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synTRK 003: Studio Electronics C.O.D.E.

22. September 2016 - Studio, synTRK
synTRK 003: Studio Electronics C.O.D.E.

Synthesizer: Studio Electronics C.O.D.E.

Multitrack: C.O.D.E.

Format: 44,1kHz/24bit MP3: 320bit/s

Composer: peter m mahr


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Multitrack:

Beschreibung:
Studio Electronics ist ein in den USA beheimateter Hersteller, der sich auf die Herstellung analoger Synthesizer spezialisiert hat und sich vor allem in den USA einer soliden Fangemeinde erfreut. Mit dem Boomstar hat man sich seinen Ursprüngen entsinnt und parallel dazu begonnen das Eurorack Segment für sich zu entdecken. Aber es gibt auch Polyphones aus dem Hause Studio Electronics, so z.B. den Omega 8 und den C.O.D.E.

Der in aller Bescheidenheit kurz und prägnant „analog discrete Circuited nova Omega Dynamic filtered Expandable synthesizer/filterbank“ .. oder der Einfachheit halber gerne auch nur „C.O.D.E.“ genannte Analogsynthesizer, ist als zwei-, vier- oder achtstimmige Version erhältlich. Die kleineren Versionen können nachträglich auf die achtstimmige Version ausgebaut werden. Eine weitere Besonderheit sind die verschiedenen Filtertypen aus denen man wählen und diese auch nachträglich einbauen lassen kann. Neben der Standardbestückung, bestehend aus „Moog style 24dB“ und „Oberheim style 12dB“, stehen Roland 303, ARP 2600 und Yamaha CS-80 Filter zur Auswahl. In diesem Track [Nimbus] wurden die Standardfilter (Moog/Oberheim) eingesetzt.

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Zum Track… wenn Sie ihn schon gehört haben sollten, dann kommt mein Hinweis die Lautstärke vielleicht etwas zu reduzieren, jetzt vermutlich zu spät. Andererseits beschreiben die beiden ersten Klänge sehr gut den Charakter des C.O.D.E. Seine Ausstattung mit 2 Oszillatoren, 2 LFOs, 3 EGs hinterlässt auf den ersten Blick vermutlich nicht den ausgefallensten Eindruck, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen.

Was den C.O.D.E. meines Erachtens in erster Linie auszeichnet ist sein eigenständiger und kraftvoller Grundklang. Von ihm sage ich, dass er der einzige Synthesizer ist, bei dem ich im Mix den EQ fast ausschließlich zum Absenken verwenden muss. Wo andere verzweifelt nach Obertönen suchen, können hier die Filter gut zupacken.

Wer den Ankauf eines C.O.D.E. in Betracht zieht um Vintage Synthesizer damit zu ersetzen, der wird meiner Meinung nach enttäuscht werden. Sein Preis ist zudem vermutlich nicht dazu angetan diese Überlegung ernsthaft anzustellen. Oberheim und Roland Flächen- aber z.B. auch Prophet Brasssounds sind nicht so recht sein Ding. Nicht, dass man nicht schöne Pads oder Brass ähnliche Klänge leicht programmieren kann, im Gegenteil, man kann, aber sie werden stets einen eigenständigen Charakter haben. Das spricht aus meiner Sicht übrigens sehr viel mehr für den C.O.D.E. als gegen ihn, er wird nur vermutlich nicht als Substitut herhalten können.

Vielleicht noch zu den EGs, diese sind nicht so knackig wie z.B. bei einem Moog Voyager, aber wie man anhand der Kick Drum hören kann sind sie auch nicht in die Nähe eines Matrix-12′ zu rücken. Filter alleine machen bekanntlich noch nicht den typischen Klang eines Instrumentes aus, und von daher sollte man sich nicht zu viel von den unterschiedlichen Filtertypen erwarten. Dies spricht im Übrigen nicht gegen die unterschiedlichen Filtertypen, die sehr wohl zu interessanten Ergebnissen führen. Einzig die Erwartungshaltung sollte vorab hinterfragt werden.

Leider ist sein Preis vermutlich für viele die grösste Hürde. Dass man mit zwei Stimmen beginnen und ihn über die Jahre ausbauen kann, erzeugt zumindest bei mir eine überschaubare Euphorie. Dies soll aber nicht davon ablenken, dass er, primär bedingt durch seinen Charakter, für mich ein sehr gut klingender Synthesizer ist. Das 19″ Format ist für mich jedoch nicht dazu angetan gerne an Klängen zu arbeiten. Aber auch das ist meine höchstpersönliche Sicht.

SE Omega Code

Technische Details zur Aufnahme:
DAW: Aufnahme Mark of the Unicorn Digital Performer 7, mp3 bounce DP9
Interface: APOGEE Symphony I/O
Effekte: keine
Equalizer: 1x Softube Trident
Summenkompressor: keiner


Foto Rückseite © Studio Electronics

7 thoughts on “synTRK 003: Studio Electronics C.O.D.E.

Oliver

Roh, fett, ungeschliffen, direkt, druckvoll – solche Attribute würden mir zuerst einfallen, wenn ich den Track höre. Ich erinnere mich an meinen Studio Electronics ATC-Xi, den ich schon lange nicht mehr besitze, was aber sicher nicht der Klangqualität als viel mehr der mangelhaften Bedienung am Gerät geschuldet ist.

Hierzulande eher Exoten, zeigen die SE Synthesizer trotz klassischem Aufbau und eher traditionellen Features diese Eigenständigkeit, die ich bei so manch aktuellem Synthesizer vermisse. Da finde ich es fast schade, dass die Filtermodelle „nachmodelliert“ sind und nicht einfach etwas Eigenständiges – das auch den Namen trägt – platziert wird. Aber das ist offensichtlich eine Nische, die selbst Arturia mit ihrem Steiner-Parker Filter beim MatrixBrute etwas aufweicht und doch ein „klassisches“ Filter zumindest dazu spendiert. Und so reihen sich die SE Geräte z.B. als Moog-Variante nahtlos in den Reigen ein, der z.B. auch vom Analogue Solutions Leipzig und anderen besetzt wird (von den VAs ganz zu schweigen).

Aber zurück kommend auf das – spannende! – Demo: Der C.O.D.E. ist natürlich ein „Monster“ und ich frage mich gerade, wie er eigentlich gegen den „Omega“ aus selbem Hause positioniert ist bzw. war. Ich gebe zu, ich habe mir auf die Schnelle nicht die Möglichkeit gemacht, die Features zu vergleichen 😉

Und ich teile die Skepsis bzgl. Racksynthesizern im 19″ Format – für mich trotz Möglichkeiten, solche Synths perfekt im Rack des Studiotisches unterzubringen, einfach keine gute Möglichkeit. Außerdem würde ich es vermissen, den Synthesizer aufzuheben, anzufassen und schnell mal an einen anderen Platz zu stellen. Nicht umsonst ist das Desktop Format so beliebt und am besten finde ich immer noch die Kombination, wie sie von den meisten Herstellern inzwischen bevorzugt wird: 19″ Desktop, den ich auch in’s Rack schrauben kann (siehe Nord, DSI etc.).

Die Boomstars haben mich noch nicht wirklich gefesselt, schön fand ich z.B. am ATC-Xi, dass schon alle vier Filtervarianten eingebaut waren. Vielleicht bringen SE ja mal einen Luxus-Boomstar, dann werde ich wieder näher hinschauen.

Reply
    Peter M Mahr

    Die von Dir verwendeten Attribute sind sehr gut gewählt und decken sich mit meinen Eindrücken. Man ist geneigt von „modern Analog“ zu sprechen, eingedenk des Umstandes, dass „alles ausser Vintage“ natürlich keine Definition ist. Genau dabei, wenn es einem wichtig ist, könnte der C.O.D.E. aber behilflich sein. Alleine chronologisch gesehen ist er „neu“, trotz seines Ansatzes im Bereich der Filter bleibt sein eigenständiger Klang [ich hoffe das sind noch nicht die ersten Anzeichen von Vermurksilatorisierung :-)] …

    Zwei Dinge sind es die aus meiner Sicht gegen ihn sprechen. Da ist einmal in erster Linie die Bauweise. So toll 19″ Racks sind, aber Synthesizer in diesem Format bereiten mir einfach keine Freude. Selbst wenn es nur das Ändern von Factory Sounds ist, es ist mühsam. Der von mir an dieser Stelle gerne ins Spiel gebrachte Prophet-12 hat mich gelehrt wie wichtig für mich Tastatur und Bedienpanel als eine Einheit sind. Zumindest zum Klang erstellen [ehemals „programmieren“] bzw. Abändern. Zum Einspielen kann ich die grosse, gewichtete Tastatur nehmen. Und dann ist da natürlich der Preis.

    Ich war damals kurz versucht, hab es dann aber sein lassen und bin letztendlich froh darüber. So bin ich nach wie vor auf der Suche nach dem Synthesizer mit Tastatur, der ein wenig von Allem hat…. Das SYSTEM-8 hätte es sein können, aber nach dem Amazona Test ist mir die Lust irgendwie vergangenen.

    Reply
Rüdiger

Ein sehr interessanter Mix ist das. Weniger musikalisch als die vorigen SynTRKs und eher etwas düster. Könnte einem Soundtrack eines Krimis entstammen.

Die Sounds sind unglaublich rotzig und die Bass Drum irre kraftvoll und knackig. Ich würde sie mit meinem MFB Tanzbär nicht hinbekommen.

Mich würde interessieren, ob der CODE imstande ist, auch typische warme und schwebende Sounds hinzubekommen.

Ich denke, dass es Oliver sehr treffend beschrieben hat: modern analog und fernab von typischen Vintage Klischees.

Zum Thema Rack teile ich Eure Meinung. Ich finde es schon umständlich genug, wenn man seine Finger verbieten muss, um einfache Grundeinstellungen vorzunehmen. Wohl deswegen geht der Trend immer mehr in Richtung Tischgeräte. Ansonsten bin ich ganz bei Peter: am liebsten habe ich Kompolettsynthesizer aus einem Guss mit einer gewissen Größe und Haptik und das ganze noch unabhängig vom Computer und sonstigem externen Firlefafanz. Nicht nur deswegen reizen mich z. B. die Boutiques (zu klein) und der Deepmind 12 (ein iPad wäre von Vorteil) nicht sonderlich.

Ach ja, die Klangbeispiele aus dem Amazono Test haben mir auch gezeigt, dass man schwebende und im Klangverlauf variierende Sounds mit dem System 8 wohl nicht hinbekommt. Da muss man eben die Effektkiste zünden. Da lobe ich mir doch den OB-6, bei dem die Nutzung von Reverb und Chorus das Ergebnis oft eher trüben und allein der cleane Sound schon klasse ist.

Reply
    Peter M Mahr

    Die Klangbeispiele zum SYSTEM-8 im Amazona Testbericht tun dem Instrument meines Erachtens keinen Gefallen. Nicht einzupegeln lässt sich nicht mit Termindruck erklären. Ich halte es – persönliche Sicht – für flapsig, ebenso wie die Aussage „Ich erkläre sie hiermit für identisch aufgrund der Vergleichsorgie“.

    Ich warte auf einen Testbericht von Nick oder Katsunori. Oder noch besser, spiele das Instrument selbst an.

    Reply
    Peter M Mahr

    Aus meiner Sicht ist es keine einfache Aufgabe aus dem C.O.D.E. typische warme und schwebende Sounds herauszuholen. Das kann aber meinen „Fähigkeiten“ geschuldet sein und will ich dem Instrument von daher nicht in Abrede stellen. Beim OB-6 war es aber so, dass diese Art von Klängen einem fast vor die Nase gesetzt wurden. Ich bin bzgl. Einsatz der Effekte auch ganz bei Dir. In einem meiner Klangbeispiele habe ich ein Pad zunächst trocken, dann mit den internen Effekten eingespielt. Der Unterschied ist nicht so gross, aus exakt dem von Dir beschriebenen Grund. Das Hinzufügen nimmt dem Klang eher etwas. Das gilt natürlich nicht für Sounds, bei denen der Effekt ein wesentlicher Bestandteil ist.

    Beim Deep Mind 12 ist meine Begeisterung mit jedem weiteren Teaser mehr und mehr geschwunden. Der Grundklang ist zwar in den oberen Lagen sehr klar, aber in einer Weise wie ich sie nicht mag. Es gibt auch noch ein paar andere Dinge die mir aufgefallen sind und nicht zu gefallen wissen, hier aber jetzt nicht hergehören. Einige der Sounds sind richtig gut und die profitieren von den Modulationsmöglichkeiten, sowie von den internen Effekten. Da kann der C.O.D.E. nicht mithalten. Aber wenn ich mir das Demo hier anhöre, dann gefällt er mir im Vergleich zum DM12 um einiges besser.

    Schöne Beschreibung des Stücks, und da bin ich auch definitiv zu Hause. Freu Dich auf den nächsten Track auf den mich Oliver aufmerksam gemacht hat. Er wird sich in einigen Punkten vom Bisherigen unterscheiden. ,)

    Reply
Georg

Schönes Beispiel, hat so ein wenig was von den Synthesizer von Gestern CDs.

Sowohl Omega (Superbooth auf einer Musikmesse, lange her) als auch C.O.D.E. (via Andreas Schneider auf einem der Treffen in Kufstein) konnte ich mal anspielen. Da ich sehr gerne Flächen, Strings und auch 80er Brass mag, haben mich beide Synths eher enttäuscht, auch kommt trotz CS80 Fiter nicht dieses Feeling auf, das mir mein CS50 bietet. Mir klang es immer zu roh und ungehobelt. Auch etwas verstimmt und nicht konsistent zwischen den Stimmen, übrigens auch etwas, an dem der SunSyn etwas krankt.

Daher muss für den Moment ein ATC-Xi im Rack ausreichen. Wenn es analoge Pads oder etwas in diese Richtung geben soll, dann OB-8 oder auch gern der Wave. Ein wenig DRP20 dazu und der Tag ist gerettet.

Das SYSTEM-8 hat Mic wirklich übel präsentiert, ich meine mich auch an einen völlig anderen Klang der Xmod bei meinem JP8 zu erinnern. Andere Demos zeigen aber, dass das SYSTEM-8 im Bereich des JP8000 wildern kann, nur gibt es den genialen Feedback-Oszillator wohl nicht.

DeepMind 12 wäre noch persönlich zu testen. Ich setze vor allem recht grosse Hoffnung auf die oft geschmähte FX Abteilung. Wenn Behringer sich hier ein wenig Mühe gegeben hat und im Stile des V-Verb oder auch des Klark Teknik DN 780 Digital Reverberator bleibt, so kann das ganz spannend werden.

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Georg,

    Vielen Dank für den sehr freundlichen Vergleich mit den „Synthesizer von Gestern“ CDs. Warte den nächsten Beitrag ab, der wird in vielerlei Hinsicht anders sein, aber trotzdem gut in die Rubrik passen.

    Was den Klang des C.O.D.E. betrifft, bin ich ganz bei Dir. Und das deckt sich auch mit Olivers und Rüdigers Eindrücken. Für mich hat genau dieser Charme. Es sind wie schon geschrieben andere Gründe die mich abhalten. Dass Du den OB-8 erwähnt hast finde ich jetzt unsportlich .-)). Klar, unter den von Dir beschriebenen Voraussetzungen sind das zwei paar Schuhe. Der OB-8 ist ein feines Instrument, das sich auch durch Verlässlichkeit auszeichnet. Dass er nicht ganz so breit ist wie der OB-Xa ist mittlerweile wohl eher ein Vorteil.

    Zu den Filtern habe ich eine kulinarische Assoziation. Wenn Du z.B. Rindfleisch kochst [schlechtes Beispiel ;-)] und das einmal mit dem einen und ein anderes Mal mit einem anderen Gewürz verfeinerst, hast Du am Ende immer noch Rindfleisch. Es schmeckt in Nuancen anders. Das Filter ist für viele von uns einer der, oder sogar der Lieblingsbauteil beim Soundgestalten, aber für den Sound sind andere Komponenten nicht minder von Wichtigkeit. Dass Dein CS50 anders tönt glaube ich Dir sofort.

    Was den SYSTEM-8 „Testbericht“ betrifft, der und der VP-03 sind aus meiner Sicht nicht gerade Glanzlichter des Online Journalismus‘. Mehr mag ich dazu hier nicht posten, das besprechen wir am besten in persona.

    Ja, den DM12 sollte man wohl am besten persönlich testen. Deine Beweggründe sind mir nach dem Lesen des letzten Satzes natürlich klar und geschätzt.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply

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