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Wenn die Auswüchse des Wahnsinns ein Gesicht bekommen

2. Juli 2015 - Allgemein

Ich weiß nicht ob es nur mir so geht, die immer wieder neuen Nachrichten über Tote und Ermordete, lassen mich nicht nur am Verstand und an der Menschheit selbst zweifeln, nein, leider offenbar dazu parallel auch abstumpfen. Immer neue Horror-Rekordmeldungen tragen dazu massgeblich bei. Aber heute… da hat mich eine Nachricht berührt.

Vor einiger Zeit ist ein, wohl ohne Zweifel Geistesgestörter mit seinem Auto durch die Grazer Innenstadt gerast. Das Ergebnis seiner Amokfahrt, bis dato 3 Tote, dutzende Schwerverletzte und wenn ich mich nicht irre, zwei Personen, die sich nach wie vor in Lebensgefahr befinden. Das allein ist unfassbar genug, dass heimische Politiker versuchen daraus Kapital zu schlagen, möchte ich gar nicht erst weiter kommentieren. Grenzen gibt es wie es scheint nicht mehr.

Diese Tragödie birgt aber eine besonders traurige Facette. Eines der drei Todesopfer konnte trotz aller Anstrengungen bis dato nicht identifiziert werden. Aus diesem Grund hat die Polizei beschlossen das Bild der toten, jungen Frau zu veröffentlichen. Als ich ihr Gesicht heute in der Presse sah, war ich zutiefst betroffen. Wie tragisch muss es für die Eltern, die Schwester, den Bruder, die Familie, Freunde, Kollegen sein auf diese Art Kenntnis von dem Tod eines ihnen lieb gewesenen Menschen zu erfahren?

4 thoughts on “Wenn die Auswüchse des Wahnsinns ein Gesicht bekommen

Jörn

Schrecklich. Das wünscht man niemandem.

Reply
Markus

Das treibt mir beim lesen schon die Tränen in die Augen. Und nein: ich werde das Foto nicht im Netz suchen. Das abstumpfen ist leider eine traurige Realität, die vermutlich in der Natur des menschlichen Verstandes liegt. Wie sollte man sonst den „Alltag“ bewältigen, wenn wir nicht Meister im Verdrängen wären?

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    petermmahr

    Entschuldig meine späte Reaktion auf Deinen Kommentar. Aber ich bin gestern, nein vorgestern erst aus den USA heimgekehrt und wie man sieht noch ein wenig im Zeitloch.

    In der Zwischenzeit konnte der Bruder die Verstorbene identifizieren. Mehr mag ich dazu nicht schreiben, denn ich finde Du hast das schon sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Als ich drüben war, war einer der Vorteile, dass der ganze Schei* den ich da tagtäglich in den Medien lese, tausende Kilometer entfernt war. Keine humanistische Sicht der Dinge, ich weiss…

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