Nonlinear Labs C15 Synthesizer

Klangbeispiele und Eindrücke zum Nonlinear Labs C15 Synthesizer
[Letzte Änderung 01.04.2018: Gespräch mit Peter Grandl/Amazona.de hinzugefügt]

Klangbeispiele Playlist:

09.03.2018 – Demo #1:
Drei auf Factory Sounds basierende Klangbeispiele des Nonlinear Labs C15:

Auf die Verwendung externer Effekte wurde ebenso verzichtet wie auf Equalizer, Kompressoren oder andere Werkzeuge zur Signalbearbeitung. Sie hören ausschliesslich den C15.

Nebst der klanglichen Qualität und Vielfalt fällt sogleich die Güte des internen Reverbs positiv auf, das den Vergleich zu so manchem Spezialisten nicht scheuen muss. Dazu hören Sie bitte vor allem Klangbeispiel #2 (Pad) zu Beginn und etwas später bei den Chords.

Nicht minder beachtlich ist die Möglichkeit vier (!) Fusspedale anzuschliessen um das klangliche Geschehen zu manipulieren. Nichts läge mir ferner als mich mit Hrn. Vangelis zu vergleichen, aber er wird bei der Anzahl von vier Pedalen vermutlich nur milde schmunzeln. Ich nicht.

Zurück zum C15, natürlich können in den meisten Fällen nur zwei Pedale zeitlich genutzt werden. So geschehen in den drei Klangbeispielen des ersten Demos. Beispiel drei, der perkussive Klang ab etwa 2:00 zeigt dies hier am besten. Beachtlich ist die stufenlose Überblendung und die damit einhergehende Änderung des Charakters in Richtung „metallisch“.

C15 – Macro Control

Die Regelbereiche der Pedale lassen sich für eine Vielzahl an Parametern einstellen. In der obigen Abbildung ist „Cutoff“ zu sehen. Es gibt vier Macro Controller (A-D), die „MC Sel“ zugeordnet werden können. Diesen vier Macro Controllern A, B. C und D lassen sich die Pedale 1-4, oder der Bender, Aftertouch, Ribbon 1 oder Ribbon 2 zuordnen. Hat man die Zuordnung abgeschlossen und z.B. die Pedale gewählt, fängt der eigentliche Spass erst an. In nahezu allen Beispielen habe ich reichlich von den Pedalen Gebrauch gemacht. Die beiden Gibbon Controller hingegen liegen bis dato bei mir brach.

Erster Eindruck – sehr ausdrucksstarkes Instrument, mit einem enormen klanglichen Potenzial, das in den hier geposteten Beispielen im besten Falle angekratzt wurde.

Addendum 11.03.2018:
Ein weiteres kurzes Demo dreier Klänge des C15′. Es beginnt und endet in gewisser Hinsicht „klassisch“. Auch hier hören Sie ausschliesslich den C15.

Ein feines Feature ist die Steuerung des C15′ mittels WiFi und die Bedienung im Browser nach Wahl. In meinem Fall aktuell auf einem iMac, in Zukunft eventuell via iPad. Die Steuerrung mit Chrome und Safari läuft einwandfrei, war aber etwas langsam. Das könnte an meinem iMac Modell liegen, das leider auch bei den Audioaufnahmen mehrer Spuren nicht immer rund lief. So mancher Prozessorlastpeak wurde mit einem Knacken in der Audioaufnahme honoriert.

Nonlinear Labs C15 – Bedienung via WiFi und Browser

Addendum 12.03.2018 – Demo #3:
In Ermangelung von Zeit gibt es heute nur ein kurzes neues Demostück – #3 „Pedal Harp“.

Sie hören wie gewohnt ausschliesslich den C15. Beim ersten Klang handelt es sich um ein modifiziertes Factory Preset, beim zweiten um „Dyna Harp“.

Addendum 13.03.2018:
Details zum Aufbau der Synthengine finden Sie – hier:

© Nonlinear Labs C15 Synth Engine – Detail, 04.07.2016

Addendum 14.03.2018 – Demo #4:
„Satellight“

Addendum 16.03.2018 – Demo #5:
„Peteoresque“
Sie hören ein weiteres Klangbeispiel und wieder ausschliesslich den C15.

Addendum 18.03.2018 – Demo #6:
„Blue Choir“

Addendum 19.03.2018 – Demo #7:
Sound Mix:
Peterosque (Mitte)
Blue Choir (links)
Pad (rechts)

Addendum 20.03.2018 – Demo #8:
„Synthbass“
24.03.2018 – neue, kürzere Version in der beide Ausgänge aufgenommen und die beiden Spuren im Panorama in „center“ Stellung abgespielt werden. Kein EQ, keine Kompression. Sie hören ausschliesslich den C15.

Addendum 24.03.2018 – Demo #10:
„Trip to the past“
Zu Beginn hören Sie einen Factory Sound [Wonka Organ], darauf folgt einer meiner. Die Wonka Organ wurde in den Höhen mittels Trident-A Softube EQ abgesenkt.

Addendum 31.03.2018 – Demo #9:
„Brass & Wind“
Sie hören ausschliesslich den C15.


21.03.2018 – Zeit für ein erstes Resümee:

Lassen Sie mich mit dem Positiven beginnen.
Da ist einmal ohne Zweifel das Konzept des C15′, sein klangliches Potenzial, über weite Strecken die unbestreitbare klangliche Qualität, aber ebenso das Vertriebsmodell und die Art und Weise wie Nonlinear Labs in Kontakt mit seinen potenziellen Kunden tritt.

Die Kommunikation mit Firmengründer und Mastermind Stephan Schmitt ist professionell, von kurzen Reaktionszeiten sowie freundlichem Ton gekennzeichnet. Das in unseren Breiten lange Zeit gerne bemühte Thema „Kompetenz“ muss hier bestimmt nicht weiter erörtert werden. Ein Blick in die Vita von Hrn. Schmitt sollte Referenz genug sein. Dieser Hintergrund spiegelt sich im C15 wider, dessen Entwicklung offenbar primär aus einem technischen Blickwinkel, mit einem bestimmten Musikertypus vor Augen, resultiert und wohl auch weitergeführt wird.

Allerdings gibt es auch so manches, das mir aus einem subjektiven Blickwinkel missfällt. Ich betone „subjektiv“, da ich vor über 30 Jahren beschlossen habe mir und meiner Umwelt Live Auftritte zu ersparen. Vielmehr geniesse ich es, mich in mein Kämmerchen zurückzuziehen und für mich „Musik“ zu machen. Und damit verkleinert sich schon die Schnittmenge, da sich der C15 primär an „performende“ und live spielende Musiker zu wenden scheint.

Vielleicht ist Ihnen meine Einschränkung bzgl. der klanglichen Qualität im ersten Absatz aufgefallen. Der C15 kann von perkussiven bis hin zu bläserähnlichen Sounds, über Bässe, Leads und vor allem Pads ein grosses Spektrum sehr gut abdecken. Nicht immer findet sich dieses in den im Internet verfügbaren Beispielen, was mitunter der Verfügbarkeitsdauer des Instruments und der damit einhergehenden Verbreitung ebenso wie den eigenen Vorlieben geschuldet sein mag. Unbedingt erwähnen muss ich aber die Factory Sounds, von denen ich einige wirklich gut finde. Nicht wenige davon dienten als Ausgangspunkt für „eigene“ Klänge und sind hier in abgewandelter oder sogar originaler Form in den Beispielen zu hören.

In manchen Bereichen besticht mich die Qualität, so sei an dieser Stelle auf das Demo  „Glass ’n Brass“ und dort auf den „Weinglas“ Klang verwiesen. In der oberen Lage erinnert er an eine – was jetzt vermutlich wenig schmeichelhaft klingen mag – Fahrradglocke, eine Oktave tiefer an das namensgebende Weinglas und eine weitere Oktave tiefer an den Klang einer Standuhr. In den tiefen Lagen weiss er als Effektsound zu überzeugen. Oder, anderes Beispiel, der perkussive Klang am Ende von Demo #1, der zu Beginn ansatzweise an Holz erinnert um sich dann nahtlos in einen metallisch anmutenden Klangcharakter zu ändern.

Nonlinear Labs C15

Zu den Pads muss ich vermutlich nicht viel schreiben, finden sich doch in den Demos ausreichend Beispiele, von denen nicht wenige vom hervorragend klingenden Reverb profitieren. Mir ist bewusst, dass es ab und zu zu viel des Guten ist, mea culpa, da ging es mit mir einfach durch. Der Bläsersound mit der Bezeichnung „Wagner“ (an zweiter Stelle in „Glass ’n Brass“ zu hören) wurde von meinem geschätzten Kollegen Federico optimal in Szene gesetzt und sollte man sich am besten in seinem Demo anhören. Dieses Demo war übrigens eines der beiden Beispiele, die mein Interesse am C15 geweckt haben.

Man vergebe mir den „New Age“ Ausflug im Beispiel „Satellight“. Der zu Beginn im Panorama links angesiedelte, luftballonaufblasende Klang, der immer wieder ins Feedback abdriftet, löste bei mir eine gewisse Verwunderung aus. Wobei es nicht der Klang selbst war, der den Tag nicht überstand, sondern vielmehr der stellenweise „plastikartige“ Charakter, den ich sonst nicht herausgehört habe. Bei vergleichbaren Klängen habe ich einen ähnlichen Eindruck gewonnen. Fairerweise sollte ich erwähnen, dass ein Absenken der Höhen beim Mischen der Klänge in diesem Beispiel quasi Wunder gewirkt hat.

Das Reverb erachte ich für eine absolute Bereicherung und wie schon erwähnt, muss es den Vergleich mit so manchem Hardwarekollegen nicht scheuen. Die Modulation, wie von Kollegen swissdoc in dem Beispiel beanstandet, lässt sich drosseln und bringt mich sogleich zur der übersichtlichen Zahl an Parametern, auf die man im Bereich „Reverb“ Zugriff hat. Des einen Freud, des anderen Leid. Ich zähle mich zu ersten Gruppe und hätte höchstens im Fall des Chorus‘, also der Modulation, gerne die Möglichkeit den Anteil über ein negatives Keyboard Tracking nach oben hin zu reduzieren.

Das Delay ist dem Reverb qualitativ und auch hinsichtlich der Anzahl zur Verfügung stehender Parameter vergleichbar. Gut so, denn das wahre Geschehen spielt sich in der linken Hälfte und unmittelbar rechts von der Mitte ab. Das Gap Filter habe ich bis dato ebenso wenig bewusst eingesetzt wie das Cabinet, womit ich auch schon beim Flanger angelangt bin und gleich zum nächsten Absatz übergehe…

So gut ich den „Minimalismus“ im Falle des Reverbs finde, so sehr vermisse ich an anderer Stelle zusätzliche Möglichkeiten. Auch hier wäre eine Modulation mittels Keyboard Tracking wünschenswert. Zudem fände ich es gut, wenn sich bei der Level Vel [Level Velocity] der Envelopes aus mehreren, z.B. drei, Kurven auswählen liesse. Ob der Verlauf der aktuell verfügbaren Version linear ist entzieht sich meiner Kenntnis, macht auf mich aber diesen Eindruck. Mit mehreren Vetocity Kurven liesse sich der C15 um einiges dynamischer spielen und wäre der Ausdruckskraft bestimmt förderlich [Hören Sie dazu bitte Demo #12 „Hang und Kiwi Conga“, vor allem letztere würde profitieren].

Von Nonlinear Labs vorgeschlagene und in den meisten Presets verwendete Belegung der Macro-Controls

Damit bin ich auch schon bei den Macro Controls angelangt. So eigenartig das jetzt klingen mag und ich werde wohl einer der wenigen, wenn nicht gar der erste und vermutlich einzige User sein, der die Anzahl von vier als zu gering erachtet. Der Wunsch nach mehr lässt sich dahingehend einfach begründen, da die Eingriffsmöglichkeiten vielfältig sind und der C15 zu deren Nutzung regelrecht einlädt. Den vier Macro Controls lässt sich aus acht Controllern einer zuweisen – vier Pedale, zwei Ribbon Controller, Pitch Bender sowie Aftertouch. Bei den Factory Sounds ist die Belegung nicht immer schlüssig.

Die obige Abbildung, die mir mit freundlicher Genehmigung von Nonlinear Labs zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die vorgeschlagene Belegung der Macro Controls. Sie bestärkt mich in meinem Wunsch nach mehr als vier Slots und bestätigt eine Beobachtung die ich gemacht habe, hier aber zu weit führen würde (Stichwort – Redundanz).

Vom Aftertouch mache ich bis dato wenig bis keinen Gebrauch und mit den beiden Ribbon Controllern verhält es sich ähnlich. Diese befinden sich oberhalb der fünfoktavigen Tastatur und reichen über den – mehr oder weniger – gesamten Bereich der Tastatur. Das bedeutet übrigens, dass man überkreuzt und so seine Schultermuskulatur streckt. Ich selbst habe bis dato kein einziges Mal auch nur einen der beiden bis ganz zur rechten Position aktiviert. Persönlich fand ich die Lösung von Dave Smith im Prophet-12 besser, wenngleich die Controller im Vergleich etwas kurz ausgefallen sind und hinsichtlich der Verarbeitungsqualität wohl nicht ganz an die des C15′ heranreichen. Aktuell verwende ich die beiden Ribbon Controller aber ohnehin nahezu nicht.

Noch ein paar Worte zur Tastatur, die ich gerne öfters in Synthesizern sehen würde. Das Spielgefühl ist ebensogut wie der Hub. Das Repititionsverhalten ist bei Pads eher selten ein kritischer Faktor, dürfte aber den Ansprüchen der Kollegen genügen, deren Nutzung des C15′ auf Videos festgehalten wurde. Einzig bei den schwarzen Tasten passiert es mir ab und zu, dass ich abrutsche. Das mag aber eine reine Übungsfrage sein, für mich ist es dennoch ungewohnt. Meine Referenztastatur ist die des Yamaha CP1′, aber der Vergleich ist natürlich unfair. Die auf der Unterseite abgeschrägten weissen Tasten des C15 und deren Oberfläche sind natürlich für den Fotografen in mir eine wahre Freude. Generell vermittelt das Instrument Wertigkeit, im Aussehen und in der Verarbeitung.

C15 – Holzgehäuse (Birne)

Was wäre ein C15 Resümee ohne das Thema MIDI. Nonlinear Labs hatte bestimmt einen guten Grund, oder vermutlich sogar deren mehrere, warum sie sich gegen die Implementierung der MIDI Schnittstelle entschieden haben. Ob es sich dabei um technische und/oder konzeptionelle Argumente handelt, allein ich weiss es nicht und von daher wäre jegliche Interpretation eine Spekulation.

Der live spielende Musiker mag MIDI vermutlich nicht vermissen, wenngleich es angeblich noch MIDI Verbindungen auf den Bühnen dieser Welt zu geben scheint. Im Studio findet die Schnittstelle, trotz all ihrer Einschränkungen und der damit seit Jahrzehnten einhergehenden Kritik, bis heute Anwendung. Und das offenbar aus gutem Grund. Das Thema USB bzw. auch die Möglichkeit WiFi zur Übertragung zu nutzen möchte ich hier nur dahingehend ansprechen, da zumindest WiFi verwendet wird um den C15 über einen Browser nach Wahl anzusteuern und seine Klänge zu editieren und zu verwalten. Das kann über einen Computer geschehen, oder eines der smarten iTools unserer Zeit. Die USB Buchse dient aktuell dazu Daten auf einen Stick zu transferieren, sprich um ein Backup zu erstellen, oder neue Klänge zu laden.

Bei aller Freude ein Instrument ganz „ohne Netz“ zu spielen, die Möglichkeit ab und zu zumindest eingespielte Noten, deren Längen und Velocitywerte, u.s.w. aufzuzeichnen, vermisse ich in manchen Situationen sehr wohl. Zum Beispiel dann, wenn ich bei einer eingespielten Phrase beim Abhören feststelle, dass an einer Stelle vielleicht weniger mehr gewesen wäre, oder mir ein Fehler unterlaufen ist. So mancher mag einwenden, dass das gänzlich neue Einspielen als sehr gute Übung dienen kann, was auch ohne Zweifel seine Richtigkeit hat, aber eben nicht immer. Gerne wird in diesem Zusammenhang das Wort „Einmaligkeit“ bemüht… ok, Gegenfrage – warum lassen sich Klänge dann speichern?

In der aktuellen Musik finden repetitive Elemente wieder vermehrt Verwendung. Deren Veränderung erfordert eine andere Art der Kreativität um den Zuhörer nicht zu verlieren. Und genau hier könnte der C15 seine Stärken ausspielen. Ob das Einspielen und Üben am Ende stets zu mehr Freude führt, oder vielleicht das Gegenteil – Frustration – bewirkt, möchte ich dahingestellt lassen. Ich selbst bin aktuell hin- und hergerissen. Das Fehlen der MIDI Schnittstelle, oder einer vergleichbaren Lösung stellt für mich keinen „dealbreaker“ dar.  Mit dem C15 musiziert man im „Jetzt“. Wenn, dann ist es vielmehr die Antwort auf die Frage, ob ich in die Zielgruppe des Herstellers falle, oder der vielleicht im Elfenbeinturm sitzend mich womöglich als Nutzer gar nicht will. Verpackt und versendet ist der C15 zum Glück sehr schnell.


Addendum Gespräch mit Peter Grandl/Tyrell von Amazona.de:
DEALBREAKER? DER NONLINEAR LABS C15

Tyrell:
Für welchen Sound steht deines Erachtens der C15 ganz besonders?

pmm:
Bevor ich versuche, deine Frage zu beantworten, vielleicht noch ein Hinweis zu meinen Klangbeispielen. Mir ist bewusst, dass so manches regelrecht im internen Reverb versinkt, sollte ich den C15 behalten, werde ich neue, mit geringerem Effektanteil versehene Beispiele hinzufügen.

Nun zu deiner Frage. Den C15 zeichnet meines Erachtens klangliche Vielfalt aus, weshalb es mir schwerfällt, etwas als „besonders“ hervorzuheben. Mit Leichtigkeit lassen sich Solosounds von hoher Qualität und Eigenständigkeit erstellen, aber auch weiche, wie z.B. der fast oboenartige im Demo „Satellight“, der nach etwa einer Minute einsetzt. Bei der richtigen Stellung der Pedale und entsprechend eingestelltem „Color“-Bereich geht es in eine holzbläserartige Richtung. Oder nimm z.B. den „Weinglas“-Sound aus „Glass ’n Brass“, den eine angenehme Klarheit kennzeichnet und der nebenher auch zeigt, dass die Envelopes richtig zupacken können. Von kurz und druckvoll bis hin zu langen Ein- und Ausschwingzeiten wird ein großer Bereich abgedeckt.

Im Zuge der Aufnahmen fiel mir auf, dass wenn ich mit dem EQ etwas bearbeitet habe, ich in den meisten Fällen Frequenzen absenken musste. Die „Wonka Organ“ aus „Trip to the past“ ist hier ein sehr gutes Beispiel, wie auch in „Satellight“ der Feedback-Klang, der zu Beginn irgendwo zwischen schnaubendem Pferd und gescheitertem Versuch, einen Luftballon aufzublasen, liegt. Dieser Sound zieht sich fast durch das gesamte Stück hindurch und ich musste beim EQ den Höhenbereich ziemlich absenken, um Platz zu schaffen. Wenn ich meine altersbedingte Gehörsenke berücksichtige, kann ich nur erahnen, was sich im oberen Frequenzbereich alles abspielen muss.

In den anderen Beispielen hörst du sowohl Perkussives, aber auch Klänge die in Richtung Brass und Synthbrass gehen sowie natürlich Pads. Die klanglichen Veränderungen sind fast ausschließlich auf das Betätigen der Expression-Pedale zurückzuführen. In „Blue Choir“ ist das meines Erachtens gut zu hören.

Tyrell:
Bei welchen Klängen würdest du sagen, hat der C15 Schwächen?

pmm:
Bis dato sehe bzw. höre ich keine. Setzt man sich aber zum C15 mit dem Ziel, möglichst nahe an analoge Sounds zu kommen, dann ist die Zeit falsch investiert. Dieser Ansatz fällt aber eigentlich unter „Themenverfehlung“.

Der C15 ist im positiven Sinne ein „Digitaler“ mit einem unglaublichen Spektrum. Die Synth-Engine [siehe dazu die Darstellung auf der Herstellerwebsite] lässt erahnen, wo es langgeht. Nicht umsonst werden Vergleiche zum Synclavier, zu Yamahas GS Synthesizenr, aber natürlich auch zu NIs Kontour gezogen. Was mich erstaunt hat ist, dass einige der Sounds auch stark an Physical Modeling erinnern. Letztendlich ist es die ausdrucksstarke und dabei intuitive Steuerung, die den C15 zu etwas Besonderem macht.

Tyrell:
Wie gut durchschaubar ist die Programmierung gelungen?

pmm:
Ich vermute du meinst die Bedienbarkeit. Die hat mich positiv überrascht, da ich vor Ankunft des C15 irgendwann einmal den DX7 bzw. das Synclavier und dessen Bedienung vor Augen hatte. Natürlich ist letzteres zutreffender, da alleine der Unterschied zwischen Schiebe- und Endlosdrehregler kein Kleiner hinsichtlich Editierung ist. Vielleicht noch interessant und ich weiß jetzt nicht mehr, ob Johannes das in seinem Test erwähnt hat [sorry, wenn dem so ist] – Stephan bietet jedem Interessenten eine Einschulung vor Ort bei Abholung oder zur Not via Skype an. Bis dato habe ich dieses freundliche Angebot ausgeschlagen und Stephan hoffentlich nicht vergrault. Die Begründung für diese Entscheidung ist die, dass ich zunächst sehen will, wie mein Zugang zu einem Instrument ist. Ganz ohne Handbuch oder in diesem Fall ohne Einweisung. Zumeist haben sich die Entwickler etwas dabei gedacht, warum etwas oder ein Ablauf so ist, wie er anzutreffen ist. Und das versuche ich auf diese Weise, zwar nicht wirklich bewusst, aber zumindest indirekt herauszufinden. Kurz gesagt, der C15 lässt sich einfach und gut bedienen. Wann immer ich mir vorgenommen habe, mich endlich dem Handbuch zu widmen, bin ich beim Spielen oder Verändern von Sounds, meistens beidem, gelandet. So sind übrigens die Demos entstanden …

Tyrell:
Wie würdest du die Verarbeitung und Performance-Qualität beurteilen?

pmm:
Die Verarbeitung ist hochwertig. Beginnend beim Holzgehäuse, über die Tastatur bis hin zu den Trafo-symmetrierten Ausgängen und auch die Idee des abnehmbaren Bedienpanels, das passt für mich und hinterlässt in Summe einen guten Eindruck.

Bzgl. Design und Materialwahl mag so mancher anderer Meinung sein, das ist natürlich Geschmacksache. Bei meinem Exemplar handelt es sich – ich glaube – um Birke, die erfreulicherweise nicht das Schulmöbelflair verbreitet. So wie er bei mir im Studio steht, gibt es für mich nichts zu mecker …. nur damit ich an dieser Stelle nicht falsch verstanden werde.

Der Vollständigkeit wegen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass bei meinem Exemplar die beiden Ausgänge ein ganz leichtes Sirren erzeugen. NL habe ich davon in Kenntnis gesetzt und zügig Antwort samt Lösungsvorschlag erhalten. Der Kundenservice ist ebenfalls positiv festzuhalten. Ich wünschte mir, dass er in dieser Form öfters anzutreffen ist.

Beim Thema „Performance“ hat der C15 so etwas wie Heimvorteil. Ist er doch, wie schon erwähnt, primär für den performenden Musiker entwickelt worden. Klar, gibt es immer Wünsche, aber der C15 befindet sich mit den vorhandenen Eingriffsmöglichkeiten schon auf hohem Niveau.

Hr. Schmitt empfiehlt übrigens aus gutem Grund den Erwerb dreier Pedale und weckt so in dir den kleinen Vangelis. ;) Anfänglich war ich skeptisch, ob der Pedale und vor allem hinsichtlich meines Umgangs damit. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Deren Bedienung läuft nahezu unbewusst und somit automatisch. Man versinkt regelrecht und es entsteht – das mag jetzt eigenartig klingen – eine andere Beziehung zwischen Musiker und Instrument. Die Lernkurve steigt gerade zu Beginn steil, um dann wohl schnell abzuflachen … zumindest bei mir. Mich erwarten daher vermutlich harte Wochen. Nur ist der Spaß am Spielen und Verbiegen der Sounds derart groß, dass wie bei glücklichen Kindern das Lernen nebenher passiert. Zumindest rede ich mir das jetzt einmal ein …

Tyrell:
Was sagst du zur fehlenden USB- oder MIDI-Anbindung?

pmm:
Sehr gute Frage, deren Beantwortung mich in den letzten Tagen ziemlich beschäftigt und in gewisser Hinsicht auch persönlich gefordert hat.

Aktuell bin ich auch in diesem Punkt hin- und hergerissen. Einerseits ist die Entscheidung eines Herstellers meines Erachtens einfach zu respektieren. Punkt. In unserem Bereich gibt es gehäuft Diskussionen, die ich in dieser Hartnäckigkeit und teils belehrenden Art in anderen Bereichen so nicht kenne. Da nehme ich mich nicht aus. Wobei die Lösung letztendlich eine einfache ist – willst du MIDI, dann kaufst du dir den C15 eben nicht. Man müsste sich dann evtl. ansehen, was man mit Kontour und einer entsprechenden Tastatur machen kann. Zurück zum C15 und zu MIDI. Klaus [P. Rausch] hat im Zuge einer Facebook Diskussion zurecht gefragt: „Wer sagt, dass MIDI Pflicht ist?“. Und damit hat er letztendlich Recht.

Warum bin ich dann hin- und hergerissen? Und der Abschnitt steht dann natürlich in gewisser Hinsicht im Widerspruch zum soeben Erwähnten. Es gibt natürlich Momente, in denen ich mir die Aufzeichnung von Noten, deren Länge, Blabla … wünschen würde. Und das aus einem ganz einfachen Grund, weil ich aktuell spieltechnisch nicht dazu im Stande bin … es eventuell auch nie in der Form, die mir vorschwebt sein werde. Das ist aber eine persönliche und individuelle Sache – nenne es gerne Schwäche – und somit nicht geeignet als allgemeine Antwort zu dienen.

Es gibt darüber hinaus aber noch einen anderen Aspekt. Repetitive Elemente sind aktuell in der Musik verbreiteter, als sie das lange Zeit waren und die Repetition erfordert eine andere Art der Kreativität, um den Zuhörer nicht zu verlieren. Und gerade da könnte der C15 mit seinen Möglichkeiten punkten. Auf der anderen Seite genieße ich es, am Flügel oder E-Piano zu spielen und das ist ausnahmslos immer ohne „Netz“. Somit stellt sich mir die Frage: „Will ich mich womöglich am Ende da nur einer Sache nicht stellen? Nicht aus meiner „comfort zone?“ Das Fehlen von MIDI oder einer vergleichbaren Möglichkeit, Daten aufzuzeichnen, wird aber nicht ausschlaggebend sein, ob ich den C15 behalte oder retourniere.

Tyrell:
Wirst du den C15 behalten?

pmm:
Die Frage kann ich dir noch nicht beantworten. Es gibt vieles am C15, das mir gefällt, aber natürlich auch Punkte, die mir weniger zusagen. Jedoch sind letztere in Summe kein „dealbreaker“. Was mich vielmehr beschäftigt, ist die Frage, ob ich mich in der Zielgruppe dieses Instruments befinde. Soll heißen, schlägt die Entwicklung eine Richtung ein, zu der ich passe bzw. wendet sich das Instrument primär an andere? Die Beantwortung wird noch etwas Zeit benötigen, aber irgendwann notwendig sein.

14 Kommentare

  1. Oha, wow, wo hast du denn dieses Schlachtschiff her? Das sind wirklich sehr ansprechende Soundbeispiele.

  2. Siggi Mueller

    10. März 2018 um 10:48

    Ich hatte den C15 auch schon länger im Visier der mich spontan an den Prism von Kinetic Sound aus den 80er erinnerte, wenn man das zweite Manual weg denkt. Leider, leider kommt der C15 trotz innovativem Konzept und tollem Klang für mich nicht in Frage. Mein Workflow im Studio lässt es einfach nicht zu, wenn ich es nicht extern ansteuern kann. Ja, man höre und staune, es hat kein MIDI !!!! Für mich völlig unverständlich bei einem Gerät wo man 4 Pedale anschliessen kann und sich auf der Webseite mit „instrument for the performing musician, designed for playability…“ oder „…the C15 is built for human control…“ brüstet. Ich als Musiker der gerne mit Breathcontroller oder polyphonem Aftertouch mit meinem MIDIboard die Sachen in meine DAW einspiele, habe da mit dem C15 schlichtweg verloren. Selbst wenn man mit der niedrigen Auflösung von MIDI argumentieren möchte, wenn man die 127 Midisteps für die Soundengine vernünftig interpoliert, sollte dies kein Problem sein. Das hat schon Yamaha mit VP1, VL1 etc. vor 25 Jahren hervorragend geschafft. Schade schade, die zusätzliche Möglichkeit eines Mietkaufes, hätte es einem doch so einfach gemacht.

    • Peter M Mahr

      10. März 2018 um 13:40

      Hallo Siggi,

      Valide Punkte, die Du ansprichst.

      Das Fehlen der MIDI Schnittstelle dürfte in einigen Fällen so etwas wie der „dealbreaker“ sein, um das mit einem zeitgemässen Wort zu beschreiben. Mir ergeht es da ziemlich ähnlich. So sehr ich das Konzept und dessen konsequente Umsetzung sonst schätze, das Fehlen des MIDI Trios erachte auch ich als Nachteil.

      Der C15 kann gerade im Studio seine klanglichen Vorzüge ausspielen – und davon hat er zur genüge! Beim Durchhören der Klänge musste ich unweigerlich an Filmmusik, aber auch andere Bereiche denken in denen dieses Instrument auftrumpfen kann. Klar kann man dem entgegenhalten, dass eine Violine, oder ein Orchester die Passage auch einspielen muss…. nur wir wissen, die Realität und Arbeitswelt sieht heute ein bisschen anders aus. ;-)

      Ich glaube es war im Zuge des Voyager Interviews mit Rudi Linhard wo wir uns über die Datenmenge die vom Trackpad generiert werden kann unterhielten. Und auch hier vermute ich, dass es primär das Datenvolumen ist, das das Trio alt aussehen lässt. Ob Interpolation hier wirklich der Weisheit letzter Schluss ist vermag ich nicht zu beurteilen. Dazu könnte nur Stephan, bzw. jemand aus dem Team eine kompetente Antwort geben.

      In den beiden Tagen in denen ich Zeit hatte mich ein wenig mit dem C15 zu beschäftigen hat mir genau das Spielen grosse Freude bereitet. Das Fehlen einer ordentlichen Tastatur – ich hatte nur mehr den Mini – wurde bei mir ebenso offenkundig, wie der daraus resultierende Mangel an Spielpraxis. So wie Du bevorzuge ich gerichtete Tastaturen. Polyphoner Aftertouch ist natürlich etwas, das gerade bei einer derartigen Sound Engine dann nochmals das gewisse Extra wäre und sind wir beide bestimmt nicht allein…. Verstehe Dich daher sehr gut. Die eingebaute Tastatur ist aber eine sehr feine, da möchte ich keinesfalls falsch verstanden werden.

      Interessant, dass Du den VP1 ansprichst. Denn genau der kam mir beim Spielen immer wieder in den Sinn. Ich hatte vor Jahren einmal die Gelegenheit im Zuge einer Fotosession bei Theo auf einem Exemplar zu spielen. Ein gemeinsamer Bekannter war so freundlich uns seinen zur Verfügung zu stellen…. allerdings stand uns beiden damals die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, was primär der kurzen Zeit die uns zur Verfügung stand ihn zu spielen geschuldet war. Aber dennoch konnte ich ein wenig hineinhören und habe auch noch Reinholds Demo im Ohr. Sprich, das bis dato Gehörte im C15 erinnert mich doch sehr daran, im positive Sinne. Weit weniger an das Synclavier, in dessen Nähe der C15 auch manches Mal gerückt wird. Klanglich hört sich das bis dato für mich anders an und glaube mir, das klangliche Potenzial lässt mich dann doch über den einen oder anderen Punkt hinwegsehen. Zudem glaube ich, dass Stephan sehr wohl zuhört und man das Instrument weiterentwickeln und verbessern will.

      Ich suche seit langem und bin nun vielleicht am Ende dieser Suche angelangt. Wirklich beurteilen kann ich es noch nicht, da ich gerade einmal die oberste Schicht der Oberfläche angekratzt habe. Dank des Nonlinear Labs Verkaufsmodells kann ich ihn in Ruhe und ausreichend testen. Das bringt mich auch noch kurz auf diesen Punkt zu sprechen. Im Zuge einer Skype Session hat Stephan erklärt warum er das in dieser Form anbietet und ich finde die Idee gut, vor allem aber die Erklärung sehr sympathisch.

      Liebe Grüsse,
      Peter

  3. Ich habe meinen C15 nun schon seit fast 7 Monaten hier bei mir Zuhause. Leider komme ich nicht täglich dazu meine Synthesizer zu spielen. Den C15 habe ich zur Zeit bei mir ganz separat von den anderen Synthesizern in meinem Wohnzimmer mit zwei direkt angeschlossenen Aktivboxen stehen. Denn wenn ich mich an den ran setze, dann vergesse ich eh erstmal alle anderen Synthesizer die ich habe. Die Klänge die ich dort nach kurzer Einarbeitungszeit in den ersten beiden Wochen so entlocke sind so anders als alles andere was meine anderen Synthesizer können. Meist kommen Klänge raus, die man sofort als Filmmusik verwenden könnte. Ob es diese Klänge in der gleichen Auflösung nun schon mal als Software gab oder nicht ist mir egal. Ich arbeite nicht mit Softsynths. Ich brauche das haptische. Und mit dem einen Encoder geht das Klangschrauben sehr gut. Durch die vielen Taster wählt man die einzelnen Parameter nach kurzer Einarbeitung wirklich sehr schnell zielsicher aus. Diese Taster passen zu meinen visuellem Gedächtnis wunderbar. Und mit der anderen Hand drehe ich dann den wert am Encoder sprungfrei ein. Und mit den Modulationen durch die Pedale, Ribbons, Velocity und Aftertouch ist ein Klang bei zwei Noten hintereinander selten der gleiche. Ich merke, wie ich weniger Noten, dafür mehr individuell artikulierte Noten spiele.
    Ich hatte vor dem Kauf meinen Waldorf WAVE mit 32 Stimmen nach 22 Jahren (Erstbesitzer) verkauft. Dank dem C15 als sein Nachfolger habe ich den Verkauf nicht bereut. Nur das geniale Hermode Tuning vom WAVE vermisse ich.

    Ich bin noch immer sehr begeistert von dem Instrument. Und das Äußere alleine verleiht den inneren werten schon das Prädikat „Instrument“. Ich arbeite beruflich mit Holz. Und ich finde dieses Holzgehäuse aus Buche bzw. Birnen Holz wunderschön. Ich habe genug Plastik- oder Blechgehäuse mit Alibi-Holzseitenteilen gesehen bzw. besessen. Das ist kein Instrument für die Keyboard-Burg, sondern eins was danach schreit als einziges Instrument von einem Keyboarder gespielt zu werden.

    Ich selber benutze MIDI seit 15 Jahren nicht mehr um Noten aufzunehmen, sondern nur noch für SysEx und gelegentlich um Noten und Controller in Echtzeit zu verwenden. Daher sehe ich das Fehlen einer MIDI Schnittstelle auch nicht als ein Problem. Ich kann natürlich verstehen, dass dieses für viele ein Problem darstellt.

    Das echte und bis zum Anschalten in jedem Einzelschritt mögliche Zurücknehmen von Änderungen („undo“) funktioniert bei diesem Synthesizer einfach wunderbar im Vergleich zu so vielen Synths deren Undo-Funktion häufig nur den letzten Schritt umfasst und auch kein „Redo“ kann. Der Export von Klängen im XML-Format ist sehr gut geeignet mal eben Klänge per Script global zu ändern oder den Namen und den Info-Text pro Klang zu ändern.

    Die Option das Instrument statt zu kaufen in Raten beim Hersteller zu kaufen oder es jeder Zeit zurückzugeben (hat das überhaupt schon einer gemacht?) ist ungewöhnlich in dieser Branche und ein tolles Entgegenkommen von Nonlinerar Labs.

    • Peter M Mahr

      11. März 2018 um 8:52

      Hallo Till,

      Schön, Dich hier zu treffen.

      Anders als bei Dir, steht der C15 bei mir im Studio. Aber mal sehen wie lange noch, oder ob er es nicht doch ins Wohnzimmer schafft, da ich seit seiner Ankunft eigentlich nicht mehr aus dem Studio zu bekommen bin.

      Wenngleich meine Klangbeispiele – zumindest einmal die ersten beiden – sehr traditionell sind, so lässt sich doch erahnen was in diesem Instrument für Möglichkeiten stecken. Hinzu kommt, dass die klangliche Qualität beeindruckend ist. Sein Spektrum sowieso und ich sehe eigentlich kaum ein Genre in dem er nicht seinen Platz finden könnte. Ok, ich sollte wohl schreiben in den Genres die mir gefallen. Von Filmmusik, Ambient, über experimentelle Musik bis hin zu Electronic und Jazz.

      Dass Du Dich sogar von Deinem Wave getrennt hast sagt einiges. Ich habe dem zweiten Demostück „Glass ’n Brass“, zu Beginn nun auch ein entsprechendes klangliches Zitat vorangestellt. Zumindest ein inspiriertes. Denn tatsächlich geht der Klang für mich vom Weinglas™ über die Standuhr bis zum Effektsound… und ist dabei in keinem Moment ein DX Glöckchen. Jetzt hätte ich noch gerne die Mögliuchkeit den Charakter von Metall zu Holz zu ändern, aber um einen Freund zu zitieren „Irgendetwas ist immer“. Und klar, den Schmutz, oder wie Georg es nennt „die digitale Grütze“, die ist nicht enthalten. Zumindest nicht in diesem Beispiel. Dafür ist der darauf folgende Sound nach meinem Dafürhalten eine Klasse für sich.

      Die Verarbeitungsqualität macht einen sehr, sehr gediegenen Eindruck und meine Version des C15 lässt auch optisch keine Wünsche offen. Bevor er eintraf, habe ich erwogen ihn eventuell zu einem späteren Zeitpunkt in eine andere Holzhülle zu verfrachten. Dieser Gedanke ist vom Tisch, denn der C15 gefällt mir genauso wie er auf eben diesem derzeit vor mir steht.

      In der Tat, das Äussere spiegelt die Inneren Werte wider. Vor allem muss ich mich aber Deiner Aussage anschliessen, dass das Instrument von einem Keyboarder gespielt werden will. Gerade der zweite Sound im „Glass ’n Brass“ ist ein gutes Beispiel für das „gespielt werden“. Als ich gestern am späten Nachmittag endlich Zeit hatte den C15 wieder zu spielen, stellte ich fest wie schlampig ich beim Einspielen war. Früher hätte ich mich hingesetzt und in der DAW nachgearbeitet… schnell, schnell eine Aktion setzen und sie danach nötigenfalls auszubessern. Wie Wasser, der Weg des geringsten Widerstands :-). Der C15 bewegt einen hingegen dazu es richtig oder überhaupt neu zu machen. So habe ich mich heute gleich in der Früh hingesetzt, konzentriert und das Beispiel neu eingespielt. Nicht perfekt, aber besser… und das ohne Snickers. ;-)

      Mir gefällt der dem C15 offenbar zugrundeliegende Gedanke sehr gut. Michael, alias „100 things to do“ hat gestern etwas geschrieben, das mir sehr gut gefiel und ich zitieren will „I really like the idea of being forced to play the synth and not sequence it“.

      Und ja, das Verkaufsmodell finde ich sehr sympathisch, wie auch schon hier an anderer Stelle geschrieben.

      Liebe Grüsse,
      Peter

  4. First of all please excuse this being in English, My German is very poor (thanks Google Translate :D)!

    I have been following the C15 for quite a while. I find FM synthesis to still be a fertile ground for ’new‘ and interesting sounds, especially for the more atmospheric music I make.

    While being FM instantly conjures similarity to the Synclavier in many people’s minds the C15 is a very unique synth engine and from what I have heard on youtube and in Peter’s demo above can go to some very new sonic Places.

    I hope to get to Berlin later this year and get my hands on one of these. The lack of Midi is a deal killer for many, but I find the more I have to do manually the more natural and organic the eventual output is!

    Great to see some creators thinking out side of the box.. in both usages of the term! :D

    • Peter M Mahr

      11. März 2018 um 9:09

      English is fine, especially if it is used properly [q.e.d. :-)].

      I am sure you’ll love the C15. And agreed, FM is still one great source to get new and amazing sounds. And it is probably not by accident that Brian Eno used a lot the DX for ambient music.

      As stated elsewhere I do not see… or better hear the C15 in any proximity to the Synclavier. But I never owned one. Nor did I own the VP1, but still many of the C15′ sounds remind me more on the VP1 than on the Synclavier. This might be more due to the way how one can control the sounds.

      Indeed I still would like to have MIDI, but another part of myself says „no, be happy that there is no MIDI… this will make you more play and become a better keyboard player again“. So let’s see which part of me will finally win. :)

      > Great to see some creators thinking out side of the box.. in both usages of the term!

      Like!

      Cheers,
      Peter

  5. Hallo Till, hast Du diese angenehme Ecke der Synthesizer-Blogsphäre auch entdeckt…

    Für mich wäre der C15 eher nichts, für direkte Kontrolle würde ich wohl meinen Kontrabass aus der Ecke holen, die Gitarre umschnallen oder gar singen. Aber was Peter hier anklingen lässt, gefällt. Mich hat es spontan an Sounds von den Synthesizer von Gestern CDs erinnert, die dort aus Yamaha GS2 oder DK Synergy I kommen. La Carlos lässt ebenfalls grüssen.

    Ich konnte vor einiger Zeit ein paar Worte mit John Chowning wechseln, er hatte November 2017 in Bern am Symposium „Future Sound of Pop Music“ zum Thema „FM Synthesis – Fifty Years“ gesprochen. Brass Sounds gehen wunderbar mit FM und wenn man die Träger sinnvoll mit LFO und Random moduliert, so klingt es auch erstaunlich überzeugend und organisch. Das fehlt ein wenig beim DX7 und offenbar kann der C15 das dank der vielen Realtime-Controller und deren Auflösung auch entsprechend zielführend umsetzen. John hat damals alles in Music V oder ähnlich aus stückweise linearen Kurven zusammengesetzt.

    Info noch für Peter: Den Hinweis auf das Symposium habe ich bei Bruno Spörri gefunden, er hat dort auch gesprochen und auf seiner Seite computerjazz.ch schaue ich immer mal wieder vorbei. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der hier in Zürich in den vergangenen Jahren immer mal wieder Vorträge gehalten hat. Till hat ihn mal bei einem Besuch vor Jahren in einem Seminar an der ETH erleben können. Einen Blick wert sind auch Pages wie digitalbrainstorming.ch oder zhdk.ch…

    Das Reverb ist in der Tat recht fein. Etwas viel Modulation evtl. was aber auch Geschmacksache ist. Wie tiefgreifend kann der User hier eingreifen? Ein User Manual vom C15 konnte ich nicht finden und im Test von Amazona steht nichts dazu, man sieht nur das Interface mit Tastern für SIZE, COLOR und MIX.

    • Peter M Mahr

      11. März 2018 um 14:30

      Hallo Georg,

      Till war schneller und mit dem Reverb bin ich etwas zu grosszügug umgegangen, vor allem beim dritten Sound im „Glass ’n Brass“ Beispiel. Aber das ist ohnehin bitte mit einem grossen ;-) zu hören.

      Ich stimme dem zu was Du hinsichtlich der Brasssounds schreibst. Die optimale Verwendung der Pedale ist jedoch ausserordentlich wichtig und ein „Geheimnis“ der Lebendigkeit der Klänge. Stephan hat deren Anschaffung nicht umsonst empfohlen und dazu würde ich auch jedem unbedingt raten. Im zweiten Beispiel von „Glass ’n Brass“ bediene ich die beiden Pedale etwas dezenter, nachdem ich zuvor eher „ungestüm“ und vom Ergebnis nicht überzeugt war. Lerneffekt.

      Sehr interessant, womit Du den C15 vergleichst. Wie an anderer Stelle erwähnt, erinnert mich so manches klanglich an den VP1, anderes geht ganz klar in die klassische FM Richtung, wenngleich es vom DX7 doch ziemlich weit entfernt ist. Der hat dafür andere Vorzüge. Gerade der „Weinglas“ Sound ist dahingehend für mich ein schönes Beispiel. Nur sehr oberflächlich „betrachtet“ erinnert dieser an DX Glöckchen [rotes Tuch, Du weisst :-)].

      Besonders interessant ist Deine Erwähnung des GS und des Synergys. Und das aus einem besonderen Grund, da es hier eine Verbindung gibt, warum der C15 bei mir im Studio steht. Eine Diskussion auf amazona.de war dafür letztendlich Auslöser. Konkret war es mein Wunsch nach einem GS1 und nach einem ausdrucksstarken Instrument. Der von mir besonders geschätzte Kollege und Mitglied der amazona Gemeinschaft „pst-ddv“ hat mich im Zuge dessen auf den C15 aufmerksam gemacht. Und wenn ich mich recht entsinne erwähnte er in einer privaten Nachricht ein bestimmtes Instrument. Das dazu.

      Hab vielen Dank für die Hinweise! Muss ich gleich bookmarken. Möge es mir vergönnt sein, möglichst lange hier in der Schweiz zu verweilen, denn die Community vor Ort scheint nicht nur höchst interessant zu sein, nein, die ist es.

      Liebe Grüsse,
      Peter

      • Wie ich gerade online sehe, haben sich die ‚Tage für Neue Musik Zürich‘ zur Biennale gewandelt: ‚Focus Contemporary – Zürich-West‘ heisst das neue Festival. Es fand letztens im November 2017 statt. https://www.zhdk.ch/veranstaltung/32481

        Dumm gelaufen. Wenn man einmal nicht hinschaut, schon basteln die was Neues.

    • Peter M Mahr

      13. März 2018 um 7:47

      So, ich habe jetzt einmal das Diagramm der Synth Engine eingefügt um hier etwaige Missverständnisse zu vermeiden. Auch wenn mich der C15 klanglich stellenweise an den VP1 erinnert, so ist die Synth Engine doch einem anderen Instrument ähnlicher. Dass sich einige der klanglichen Resultate in der Nähe des VP1 verorten lassen hat andere Gründe. Nicht minder wichtig – der C15 ist ebenso wenig ein simpler, weiterer FM Synth. Daher die Grafik zur Synth-Engine mit Link zur Herstellerseite.
      ps: Georg, das ist bitte als allgemeine „Equalizierung“ eines meiner Kommentare und nicht als direkte Antwort auf Dich zu betrachten.

  6. Hallo Georg, die Hall-Parametern sind (war zu faul das hier von dem PDF zu übersetzen):
    Size(%): The room size and reverb time are set here.
    Pre Delay (%): Time, shifting the late reflections. This has a profound effect on the perceived room size.
    Color(%): Cutoff of the filter that damps the lower frequencies of the reverberation signal
    Chorus (%): This controls the internal modulation of the reverberation delays. At higher amounts there is more movement and the diffusion is smoother. At lower settings the reverb becomes more static and metallic.
    Mix(%): Cross fades between the dry signal and the reverberation signal.

  7. Cool und danke. Dann kann man das mit dem Chorus Parameter anpassen. Viel Spass Euch beiden mit dem C15 weiterhin.

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