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synTRK 001: Roland Boutique JX-03

5. September 2016 - Studio, synTRK
synTRK 001: Roland Boutique JX-03

Synthesizer: Roland Boutique JX-03

Multitrack: JX-03 [Drums/Percussion – Ableton]

Format: 44,1kHz/32bit MP3: 320bit/s

Composer: Oliver aka FunKeyLicious

Roland JX-03
Multitrack:

Olivers Beschreibung:
Als ehemaliger JX-3P Besitzer kann ich sagen, dass der JX-03 aus meiner Erinnerung heraus den Sound des analogen „Vaters“ sehr gut nachbildet. Ich hatte mir damals (vor ein paar Jahren zur Zeit einer kurzen „Vintage-Sammelleidenschaft“) einen JX-3P inkl. PG-200 Controller von einem Bekannten gekauft. Kurz zuvor hatte mich jemand anderer auf den JX-3P aufmerksam gemacht und ihn mir als idealen Pad-Synth mit dem Hinweis auf viele Enya-Tracks angepriesen. Nun, auch wenn ich niemals in dieser Musikrichtung unterwegs war, mach(t)en für mich manche Roland-Synths (insb. JX-3P, JX-8P und JX-10) diesen speziellen sanften Pad-Sound aus, den ich nachwievor sehr schätze.

Ein wesentlicher Bestandteil ist der legendäre Chorus, von dem es beim JX-03 so wie beim JX-3P nur eine Einstellung gibt (z.B. im Vergleich zum Juno 6/60/106). Diese passt aber einfach gut und das ist schon bemerkenswert im Kontext, dass man üblicherweise ja gerade bei Effekten diverse Einstellungsmöglichkeiten gewohnt ist. Hier beginnt die „Magie der Reduktion“. Naja, vielleicht etwas hochtrabend beschrieben, aber musikalisch sinnvoll einsetzbar. Der Roland Chorus trifft für mich genau den Punkt, als dass der Effekt zum Sound dazu gehört.

Ableton Live Suite Screenshot

Was macht den JX-03 noch speziell – vor allem im Vergleich mit den anderen Boutiques? Da wären einmal ganz offensichtlich die Bedienelemente – hier statt Slidern mit Potis gelöst. Und ja, sie sind sehr klein, aber dennoch gut bedienbar. Von den wesentlichen Elementen zur Klangerzeugung bzw. -gestaltung gibt es wie beim JP-08 zwei Oszillatoren, aber wie beim JU-06 nur eine Hüllkurve. Auch hier war ich erneut überrascht, wie effektiv und musikalisch man diese einsetzen kann, obwohl natürlich eine weitere Modulationsquelle nützlich wäre. Aber auch an diesem Punkt setzte diese spannende Reduktion ein und das macht auch aus meiner Sicht den Charme der drei verschiedenen Boutiques aus – jedes Instrument, das Pate stand, hat eben zu bestimmten Sounds eingeladen. Da wird es interessant, wenn man vielleicht in einem neuen Instrument Elemente der einzelnen Klassiker mischen kann und dann plötzlich doch eine zweite Hüllkurve für einen JX-3P Sound hat. Das erinnert mich dann auch ein wenig an das Konzept des Arturia Origin oder einer u-He Diva. Das mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, dennoch haben die Boutiques eben diesen speziellen Charme für mich. Was dann beim JX-03 noch dazu kommt, ist die sog. „Cross Mod“ Sektion – zwei verschiedene Sync-Settings, zweimal „Metalizer“ und ein Ringmodulator. Der Originale hatte nur einmal Sync und einmal Metal. Für weitere Details verweise ich auf diverse Testberichte.

Wofür würde ich ihn einsetzen? Nun ja, er bleibt für mich in der Pad-Abteilung stark und drückt auch schön in den Tiefen. Die Crossmodulationen verändern jetzt nicht so stark wie erwartet, sodass er für mich jetzt kein Kandidat für sehr experimentelle oder schräge Klänge ist. Dicke Mono-Bässe konnte ich ihm auch nicht wirklich entlocken. Ein wenig sanftmütig, aber doch ein kleiner Wolf im Schafspelz – so würde ich den JX sehr subjektiv beschreiben. Sein Daddy ist ja auch nachwievor einer der eher unterschätzen Synthesizer. Und wie auch die anderen Boutiques ist der JX-03 definitiv sehr „analog“ klingend. Dadurch braucht man erst gar nicht spezielle Modulationstricks, wobei ja schon der JX-3P aufgrund seiner DCOs prinzipbedingt sehr stimmstabil war. Ich hatte vor dem JX-03 schon den JP-08 und den JU-06 gekauft und hab dann ein paar Kenner befragt, ob ich denn auch noch einen JX-03 „brauche“… Es war ein guter Rat.

JX-03 Panel bl

Technische Details zur Aufnahme:
DAW: Ableton Live Suite 9.6.1 / 64bit auf Windows 7
Interface: RME Fireface UFX
Effekte:
Delay: Ableton Live internal Plugin
Reverb: UAD EMT® 250 Classic Electronic Reverb
Mastering Limiter: UAD Precision Limiter


Fotos © Roland

9 thoughts on “synTRK 001: Roland Boutique JX-03

Peter M Mahr

Hallo Oliver,

Das Intro gefällt mir richtig gut und es zeigt eindrücklich, dass „man“ – die feige Version von „ich“ 😉 – nicht viel braucht um Musik zu machen.

Dein Resümee teile ich, wenngleich mir der Tri Bass ganz gut gefällt. Der würde mich solo gespielt interessieren. Ein bisschen mehr „Knarz“ wäre was ich mir vom Sound her wünschen würde. Viel EQ hast Du nicht verwendet, oder?

Wo dem JX-03 ein bisschen die Luft ausgeht ist bei der BassDrum. Aber da könnte man vermutlich mit dem eben angesprochenen EQ noch einiges rausholen. Die Höhen absenken und dann untenrum runder, aber erst im zweiten Teil. Denn im ersten passt der Sound für mich sehr gut. Aber ok, hier geht es ja um den JX-03 – ich bin ein weiteres Mal überrascht was man mit den Boutiques machen kann. Wenn man sich damit beschäftigt.

Sehr fein finde ich die Percussionsounds (der „Clap“ artige und das „Rauschen“) im ersten Teil. Die finde ich im Ableton Screenshot nicht, dürften aber auch aus dem JX-03 stammen. Und sag da sind so Syn Tom Tom artige Sounds drin, oder?

Die Pads sind in der Tat stark und JX-würdig. Bei den JDs ist später noch etwas „Hauch“ „Tsch“ und dann noch Modulationseffekte drauf, auch schön, aber JX erkennt man, wenngleich das Wattige wie beim allseits bekannten „Soundtrack“ Preset hier für mich nicht zu hören ist. Auf der anderen Seite gibt es da wohl was gerade diesen Sound betrifft auch schon eine ziemliche Sättigung.

Dass er nur vier Stimmrn hat fällt nicht auf ;), die Pads klingen fein und da geht noch mehr. Einzig bei den Bässen lässt er nach, aber dafür war das Original jetzt auch nicht gerade berühmt.

Liebe Grüsse,
Peter

Reply
    Oliver

    Hallo Peter,
    freut mich, dass dich der kurze Track anspricht.
    Vielleicht noch zwei Punkte, weil du darauf referenziert hast:
    – Ich habe in dem Track gar keine EQs verwendet
    – Die Drums / Percussions kommen nicht aus dem JX-03 sondern aus Ableton Libraries. Percussions habe ich mit dem JX-03 noch nicht probiert, kann ich aber mal nachholen.
    Liebe Grüße,
    Oliver

    Reply
      Peter M Mahr

      Hallo Oliver,

      Da wird einiges klar und ist damit gleich ein gutes Beispiel für die Zukunft. Ich werde in der Einleitung eine entsprechende Anmerkung hinzufügen.

      Mit einem Blick auf den Screenshot heisst das, dass die unterste Spur ausnahmslos Sounds aus Ableton ansteuert. Schade, denn die Sounds fand ich mit am Interessantesten. ?

      Liebe Grüsse,
      Peter

      Reply
        Oliver

        Ja, darauf hätte ich vielleicht explizit(er) hinweisen sollen. Ich programmiere eigentlich nie Drums oder Percussions auf den Synths, da es so viel Spannendes in bzw. aus der Box gibt. Ableton und das enthaltene Drum Rack bieten hier sehr weitreichende Möglichkeiten der Klanggestaltung. Bei diesem Track habe ich aber bereits vorgefertigte Presets verwendet, da ich mich auf die Melodiestimmen und den JX-03 konzentrieren wollte.

        Liebe Grüße,
        Oliver

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          Peter M Mahr

          Eigentlich schade, denn wie erwähnt die Sounds fand ich gut. Hab dann auf die Front gesehen und überlegt wie Du die gemacht haben könntest. Jetzt ist es klar. 🙂

          Kein Problem. Die Rubrik ist am Entstehen und da werden noch einige Dinge kommen… oder auch nicht. Mal sehen.

          Liebe Grüsse,
          Peter

          Reply
Rüdiger

Ich finde den Track sehr ansprechend und ich hätte dem JX-03 gar nicht zugetraut, dass ihm so abwechslungsreiche Klänge entlockt werden können.

Für mich war der JX-3 immer die schlechter klingende Version des Juno 106 und dieser die schlechter klingende Variante des Juno 60. Aber da bin ich wohl sehr schlecht informiert bzw. ignorant…

Reply
    Peter M Mahr

    Kein Grund so hart mit Dir ins Gericht zu gehen. 🙂 Genau das ist ja eines der Ziele der synTRKs.

    Als er damals erschien war ich auch im „Jupiter-8“ … „Jupiter-8“ Wahn und habe den JX-3p nur kurz angespielt. Aber damals, das muss Mitte der Achtziger gewesen sein, waren auch andere Sounds angesagt… und was den Juno 60 betrifft, hoffe ich ja auf einen Beitrag von Dir. 😉

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
Christian

Sehr gelungener Auftakt für das synTRK-Projekt! Der JX-03 klingt wirklich sehr analog, die leicht angesyncten Sounds sind für den JX-3P typisch. Ein Bandkollege hatte ihn seinerzeit und ich fand ihn damals auch wirklich nicht schlecht; aber nicht so gut, um ihn gegen meinen Polysix einzutauschen 😉 Liebe Grüße, Christian

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    Peter M Mahr

    Hallo Christian,

    Dein Feedback freut mich sehr und ich Danke Oliver für seinen Beitrag, den ich aus mehreren Gründen für den perfekten Start halte.

    Der Multitrack selbst gefällt mir, vor allem das Intro. Dann wäre logisch dass man mit einem Moog Modular, einem Jupiter-8 oder z.B. Prophet-5 anfangen würde, klar… aber für wen von uns ist das realistisch eines der Instrumente zu haben, oder zu erwerben? Den JX-03 kann sich fast jeder leisten.

    Dann ist es ein Digitaler – da man gemäss Expertinnenforum nicht mehr VA sagt – VA, ein Instrument, das man sich eher leisten kann. Die mehr oder weniger Überschneidung mit dem SYSTEM-8 ist allerdings ein glücklicher Zufall. Und, dann ist mir wichtig, dass jede/r ein File beitragen kann.

    Heute erst habe ich einem Freund geschrieben, dass ich derzeit keinesfalls will, dass jede Woche ein neuer synTRK Beitrag garantiert ist.., ja, vielleicht in der Zukunft, aber sicher nicht jetzt.

    Aber die nächsten Beiträge sind schon in Planung, weil auch schon bestehende, fertig aufgenommene Files jederzeit herzlich willkommen sind..,

    Und ja, der JX-3p wurde damals unter Wert geschlagen. Der Polysix war / ist aber ein Guter. Aus meiner SichT nachvollziehbar…

    Liebe Grüsse,
    Peter

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