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Minimoog Voyager Vorbote einer Renaissance? – Teil 4

8. Mai 2014 - Erfahrungsbericht, Taste
Minimoog Voyager  Vorbote einer Renaissance? – Teil 4

Teil 4:  Klangbeispiele und Resümee

Was ist alle Theorie wert, wenn am Ende das klangliche Resultat nicht entspricht? Es folgen im letzten Teil Klangbeispiele, die ich in fünf Sessions aufgenommen habe, sowie kurze Songskizzen in denen der Voyager zum Einsatz kommt. Urteilen Sie bitte selbst.

Session 1: Im ersten Klangbeispiel hören Sie drei Bass Sounds, von denen die beiden ersten editiert wurden.

Session 2: Klangbeispiel „Schlagwerk und synthetische Perkussion“.

Klänge: Crazy Laser, Aua!, Perkussion, HiHat, Cowbell, Simmons, SynToms, „Betten nass“, Timpani, Heartbeat, R2D2 S&H.

Songskizze:  In dieser wurden mehrere „Schlagwerk und synthetische Perkussion“ Klänge verwendet.

Alle Sounds mit Ausnahme des CP-80 (Zarenbourg) stammen aus dem Moog Voyager: Sub Kick, Bass 1, Perkussion [Session 2], Bass 2, R2D2 S&H [Session 2], Kraftstyle Bend [Session 5].

Und das kam von Oliver zurück, nachdem ich ihm den Entwurf zum Probehören zugesandt hatte:

Hinzugekommen sind: Roland Juno-60 und eine etwas zweckentfremdete Novation Bass Station 2.

Session 3: Klangbeispiel „Sound Mix“.


Klänge: Gaga .), Sync via Wheel, Synth Toms, Bass mit Sync, BioHazard, Imagination Bass, Bass SQR + Sine, Voyager Standard Bass (zu hören in obiger Songskizze), Finale Mini V + M4000D.

Session 4: „Old School“


Klänge: Mini Groover, Mini „Wauh“, Der Jean in der Schar, Old School Res Bass, 70y Funky, Old School Sync Lead, Booaah + LFO [click @ t=2m24s durch Berührung des Touch Pads].

Session 5: „Old School“


Klänge: Intro EFX Sound, Filter Move, Ultravox Bass, Kind of Dance 1, KoD 2, KoD 3, Kraftstyle Bend [verwendet in obiger Songskizze], Mel Perkussiv, Old Moog Bass + Port, Kind of Duke Lead, Mini Mouse Lead, Sub Bass, Slow Attack Bass [verwendet in „Brighton“], The old burning LFO, Catharine of Aragon [in den SRM Files zu hören].

Songskizze: „Brighton“, Der Bass stammt aus dem Voyager [Session 5], das Pad vom Prophet 12.
https://soundcloud.com/petermmahr/brighton-skizze

Die Beispiele stellen natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der insgesamt 7 Bänke á 128 Klängen dar.

Abschließend noch die angekündigte „Produktion“ in der der Voyager zum Einsatz kam. Die Bass Spur konnten Sie schon im zweiten Teil hören und sie war es auch, die den Anstoss zu folgendem Stück gab:

Elektronische Perkussion: Andreas Ecker
„Klavier“ im Soloabschnitt: Eberhard Geitz

Moog - Minimoog Voyager

Moog – Minimoog Voyager

Resümee

In Zeiten in denen es fast nur mehr um Geld geht, will ich diesem wenig erfreulichen Trend Folge leisten und mein Resümee mit dem Verkaufspreis beginnen. Dieser liegt aktuell bei € 3.390 für die Electric Blue Version [Quelle: Klangfarbe.at]. Und damit stellt sich vermutlich für viele Interessenten die Frage nach der Berechtigung einer derartigen grossen Investition. Zu recht, wie ich meine.

Es vergeht kaum ein Monat in dem nicht ein neuer monophoner, analoger Synthesizer angekündigt, oder zum Kauf in den Musikgeschäften angeboten wird. Vor allem das Preissegment von € 400 – 1.000.- bietet mittlerweile eine Vielzahl interessanter Instrumente. Keine Frage, mit dem günstigeren Preis sind oft auch Abstriche verbunden. Wen es klanglich stärker in den experimentellen Bereich zieht, der kann sich für den Preis eines Minimoog Voyagers ein sehr gutes und flexibleres Modularsystem zusammenstellen. Selbst Studio Electronics‘ C.O.D.E. Synthesizer ist in seiner vierstimmigen Version preislich durchaus in Reichweite. Damit drängt sich unwillkürlich die Frage auf, was macht den Voyager dennoch zu einem erfolgreichen Instrument, das seit nunmehr 11 Jahren gebaut und verkauft wird.

Worin liegt also die Faszination und der Erfolg des Minimoog Voyagers? Da ist an erster Stelle und ohne Zweifel seine klangliche Qualität zu nennen. Hat man sich einmal erfolgreich von der Frage, ob er denn nun wie eine Minimoog Model D klingt, befreit und begonnen den Voyager als eigenständiges Instrument zu betrachten, wird man erkennen, was in diesem hervorragenden Instrument an klanglicher Qualität steckt. Die wenigen Klangbeispiele können diesem Umstand weder in der Quantität, noch in der Qualität Rechnung tragen, dafür sind die musikalischen Einsatzgebiete schlichtweg zu unterschiedlich.

Moog - Minimoog Voyager

Moog – Minimoog Voyager

Kommen wir zum Äußeren. Trotz der im 3. Teil angesprochenen, technischen Probleme einiger Exemplare, die mittlerweile gelöst scheinen, sollten keine Zweifel an der sehr guten Verarbeitungsqualität bestehen. Die Drehregler vermitteln ein mindestens ebenso gutes Gefühl wie die solide Bauweise. Diese bringt allerdings auch ein stattliches Gewicht mit sich, das den Voyager für den einen oder anderen Live Musiker vielleicht weniger attraktiv erscheinen lässt.

Ein Punkt, der vor allem für meine Art und Weise Musik zu produzieren unabdingbar ist, ist die Möglichkeit eigene Klänge abzuspeichern. Nennt man nicht ein Heer unterschiedlicher Synthesizer sein Eigen, kann durch diese hilfreiche Funktion schnell zwischen verschiedenen Produktionen gewechselt werden, ohne Zeit mit dem Einstellen des Klanges von vor zwei Wochen verbringen zu müssen. Viele Kollegen werden genau darin das Besondere sehen. Ein legitimer Ansatz und hier gibt es aus meiner Sicht keine richtige oder falsche Methode, einzig die richtige Lösung für die selbst gestellten Anforderungen.

Den Minimoog Voyager wird man vermutlich weniger in Homestudios und Studios finden, deren Produktionen primär im Dance Bereich angesiedelt sind. Ähnliches gilt für Klangtüftler, die in der experimentellen Musik beheimatet sind und dort vorzugsweise mit modularen Systemen arbeiten. Für diese Gruppe bietet sich der Minimoog Voyager XL als „Masterkeyboard“ mit einer Vielzahl an Ein- und Ausgängen an. Dies allerdings zu einem stattlichen Preis. Für mich hat es Der Jim auf amazona.de auf den Punkt gebracht: “Dieser Synthesizer ist schwerpunktmäßig auf den klassischen Keyboarder zugeschnitten. Musikalität steht im Vordergrund, Experimente erst an zweiter Stelle.”.

Die klangliche Herkunft des Minimoog Voyagers lässt sich nicht leugnen, was nicht weiter verwundert, war der Voyager doch der letzte von Bob Moog höchstpersönlich entwickelte Synthesizer. Die Zusammenarbeit mit Rudi Linhard hat dazu geführt, dass der Nachfolger des Minimoog Model D den Sprung ins nächste – zumindest einmal – Jahrhundert geschafft hat. Diese zusätzlichen Möglichkeiten, vor allem aber die klangliche Qualität, machen ihn für mich zu einem herausragenden Instrument, das in meinem Studio in jeder Hinsicht eine zentrale Rolle spielt.

So bleibe ich Ihnen am Ende noch eine Information schuldig, die des Preises der Slew Rate Modifikation, der sich auf € 150.- (inkl Mwst.) beläuft und für mich jeden Cent wert ist.

Mein spezieller Dank geht an Rudi Linhard, Oliver Grünsteidl und Martin Atman sowie Klaus P. Rausch.

Hier finden Sie die anderen Teile des Minimoog Voyager Anwenderberichts:
Moog Minimoog Voyager Bericht – Teil 1
Moog Minimoog Voyager Bericht – Teil 2
Moog Minimoog Voyager Bericht – Teil 3

Erstveröffentlichung 6. Dezember 2013

2 thoughts on “Minimoog Voyager Vorbote einer Renaissance? – Teil 4

Axel Roeb

Hallo Peter, super Bericht alle Daumen hoch, klasse Photos und Recherche.

War letztlich im Flemings in der Josefstädterstr. Kannte Wien noch nicht, sehr schöne Stadt
war so begeistert, wie von Deinem Bericht

Axel aus Köln

Reply
    peter

    Hallo Axel,

    Da hätten wir einander treffen können, da ich unweit vom Fleming’s wohne.

    Danke für Dein Feedback (natürlich auch Wien betreffend)! Nächstes Mal gib mir doch bitte vorher Bescheid. Die Gegend gibt kulinarisch, und nicht nur das, einiges her.

    Peter 08 😉

    Reply

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