Studiobereich deutlich geringer wurde und in einigen Fällen sogar ganz im Schwinden begriffen war. Virtuell Analoge traten einen, so schien es, Siegeszug im Hardware Bereich an und parallel dazu begannen Software Synthesizer vermehrt unser Interesse zu wecken. Doch es sollte anders kommen. Aus der vermeintlichen Übermacht der einen, oder einem möglichen Gegeneinander, wurde mittlerweile eine friedvolle, kreative Koexistenz.

Es vergeht heute kaum ein Monat in dem nicht ein neuer monophoner Synthesizer angekündigt wird und auch, wenn monophone Analoge im Prinzip nie ganz von der Bildfläche verschwunden sind, man denke hier z.B. stellvertretend an die Instrumente der Firma Studio Electronics, so kann der Minimoog Voyager als ein Vorbote der gegenwärtigen Renaissance analoger Synthesizer gesehen werden.

Minimoog Voyager

Moog Minimoog Voyager

Seitdem wurde der Minimoog Voyager von mehreren Kollegen getestet und ich möchte daher an dieser Stelle stellvertretend auf die Testberichte von amazona.de (2003) oder bonedo.de (2010) verweisen.

In diesem Bericht soll es primär um die Entstehung des Voyagers, um Klangbeispiele und die Verwendung in einer Produktion, sowie um Rudi Linhards „slew rate modification“ gehen. Was nicht bedeutet, dass ich hier nicht doch einen, wenn auch kurzen, Überblick der gebotenen Möglichkeiten geben will.

Modulation Busses, Oscillators

Moog – Minimoog Voyager: LFO, Modulation Busses, Oscillators, Display und das Touch Pad.

Oszillator:
In den meisten Fällen stellt der Oszillator das klangliche Ausgangsmaterial eines (analogen) Synthesizers dar. Robert A. Moog hat den Minimoog mit drei Oszillatoren ausgestattet, die sich in ähnlicher Form in dem gemeinsam mit Rudi Linhard entwickelten Minimoog Voyager wieder finden.

Da es sich beim Minimoog Voyager nicht um einen Minimoog Model D MkII handelt, sind hier einige nicht unwesentliche Veränderungen, man ist in diesem Fall durchaus geneigt von Verbesserungen zu sprechen, anzutreffen. So besitzen die analogen, spannungsgesteuerten Oszillatoren eine temperaturkompensierte Schaltung, die dem Voyager Stimmstabilität verleiht. Damit geht einher, dass man sich nach dem Einschalten ein wenig in Geduld üben muss ehe eine „gute Stimmung“ aufkommt.  Diese Wartezeit nehme zumindest ich gerne in Kauf.

Minimoog Voyager - variable Wellenformen

Moog – Minimoog Voyager: Ein maßgeblicher Unterschied zum Minimoog Model D – die drei Oszillatoren des Voyagers erzeugen variable Wellenformen.

 

Der Tonumfang von 8 1/2 Oktaven kann sich sehen, vor allem aber hören lassen, wobei die Frequenz des dritten Oszillators in den Subaudiobereich geschaltet werden kann. Eine wesentliche Besonderheit aller drei Oszillatoren ist deren variable Wellenformauswahl. Und Zack! Alleine damit werden nämlich 1:1 Vergleiche mit dem Urahnen sehr schwer, wenn nicht sogar größtenteils obsolet, da das Ausgangsmaterial schlichtweg anders klingt.

Ich möchte an der Stelle nicht verhehlen, dass mich die vermeintliche SQR Wellenform ab Werk alles andere als zu begeistern wusste. Um diese Kritik etwas näher zu erläutern, die alten Oberheims sind in dieser Hinsicht gemeinsam mit z.B. dem Jupiter-8 gute Beispiele dafür wie ich mir den Klang einer Rechteck Wellenform wünsche. Dies fällt natürlich in den Bereich des persönlichen Geschmacks und ich werde im slew rate modification Abschnitt nochmals darauf zu sprechen kommen. Eine besondere Erwähnung wert ist die Tatsache, dass die Wellenformen von einer Steuerspannung kontrolliert werden und daher modulierbar sind. Erfolgt die Modulation über den Modulation Bus, dann wirkt diese auf alle drei Oszillatoren gleichzeitig.

Zur besseren Veranschaulichung der Wellenformen des Minimoog Voyagers finden Sie hier einen Link zu einem Video von Matthias Nagorni:

Video:
Durchfahren der Wellenformen eines Minimoog Voyager Oszillators [© Matthias Nagorni].
Nota bene: t = 26s

Die folgende von Oliver Grünsteidl und mir, im Zuge des slew rate modification Vergleichs, aufgezeichnete Audiodatei demonstriert die Wellenform-Transformation (Morphing).

Audio:

Moog – Minimoog Voyager:
Allen drei Oszillatoren stehen ineinander übergehende Wellenformen als Ausgangsmaterial zur Verfügung.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Möglichkeit zur Synchronisation von Oszillator 2 mit Oszillator 1 und die lineare Frequenzmodulation von Osz 1 durch Osz 3. Eine wahre Freude beim Spielen bereitet die Glide Funktion, die über einen Schalter aktiviert und über den Glide Rate Regler in ihrer Intensität eingestellt wird (siehe bitte Foto).

Fortsetzung folgt…..

Erstveröffentlichung 23. November 2013

6 thoughts on “Minimoog Voyager Vorbote einer Renaissance? – Teil 1

Ulf

Hallo Peter,
ich kann beim Soundbespiel nichts hören (probiert auf zwei Browsern).
Gruß, Ulf

Reply
    petermmahr

    Hallo Ulf,

    Hab vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis!

    Vorhin hat es geklappt, jetzt nicht, da wird mir nichts anderes über bleiben als doch alle Files auf die SoundCloud hoch zu laden.

    Danke nochmals!
    Peter

    Reply
      Jörn

      Das hatten wir doch schon gelöst? :-/

      Reply
        petermmahr

        Dachte ich auch….. Das Problem lässt sich aber relativ schnell lösen. Lade ich halt die Files auf die SoundCloud. Das sieht dann auch gar nicht so übel aus, wenn das Fotomaterial einigermassen passt.

        Reply
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