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Roland JP-08 – Erster Eindruck

12. August 2016 - Fundstueck, Sound
Roland JP-08 – Erster Eindruck

Im Zuge der Behringer DeepMInd 12 Diskussion und eines meiner dort geposteten Kommentare, sowie Hinweisen von Freunden, habe ich begonnen mich eingehender mit Rolands Boutique Serie zu befassen. Hier meine ersten Eindrücke…

Roland JP-08 Text

Nach dem Öffnen der alles andere als grossen Schachtel, war ich erstaunt wie klein der JP-08 in natura ist. Die Verpackung beinhaltet einen an jeder Seite mindestens 1cm starken Schaumstoff, weshalb der JP-08 in etwa so „gross“ ist wie meine mini iMac Tastatur. Was ich an der Stelle gleich festhalten kann ist, dass der kleine Jupiter einen gut verarbeiteten Eindruck hinterlässt, und somit auch der Tradition des Jupiter-80 folgt.

Eine meiner grössten Sorgen war, oder lassen Sie es mich so formulieren, zum Ring tragenden Schmuckmodel tauge ich nicht. Dieser Nachteil wurde jedoch zu keiner Hürde und so lassen sich die kleinen beleuchteten Schieberegler auch von mir bedienen. Der Widerstand der Schieberegler hinterlässt einen guten Eindruck, den die Drehregler fortsetzen.

Grössenvergleich_DSF1506

Kaum mit dem analogKEYS und dessen MIDI Out verbunden, eingeschaltet und den Kopfhörer angeschlossen war die rechte Augenbraue auch schon spitz hochgezogen. Gut, dann wird der JP-08 eben an das CP1 angeschlossen und die analog KEYS Bedienungsanleitung später konsultiert warum da nichts zu hören war.

Aha! Und der soll nur 4 Stimmen haben? Wie jetzt? Entweder ist der Roland’sche Stimmenklaumodus genau so angelegt, dass er meiner Spielweise entgegenkommt, oder man hat hier einen eleganten Weg gefunden, dass Stimmen nicht abgeschnitten werden. Ich stehe hier im positiven Sinne vor einem Rätsel.

Roland Jupiter-8

Wie klingt er? Auch hier bin ich angenehm überrascht und das hat definitiv nicht primär damit zu tun, dass mir die Gebrauchtmarktpreise für das Original jegliche Freude an einer entsprechenden „Investition“ getrübt haben. Roland’s ACB Technologie ist offenbar am richtigen Weg, wie z.B. auch das SH-2 Plug-Out zeigt.

Nach dem Durch“steppen“ der Factory Patches und dem daraus resultierenden Verändern der Klänge kann man eine Ähnlichkeit zum fast übermächtigen Ahnen nicht leugnen. Wenn mir ein Unterschied auffällt, dann ist es bei Klängen mit hoher Resonanz und in den oberen Lagen. Aber wie oft verwende ich Pads a la „With or without you“? Und wenn ich „Ähnlichkeit“ geschrieben habe, dann mag sich diese Formulierung distanzierter lesen als sie intendiert ist, denn der Kleine nennt sich völlig zurecht JP-08.

Jupiter-8 und JP-08 - title

Sie suchen nach Audiobeispielen? Leider vergeblich, ich weiss. Über Klänge und Klangqualität zu schreiben ist in etwa so, als würde man eine Restaurantkritik vortanzen. Ich bin mir dessen bewusst. Der Grund warum es hier keine Klangbeispiele gibt ist noch dazu banal. Man sollte es nicht glauben, unter den hunderten von Kabeln hier, findet sich doch glatt keines, das von Ministereoklinke auf zumindest zwei grosse Klinkenstecker geht. Sowie mir das entsprechende Kabel von House of Sound geliefert wird, plane ich Klangbeispiele nachzureichen. Wobei es vor allem auf YouTube schon einige sehr hörenswerte Videos gibt.

ADDENDUM 14. August 2016:
Simples JP-08 Pad, zunächst trocken aufgenommen, ab etwa Sekunde = 55 Wiederholung mit „Space“ EFX.

Was mich wundert ist, warum bei dreistimmigen Akkorden die Releasephasen beim Akkordwechsel nicht abgeschnitten werden… Das Filter hätte ich gerne geöffnet, aber der Regelweg ist zu klein um das geschmeidig genug hinzubekommen. Sowie das neueste OS aufgespielt ist, gibt er ja nicht nur MIDI CCs Daten aus, sondern versteht sie auch. Dann sollte das kein Problem mehr darstellen. To be continued….

12 thoughts on “Roland JP-08 – Erster Eindruck

Rüdiger

Haha, da könnt ich dir aushelfen. Nachdem ich hin und wieder mal mein iPad oder iPhone als Synthesizer genutzt habe, habe ich solche Kabel.

Aber im Ernst: das kleine Ding hat es mir trotz der erheblichen Einschränkungen angetan. Die Legende schlechthini, Westentaschenformat für die Urlaubsreise., das wäre es doch. Bin sehr gespannt auf deine weiteren Posts und mp3s hierzu. Ich bleibe dran.
Liebe Grüße
Rüdiger

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    Peter M Mahr

    Ich habe dann lange meine Kisten mit den „Spezialkabeln“ durchsucht und bin am Ende doch glatt fündig geworden. Uff. Da es ein Sicherheitskauf war, hat es natürlich prompt nicht die notwendige Länge und so musste ich dann beim JU-06 Demo mit der linken Hand die Sounds am CP1 einspielen, den JU-06 am Schoss liegend mit der Rechten bedienen (kurze Pitch Modulation beim glockigen Klang und das Filter im Falle des Bass‘). Mir war eben wichtig diesen Moment einzufangen. Heute wäre es anders gewesen.

    So, mal sehen ob ich heute dazu komme mit dem JP-08 Beispiele aufzunehmen.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
Eberhard Biebricher

Hallo Herr Mahr, ein großes Kompliment für diese tolle webside. Ich überlege mir grad, ob ich mir in Ergänzung zu meinem Nord Stage 2 so einen JP-06 oder JP-08 kaufen soll, allein schon wegen der weichen Flächen usw. Gruß Eberhard Biebricher

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    Peter M Mahr

    Hallo Eberhard,

    Danke für Ihr Kompliment! Das freut mich ganz besonders.

    Was die Boutiques betrifft – ich hoffe in den nächsten Tagen ein paar Beispiele aufnehmen zu können. Vermutlich werden diese im JU-06 Beitrag gepostet werden, sofern es nicht ausschliesslich mit dem JP-08 aufgenommene Stücke sind.

    Rüdiger hat freundlicherweise ein Juno-60 File als Referenz online gestellt. Wenn es sich zeitlich ausgeht und ich es schaffe, dann wäre natürlich interessant zu sehen, wie weit man an die Sounds herankommt. Kollege „Oli G.“ hat alle drei Boutiques und ich bin gerade dabei ihn dazu zu bewegen auch ein File aufzunehmen. Dies würde eine gute Basis zum weiteren Erfahrungsaustausch bilden und auch einen besseren Einblick gewähren.

    Je nach Budget und Anforderungsprofil könnte die Boutiques gut zum Nord Stage passen. Bin gespannt wofür Sie sich entscheiden.

    Liebe Grüsse,
    Peter Mahr

    Reply
    Peter M Mahr

    Hallo nochmals,

    Ich weiss nicht, ob Sie es gelesen haben, seit gestern kursiert das Gerücht, dass Roland am „909 day“, also am 9. September, neue Instrumente ankündigen wird.

    Beste Grüsse,
    Peter Mahr

    Reply
Rüdiger

Wow, das Pad ist ja mal richtig amtlich.. Das hätte ich nie gedacht, dass der kleine Zwerg so lebendig klingt. Man merkt überhaupt nicht, dass es ein VA ist. Die Oscilatoren schweben richtig schön und es wirkt alles andere als steril. Ich denke, dass ich den JP 08 auch noch kaufen werde, obgleich ich bisher sehr gezögert habe, da mir diese ganze Miniaturisierung etwas missfällt.
Liebe Grüße
Rüdiger

Reply
    Peter M Mahr

    Vielleicht solltest Du noch etwas abwarten. Es ist doch schon eine Zeit ruhig bei Roland und so gut der JP-08 auch klingen kann, aber die Reglerwege sind einfach zu kurz.

    Ich hätte z.B. gerne die VCF CutOff bei der Aufnahme variiert, aber mittels Regler war es schwierig um nicht zu schreiben unmöglich. Beim JU-06 ist es um einen Tick besser, aber mit dem Update und der Möglichkeit MIDI CCs zu empfangen sollte es besser gehen. Mal sehen.

    Freut mich, dass Dir das Pad gefällt. ?

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
axel roeb

Da gibt es nichts zu meckern, der Winzling kann mehr als die Dreadbox Murmus V2 und ist auch noch viel günstiger, aber ich will die Kleinen trotzdem nicht;-) und warte mal Japaner vielleicht zieht dann ein Roland nach langer Abstinenz hier ein, ich sehe nur Italien Portugal Schweden England und USA demnächst noch Frankreich:-)

Klasse Pad Chapeau

Axel

Reply
    axel roeb

    Sorry mit der V2 auch Griechenland

    Reply
      Peter M Mahr

      :))

      Liebe Grüße,
      Peter

      Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Axel,

    Bei „Frankreich“ musste ich doch glatt kurz nachdenken, ehe mir dann „Grenoble“ einfiel und dass es in dem Fall ja ein „to do“ ist. Aber ja, kann ich sehr gut nachvollziehen und ist für mich aktuell am spannendsten.

    Im Falle von Roland habe ich an anderer Stelle schon gepostet was ich mir wünsche. Grob umrissen, ein Keyboard mit 5 Oktaven, grosse Tasten verstehen sich von selbst, ausreichend Schiebe- und Drehregler, die Rechenpower sollte so stark sein, dass zwei Engines gleichzeitig (Split) genutzt werden können ohne klangliche Kompromisse eingehen zu müssen und natürlich die aktuellen Plug-Outs an Bord. Alleine ein JP-08 mit acht Stimmen hätte mich bei diesem Beispiel ganz anders spielen lassen. Freut mich übrigens, dass Dir das Pad gefällt. Roland Pads sind einfach etwas Feines. Die Herausforderung bestand darin weder den Cut Off noch den Env Mod Regler zu bewegen…. somit sollten noch etwas grosszügigere Reglerwege auf meine Wunschliste.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
      Peter M Mahr

      Einen Featurewunsch habe ich bis dato noch nicht kundgetan. Er ordnet sich in den Bereich „etwas Neues“ ein.

      Es muss doch bei Instrumenten mit digitaler Klangerzeugung möglich sein, dass beim Umschalten von einem Klang zu einem anderen, die Parameter nicht umgeschaltet, sondern hinbewegt werden. Damit meine ich wenn z.B. die CutOff bei Sound A = 94 ist, bei Sound B hingegen = 23, dass alle Zwischenstufen bis zum Zielwert, hier = 23, durchfahren werden. Bei den Wellenformen wird das evtl. schwieriger, da es Festformen sind. Aber da hier alles auf digitaler Ebene abläuft, müsste eine Überblendung möglich sein. Geht ja sogar analog, siehe z.B. Voyager oder OB-6.

      Jetzt mag sich der eine oder andere Fragen wozu das gut sein soll. Man stelle sich z.B. vier Versionen dieses Pad Sounds vor. Das würde eine ziemliche Lebendigkeit erzeugen, wenn man zwischen diesen wechselt, es aber nicht zu Sprüngen kommt.

      Ähnliches gilt für Lead- aber auch Basssounds, wo man meistens eine Hand frei hat um umzuschalten. Das Ganze kann auch experimenteller sein. Gut wäre, wenn man die Übergangsphase zeitlich definieren könnte, also z.B. einen Wert von t = 100ms – 10s zum Erreichen der Zielwerts einstellen könnte.

      Reply

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