Menu

synTRK 002: Dave Smith Instruments OB-6

15. September 2016 - Studio, synTRK
synTRK 002: Dave Smith Instruments OB-6

Synthesizer: Dave Smith Instruments OB-6

Multitrack: OB-6

Format: 44.1kHz/24bit MP3: 256bit/s

Composer: Rüdiger Gaenslen

dsi-ob-6-foto-1

Multitrack:

Beschreibung:
Ich bin ein Kind der 80er Jahre, Generation Golf sozusagen. In meiner Jugend tanzten wir in der Disco zu Erasure, OMD, Duran Duran sowie Depeche Mode. Heimlich war ich aber ein großer Fan von Queen, Rush und Simple Minds. Diese Bands nutzen den Oberheim OB-Xa. Ich war schon als Kind vom berühmten Filtersweep in Tom Sawyer elektrisiert, der mich heute noch fasziniert, die Hookline von Subdivisions, die Hymnen von Queen und die tollen Pads bei Alive and Kicking ganz zu schweigen.

In dieser Nostalgie können wir heute wieder schwelgen und so war ich im Januar diesen Jahres anlässlich der Winter-NAMM extrem begeistert, als Dave Smith und Tom Oberheim den OB-6 vorstellten. Für mich war völlig klar, dass dieses Teil zu mir ins Studio kommt und mit Glück war ich einer der ersten in Deutschland, der den OB-6 unter die Finger bekam. So dauerte es nicht lange, bis ich ein Multitrack-Demo aufnahm und ich hierbei konsequent alles – auch die Drums – mit dem OB-6 umsetzten wollte. Da die Effekte im OB-6 ebenfalls sehr brauchbar sind, habe ich auch nur diese eingesetzt und sonst nichts weiter an externen Effekten oder Plug-Ins verwendet.

screenshot-daw

Ich hatte zunächst Zweifel, ob ich aufgrund des eher zahmen 12 db Filters und der im Vergleich zum Prophet 6 (den ich ebenfalls besitze) eher langsamen Hüllkurven gute Drumsounds generieren kann. Wie man aus dem Song gut heraushören kann, war ich aber doch überrascht, wie punchig die Base-Drum klingt. Natürlich ist es kein Vergleich zu einer TR-808 oder einem modernen analogen Drumcomputer, doch brauchbar sind die Sounds allemal.

Was mich der recht simpel gehaltene und bewusst im Stil des 80er Synthiepops komponierte Song aufzeigte, war die Tatsache, wie gut der OB-6 im Mix klingt. Die Instrumente sind alle präsent und nichts klingt matschig.

dsi-ob-6-foto-4

Technische Details zur Aufnahme:
DAW: Apple Logic Pro X
Interface: APOGEE Ensemble Firewire
Effekte: Ausschließlich interne Effekte
Equalizer: keinen
Summenkompressor: keinen


Fotos © Dave Smith Instruments

8 thoughts on “synTRK 002: Dave Smith Instruments OB-6

Peter M Mahr

Hallo Rüdiger,

Der Bass am Anfang und die Percussion hätten sehr gut in das England der frühen 80er Jahre gepasst! Ich denke da ganz konkret an einen Musiker, den ich sehr schätze. Bei t = etwa 16s setzt ein feiner, perkussiver Sound ein, bei 1min 23s gefällt mir Klang und Spielweise ebenfalls sehr gut.

Du hast hier ja sehr viele unterschiedliche Sounds programmiert (siehe auch Screenshot). Nicht umsonst hat Dave Smith Deinen Track auf deren Facebookseite gepostet. Was der OB-6 meiner Meinung auch noch gut kann sind Pads. Das alles trägt dazu bei, dass er für mich der aktuell beste analoge Polyphone im Hause DSI ist. Cord, solltest Du das lesen, ich weiss da sind wir unterschiedlicher Ansicht. 🙂

Deine Sounds zeigen übrigens auch gut, dass es bzgl. Envelopes nichts zu meckern gibt. Dave, der alte Fuchs, hat genau gewusst warum er dem OB-6 „nur“ das 2-pole spendiert. Der Prophet-6 hat da mehr „punch“.

Man mag zu „neu analog“ stehen wie man will, aber dieser Track zeigt sehr schön wie sich die Sounds ineinander fügen. Man muss hier hervorheben, dass Du noch nicht einmal einen EQ verwendet hast. Also Arrangement, Wahl der Sounds und Spiel mit den Lautstärken, that’s it und es funktioniert.

Liebe Grüsse,
Peter

Reply
Oliver

Ein sehr schöner Track, der die klanglichen Stärken des OB-6 aus meiner Sicht wunderbar zeigt. Als (immer noch) OB-6 Besitzer stehe ich dem Instrument nachwievor etwas zwiespältig gegenüber.

Einerseits ist er auch für mich – wie Peter schon schrieb – der aktuell interessanteste und eben auch beste analoge Polyphone (aus meiner Sicht nicht nur aus dem Hause DSI). Meinen Prophet 6 habe ich vor Kurzem verkauft und bereue es so gut wie nicht. Der OB-6 ist für mich einfach vor allem durch das genial klingende Multimode Filter die interessantere Variante als der mir etwas zu klassische P6. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre das eine Kombination aus OB-6 und Pro-2, den ich auch vor einiger Zeit hatte. Die VCOs sprechen klar für den OB-6, insbesondere die Filterkombination aus 24dB LP und 12dB Multi in verschiedenen Verschaltungen im Pro-2 war dann aber schon nochmal deutlich genialer.

Auf der anderen Seite ist der OB-6 eben auch sehr „klassisch“ und bietet natürlich einen aus meiner Sicht hervorragenden Grundsound mit doch etwas limitierten Möglichkeiten. Ja, X-Mod ist schon sehr speziell und gut einsetzbar, aber DSI war schon bekannt für fast schon ausufernde Modulationsmöglichkeiten. Daher bin ich gespannt, was in ein paar Jahren hier noch kommt. Ganz grundsätzlich passt die aktuelle Welle an „Retro“ und „Wiederauflagen“ von klassischen Synthesizern fast ein wenig zum Zeitgeist… 😉

Zurück zum Track: Ich war ebenfalls sehr überrascht, wie gut sich der OB-6 im Drums und Percussion Bereich schlägt. Ja, meine erste Wahl wäre er dafür nicht, da zappt und klickt es beim Moog schon deutlich mehr, aber es ist definitiv kein Matrix 12 😉 Auch die anderen Sounds sind sehr schön programmiert und es ist tatsächlich spannend, wie aufgeräumt der Mix ist, ohne Einsatz von EQs etc.

Super Arbeit und eine tolle Präsentation eines derzeit in vielen Bereichen speziellen Synths.

Reply
    Rüdiger

    Vielen Dank, Oliver und Peter, für eure positiven Rezensionen zu meinem Track.

    Das interessante ist, dass ich wirklich nicht viel Zeit in dieses Stück investiert habe. Der größte Aufwand waren die drums, bei denen ich Sound und Pattern jeweils einzeln programmieren musste, was schwierig ist, wenn man das Gesamtbild nur im Kopf erstellen und nicht vorhören kann. Der OB-6 ist für sowas ja auch nicht gemacht. Gleichwohl hat mich seinerzeit die Lust gepackt, einmal zu probieren, was da wirklich geht und war positiv überrascht.

    Die Erfahrung zeigte aber deutlich, dass die sounds des OB-6 im Gegensatz zu manchen sehr wild klingenden Vintage Synthies im Gesamtgefüge nicht zu aufdringlich klingen und das Frequenzspektrum ohne große Notwendigkeit der Nachbearbeitung homogen abdecken. Auch im Vergleich zu Plug ins musste ich feststellen, dass das Ergebnis auf Anhieb deutlich runder und ausgewogener klingt. Dies mag zwar eine sehr verallgemeinernde Feststellung sein, jedoch war ich da früher nie zufrieden und musste immer mit diversen Equalizern, Kompressoren und Effekten nachjustieren, was nicht selten zur „Verschlimmbesserung“ führte.

    Vor allem bei Bässen und Pads mit nicht allzu offenen Filter gefällt er mir sehr gut. Klassische Brass sounds und fette strings sind auch ok, reichen mE aber von der Klangfülle und -dichte nicht an die Vorbilder OB-X bzw. OB-Xa heran. Das multimode Filter ist ein top Werkzeug zur Klanggestaltung. Dennoch mag ich am meisten den 12 dB LP. Den bandpass setze ich selten ein und der HP klingt für meinen Geschmack recht harsch.

    Reply
      Peter M Mahr

      Hallo Rüdiger,

      Dass Du bei den Drum- und Percussionsounds Zeit investiert hast, das hört man. Sehr interessante Aussage, die mir zu denken gibt, ebenso wie „Gleichwohl hat mich seinerzeit die Lust gepackt, einmal zu probieren, was da wirklich geht und war positiv überrascht.“ Aber das nur einmal als persönliches „take home“.

      Was Deine klanglichen Eindrücke betrifft bin ich ganz bei Dir. Ja, mag sein dass mit Diva oder ähnlich hochwertigen Plug-Ins die Ergebnisse bestimmt nicht schlechter ausfallen, aber das Soundgestalten am OB-6 ist unmittelbarer. Anders gesagt, würde Urs den Schritt in Richtung Hardware wagen, wäre ich sehr interessiert. Andererseits weiss man natürlich auch nicht ob U-he lizensiert. Wundern würde es mich nicht. Einer meiner synTRKs wird übrigens bestätigen was Du über die Zuhilfenahme von Equalizern und Kompressoren schreibst. Hm… gerade fällt mir auf, das das für zwei der geplanten Beiträge zutrifft. Wobei in einem Fall ist es klar, da multitimbral und da ist mein bei der Arbeit unbewusst schon gezwungen die Klänge aufeinander abzustimmen. Nicht nur in Bezug auf ihr Volumen, sondern schon alleine vom Frequenzbereich, somit alte Weisheit, es beginnt beim Arrangement. Die gerne zitierte „Verschlimmbesserung“ ist mir natürlich allzu bekannt.

      Zum Thema Pads und OB-6 schreibe ich nichts. 🙂

      Liebe Grüsse,
      Peter

      Reply
Christian

Wieder ein sehr gelungener synTRK. Respekt für den Verzicht von Equalizern und Kompressoren, ebenso für die Realisierung der Drumspuren mit Bordmitteln. Der Mix ist schön durchhörbar, es gibt gerade im Hintergrund viele Details zu entdecken. Vielleicht hätte ich die sehr dominante Leadstimme ab und an mal rausgenommen oder mit einer zweiten Melodiestimme mit möglichst kontrastierenden Sound abgewechselt. Während der Rhythmustrack tatsächlich sehr oberheimig klingt, hätte ich beim Blindtest die Leadstimme nicht unbedingt diesem Hersteller zuordnen können. So freundlich klang es auf meinem alten Ob-Xa nie 😉

Reply
    Rüdiger

    Vielen Dank, Christian, für die Blumen. Ja, das mit der Solostimme hat mich auch gestört und ich habe mit alternativen Sounds rumprobiert, war dann aber nicht zufrieden. Im Nachhinein würde ich sie auch weniger laut einstellen.

    Aber wir reden ja nicht primär über die Songs, sondern über die Instrumente und was man damit anstellen kann.

    Übrigens ist auf dieser Homepage auch noch ein sehr guter Multitrack von Oliver zum Prophet 6 dabei, der es eigentlich ebenfalls verdient hätte, hier besprochen zu werden.

    Ich finde die Idee wirklich sehr gut und würde mir wünschen, dass dies langfristig wächst und wir noch einiges mehr zu hören bekommen.

    Ein schönes Wochenende allerseits,

    Liebe Grüße
    Rüdiger

    Reply
      Peter M Mahr

      Hallo Rüdiger,

      > …. sehr guter Multitrack von Oliver zum Prophet 6 ..

      😉

      > Ich finde die Idee wirklich sehr gut und würde mir wünschen, dass dies langfristig wächst und wir noch einiges mehr zu hören bekommen.

      Das freut mich. Ursprünglich hatte ich an so etwa 12 Tracks pro Jahr, maximal 24 gedacht. Das hängt aber letztendlich von verschiedenen Faktoren ab. Die nächsten Beiträge sind aber schon in Planung. 😉

      Liebe Grüsse,
      Peter

      Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Christian,

    Ich war unter anderem auch sehr davon angetan, wie der Track geklungen hat, ganz ohne Zuhilfenahme von EQs und Kompressoren. Das finde ich spricht für zwei Dinge – das Instrument und das Arrangement. Letzteres dann natürlich für den Musiker.

    Der OB-Xa ist natürlich ein anderes Kaliber (und übrigens einer meiner Lieblingssynthesizer aus den alten Tagen).

    Schönes Wochenende,
    Peter

    Reply

Schreibe einen Kommentar zu Rüdiger Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.