Menu

Technos Acxel Resynthesizer

29. November 2015 - Studio, Taste
Technos Acxel Resynthesizer

Die revolutionären Neuentwicklungen im Bereich elektronischer Klangerzeuger waren in den letzten Jahren rar gesät. Wobei die Verwendung des Adjektivs „revolutionär“ fast schon höflich erscheint. Die Renaissance der Analogen hat diesen Umstand begünstigt, bestimmt aber nicht alleine verschuldet.

Fairerweise muss man aber wohl zugeben, dass einige Entwicklungen schlicht und ergreifend nicht die gebührende Würdigung erfuhren. Besonders bitter in diesem Zusammenhang ist aus meiner Sicht der Umstand, dass von Physical Modelling einzig Virtual Analog übrig blieb um innerhalb weniger Jahre durch Real Analog anstandslos ersetzt zu werden. Zurück zum Start also. [Der Verfasser dieser Zeilen ist sich seiner teilweisen Mittäterschaft durchaus bewusst!]

yamaha-vl-vp-bw-1060m-img_7736_edit

Um gleich bei Physical Modelling zu bleiben, als Yamaha mit seinen VL- und VP-Synthesizern auf den Markt drängte, war dies – damals noch typisch für Yamaha – eine dieser revolutionären Neuerscheinungen. Ähnliches lässt sich z.B. über den Hartmann Neuron sowie Rolands VP-9000 sagen. Letzterer bot zum Teil Features, die schon in einem Instrument zu finden waren, das seiner Zeit ähnlich weit voraus war wie Wolfgang Palms Realizer. Die Rede ist von Technos Acxel Resynthesizer.

hartmann-neuron-1200m

In den späten 80ern in Quebec entwickelt war der Acxel Resynthesizer das Kind von Pierre Guilmette und Nil Parent. Die Bezeichnung „Acxel“ leitet sich von „acoustical element“ ab, in Anlehnung an Pixel (picture element). Die Grundidee ist, dass jeder Klang aus einer endlichen Zahl an Einzelschwingungen erzeugt werden kann. Technos bediente sich dazu Sinusschwingungen. Leider gibt es keine Herstellerwebseite, dafür aber – wohl wenig überraschend – zum Glück einen Eintrag auf wikipedia {Acxel Resynthesizer).

Besser sind aber die, technisch zwar nicht auf letztem Stand befindlichen, Videos:

Man beachte bitte die elegante Eingabe bzw. Veränderung der Parameter. Wir schreiben das Jahr 1987 (!), nur damit wir uns hier nicht missverstehen. Zurück zur Eingabe, ein Streichen über die Oberfläche und fertig. Einziger Nachteil – selbst erfahren – wer trockene Finger hat, dem bleibt dieses Feature verwehrt.

Veränderung von Tonhöhe oder Signallänge, ohne den jeweils anderen Parameter zu beeinflussen. Nur damit es hier nicht untergeht – 1987!

Technos Acxel Resynthesizer ©pmm

Technos Acxel Resynthesizer

ps: Mein spezieller Dank ergeht an Herrn W.

10 thoughts on “Technos Acxel Resynthesizer

Marc Brassé

Hab nir Gestern diese Video’s mal wieder angesehen. Sehe Auch meine Kommentare auf YouTube. Für mich ist so ein Instrument heute noch immer der Heilige Gral, obwohl ziemlich bald 30 Jahre vorbei gegangen sind. Daher „kwähle“ ich mich noch immer mit „nur“ das Technics WSA1 herum, was ich überigens besser finde als den Hartmann. Um das WSA hab ich mein eigenes Custom setup aufgebaut, zeit eingier Zeit auch mit Janko Keyboards. Schade nur das das WSA einzig ROM Samples als Treiber einzetst, um von (esynthese noch nicht mal zu sprechen. Ach ja, wenigstens gibt es da dann noch immer etwas um über zu Träumen.

Reply
    Peter M Mahr

    Hallo Marc,

    Das Technics WSA1 ist bestimmt unter Wert geschlagen worden. Ich vermute, dass das einen ähnlichen Grund wie bei Casio hat. Den Firmen haftet etwas an, dass es ihren Instrumenten schwer macht am Markt zu bestehen. Hast Du vielleicht Beispiele? Die kannst Du gerne hier verlinken.

    Ich finde schade, dass die Entwicklungen bei digitalen Synthesizern mit der Nachahmung substraktiver Synthesizer geendet hat. Zumindest für den Moment. Aber vielleicht ändert sich das noch.

    Liebe Grüsse,
    Peter

    Reply
      Marc Brassé

      Hallo Peter,

      Deine Gedanken sind sehr nah and wie ich das sehe. Obwohl Ich analog auch liebe ist die ganze Welle natürlich auch eine Folge der Popularisierung des Synthesizers. Sie führt leider dabei zu eine Sorte von Stilstand. Instrumentenbauer brauchen Absatsmöglichkeiten und investieren daher am liebsten in Instrumente die die meisten potenzielen Kaufer ansprechen. Da kann man noch froh sein das Sampling, FM , uzw. wenigstens diese Schichten angesprochen haben. Virtuel Acoustische Instrumente taten das weniger. Natürliche Klänge waren ja schon verfügbar und nur sehr wenig Menschen scheren sich etwas um Expression. Musik machen ist heutzutage ja eher eine Trigger-sache. Für mich persönlich wird es aber erst richtig Interesseant wenn man die Übergänge zwichen elektronisch und Akustisch erforschen kann. Aber auf jeden Fall gibt es diese aufregende Technologie noch immer. Mann kann ja sehr nah an ein Acxel kommen. Leider aber nur in VST form.

      Das WSA ist indertat eine typsiche Sache. Die Technologie war an sich doch noch erfolgreich in Technic’s KN Reihe nur würde das grossartiche Tüpferchen des Physical Modeling dabei gestrichen. Man bemerkt auch das Technics selber wenig damit anfangen konte. Die Presets des WSA klingen selbst heute noch recht gut aber geben nur eien blasse Ahnung von was alles möglich ist. Für Vorbilder nenne ich hier gerne meine eigene Webseite http://www.brassee.com und speziel die Elektronische Musik Seite wo du dir einiges anhören kannst. In der Zamisdat Suite wird das WSA am deutlichsten zu Schau gestellt: http://www.brassee.com/electronicmusic.html#zamisdat

      Grüsse,

      Marc

      Reply
        Peter M Mahr

        Hi Marc,

        Ich hatte einige Tage keinen Zugriff und eben erst gesehen, dass ich Deinen Kommentar noch freischalten muss. Das ist pro Adresse 1x notwendig. Entschuldige bitte die Verzögerung.

        Danke für die Links. Deine Webseite habe ich noch am selben Tag besucht, da ich den Kommentar als Email erhielt. Eine Sammlung feiner Instrumente hast Du. Schmunzeln musste ich beim Lesen der CS-80 Geschichte, die ich am selben Tag einen Freund erzählte. Ihm gehört übrigens der Acxel. Gratulation, nicht umsonst ist der CS80 ein äusserst gefragtes Instrument und für mich auch ein wunderschönes Beispiel dafür, mit welcher Einstellung damals Musikinstrumente entwickelt und gebaut wurden. Ich glaube, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Faszination an den alten Instrumenten da herrührt.

        Du sprichst übrigens einen sehr, sehr wichtigen Punkt an, die Expression. Mit ein Grund, warum mir Yamahas VL Serie einige Jahre sehr gut gefallen hat und warum ich z.B. den Prophet-12 sehr schätze. Die beiden Ribbon Controller und deren Positionierung am Gehäuse ist für mich optimal und ich hoffe, dass Dave in dieser Richtung weitermacht.

        Den Stilstand gibt es in der Tat. Auf der anderen Seite bereitet es mir auch sehr viel Freude mit dem CotK zu arbeiten. Hier sind es die Feinheiten und die – klingt jetzt komisch – Einschränkung zwingt einen kreativ heranzugehen. So habe ich unlängst versucht herauszufinden, ob das MODEL 15 auch polyphon einsetzbar ist und war dann über das Ergebnis ziemlich erstaunt. Obwohl es Samples waren. Je nachdem wie ich in nächster Zeit arbeite, überlege ich mir eine optimierte Herangehensweise, oder eine Alternative. Mal sehen…

        Nochmals zum Thema Expression, seit langem denke ich über einen Kauf des Haken Continuums nach. Einzig der hohe Anschaffungspreis hat mich bis dato davon Abstand nehmen lassen. Aber auch ein modaleres System, eine Kombination unterschiedlicher Klangbausteine von verschiedenen Herstellern scheint mir derzeit interessant. Letzteres ist technologisch nicht neu, aber für mich neu und daraus resultiert eine gewisse Faszination.

        Später muss ich unbedingt nochmals Deine Webseite besuchen. Danke Marc nochmals für die Links und dass Du Dich hier mit einem Kommentar gemeldet hast.

        Liebe Grüsse,
        Peter

        Reply
          Marc Brassé

          Hallo Peter,

          Jeh mehr Gedanken wir auswechseln desto deutlicher wird das wir vergleichbare Musiktechnische Traumen / Wünsche haben. Auch ich denke das ein Hakan so ein bisschen der ultmative Kontroller währe. Leider ist dieser aber indertat sündhaft teuer. Natürlich gibt es inzwichen auch das Seabord aber was diese anachronistischen Bergrücken darauf für ein Sin haben ….? Vielleicht wäre das Linnstrument aber etwas für dich. Viel kostengünstiger und doch sehr vergleichbar in der Philosophie.

          Vom CS80 hab ich unglaublich viel gelernt. Ich kante es vorher natürlich vom Klang her. Seit ich es selbst besitze hat es mir aber vor allem gezeigt wie ausdrücksstark ein Synthesizer sein kann. Nur mach ich mich immer sehr viel Sorgen darüber das es vielleicht früh oder später zusammen brechen wird. Aber diese Sorge hat mir ja auch zu neue Abenteur angeregt. Und für ein Acxel mit ein Hakan Controller würde ich warschienlich selbst mein CS80 her geben. So gut als sicher wen das Axcel multitimbral arbeiten kann. Dan könnte man es nämlich mit ein MIDIMIXFIX mit polyaftertouch vom Hakan spielen!

          Die Zeit geht ja weiter. Inzwichen kombiniert mein Starship One schon CS80 Expressivität (poly aftertouch, ribon, uzw.) mit einer Virtual Modeling Synthese Umgebung. Darauf kan ich das CS80 slebst teuschend echt nachahmen. So echt das ich es auch nicht glauben wurde wenn mir jemand es als nicht echt verkaufen würde.

          Auch habe ich jetzt Janko keyboard Adapter gebaut. Diese kombinieren das Ganze dan noch mit eine sehr ergonomischen mechanischen Kontrollerauslegung. Bestimmt noch immer nicht ganz vergleichbar mit ein Hakan aber auch mit seine ganz eigene Vorzüge. Ein Paar kurze Video´s vom Bau findest du hier:
          https://www.youtube.com/channel/UCbggkIAITcppQB4SzJm4cCw

          Bald wird es auf meine Webseite einen Artikel darüber geben und auch und mit diese Keyboard Kontroller eingespielte Musik. Man geht ja durch diesen ganzen Webseiten-Schlamazzel in der Hoffnung dan und wann ein vergleichbaren Geist zu begegnen, oder?

          Grüsse,

          Marc

          Reply
          Peter M Mahr

          Marc,

          Was für eine wunderbare Abschlussfrage Du stellst. Genau so ist es.

          Gib mir bitte unbedingt Bescheid, wenn Du etwas postest, damit ich den Link poste.

          So, und jetzte sehe ich mir die Videos an. Du hast einige sehr interessante Teile angesprochen, die mir ad hoc nichts sagen. Da muss ich etwas recherchieren. Das Roli Board habe ich hier in Zürich (Stadt) in einer Auslage gesehen. Als ich dann den Preis sah, dachte ich mir, dass ich gleich auf das Continuum spare. Lustig, dass Du Rogers Neuentwicklung angesprochen hast, denn die interessiert mich auch.

          Bis später,
          Liebe Grüsse,
          Peter

          Reply
          Marc Brassé

          Immer schön jemand an zu regen.
          Man könnte beinahe sagen das mein Janko Keyboard Adapter eine mechanische Version des Linnstrument Konzeptes ist. Auch hier werden die meisten Nachteilen des konventionelen Keyboardes vermieden. Eine Version mit XYZ Drückempfindliche Pads wäre selbst zu bevorzugen weil sie ein best of both Worlds darstellen würde. So weit bin ich Vorlaufig aber noch lange nicht. Eine erste Anregung zum Thema Janko: https://en.wikipedia.org/wiki/Jank%C3%B3_keyboard

          Reply
          Peter M Mahr

          Ich habe mir jetzt die Videos zum Yamaha SK-50D angesehen. Da werden Erinnerungen wach.

          Damals als ich anfing, hatte der erste Keyboarder in unserer Band (ich war mit meinem MS-20 der zweite) eine SK-20. In der Zeit kam ich dann irgendwie zu einem Yamaha Katalog in dem alle SKs abgebildet waren und die SK-50 war mein Traum. Ich habe damals begonnen Synthesizer zu zeichnen, da ich sie mir nicht leisten konnte und sie alle waren von der CS- und SK-Serie „inspiriert“.

          Schade, dass Yamaha solche Instrumente heute nicht mehr baut. Da klebt man lieber einen Motif und einen FS-1r zusammen, steckt einen grossen Knopf drauf und lässt einen Guru von „Alien Synthese“ sprechen… Und auch wenn ich heute Arturia hier kritisiert habe, so schätze ich sie doch sehr. Ebenso wie z.B. CotK, DSI, GRP, Haken oder Linn. Dort scheint mir will man in erster Linie Musikinstrumente bauen und dann Geld verdienen.

          Bitte halte mich unbedingt bzgl. Deiner Veröffentlichungen, ob musikalisch oder technisch am Laufenden. Ich möchte diese gerne hier „verlinken“.

          Liebe Grüsse,
          Peter

          Reply
          Marc Brassé

          Auch wieder überlagerend. Warscheinlich bist du dan auch so gerade über 50, oder? Ich finde das SK50D auch noch immer einer der best aussehenden Instrumente, zum Beispiel viel schöner als das CS80. Nur gewinnt es das Rennen Soundmassïg nicht. Perfekte Technik aber gerade aus der Zeit als die Japaner vor allem auf Perfektion gerichtet waren und nicht auf Karakter. Pratisch gesehen ist warscheinlich das SK30 die beste Wahl. Man kann dann zum Beispiel das Mono und Poly Synth layeren, was zu eine sorte Supermono leitet. Das kann gerade das SK50D nicht. Ich habe vor ein Paar Wochen gerade ein Stück angefertigt das ganz uf die Kombination SK50D und CS70M basiert ist. Sehr improvisation orientiert und davon gibt es dan auch einige Video-Aufnamen aber ich muss dan erst noch aussuchen wie ich das alles zusammenschneiden muss. Ich könte dir das ein oder andere pro Dropbox previewen lassen aber dan brauche ich eine Internet-adresse. Mal sehen ob deine Webseite diese auch noch her gibt.

          Reply
          Peter M Mahr

          Marc,

          ad „über 50“ :-))))

          Ich sende Dir gleich eine Email, da ich glaube Deine Email Adresse gesehen zu haben. Freue mich schon auf das File.

          Was für ein Zufall? Mit einem netten Kollegen arbeite ich gerade… wobei, das klingt jetzt grosskotzig und entspricht so überhaupt nicht der Wahrheit. Ein netter Kollege hat begonnen mit ein paar Schnipseln von mir ein Stück zu erstellen… sowie das fertig ist, gibt es hier auch einen Link. Kurzum, freue mich schon sehr darauf.

          Bis gleich,
          Peter

          Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.